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Nachrichten

von der

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Eönigl. Gesellschaft der Wissenschaften

zu Göttingeii.

Geschäftliche Mittheilnngeii

aus dem Jahre 1898.

Q-ötting^en,

CoDunksionsrerlag der Dieterich'schen ünivermtätsbnchhandlang

Lfider Horstmann.

1899.

'^

J. 'Sem, ' /7^/'S'^

v/<ii^>^fcßf ^^^-^^V

Inhalt

Bericht des abtretenden Sekretärs der Gesellschaft über das Geschäfts- jahr 1897/98 S. 1

Verzeichnis der im Jahre 1897/98 abgehaltenen Sitzungen und der darin

gemachten wissenschaftlichen Mittheilungen 7

de Lagarde-Stiftung p 12

WedeMnd-Stiftung „12

F. Klein, Ueber den Stand der Herausgabe von Gauß' Werken . . . 12

R. Pietschmann, Bericht über die Arbeit an der Herausgabe eines ägyp- tischen Wörterbuchs im Geschäftsjahre 1897/98 n 19

Bericht über die Arbeiten für die Ausgabe der älteren Papsturkunden 23

Verzeichnis der Mitglieder der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften

zu Göttingen. Ende März 1898 „27

Beneke'sche Preisstiftung »27

Verzeichnis der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften »38

P. Kehr, W. Wattenbach „67

Bericht über die öffentliche Sitzung am 12. November 1898 »73

Adresse an Herrn F. Wüstenfeld »74

Adresse an Herrn H. Kiepert »75

Verzeichnis der neugewählten Mitglieder der K. Gesellschaft »77

o Mittelniederdeutsche Handschriften in Norddeutschland und den Nieder- landen »79

* ' 1

Nachrichten

von der

Königl. Gesellschaft der Wissenschaften

zu Göttingen.

Geschäftliche Mittheilangen.

MMWailAMl

1898. Heft 1.

Inhalt.

Bericht des abtretenden Sekretärs der Gesellschaft über das Geschäfts- jahr 1897/98 S

Verzeichnis der im Jahre 1897/98 abgehaltenen Sitzungen and der darin gemachten wissenschaftlichen Mittheilungen

de Lagarde- Stiftung

Wedekind - Stiftung

F. Klein, Ueber den Stand der Herausgabe von Gauß' Werken , . .

R. Pietschmann, Bericht über die Arbeit an der Herausgabe eines ägyp- tischen Wörterbuchs im Geschäftsjahre 1897/98

Bericht über die Arbeiten für die Ausgabe der älteren Papsturkunden .

Verzeichnis der Mitglieder der Königliclien Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Ende März 1898

Beneke'sche Preisstiftung

Verzeichnis der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften

P. Kehr, W. Wattenbach

Ghöttingen ,

Commissi ons Verlag der Dieterich'schen Universitätsbuchhandlung

LQder Horstmaiin.

1898.

7 12 12 13

19 23

27 36 38 67

/

Bericht des abtretenden Sekretärs der Gesell- schaft über das Geschäftsjahr 1897/98.

Im Jahre 1897/98 hat die Kgl. Gresellschaft der Wissenschaften 15 ordentliche, 2 öffentliche und 2 außerordentliche Sitzungen ge- halten. Die darin gemachten wissenschaftlichen Mittheilungen sind in einer weiterhin abgedruckten Zusammenstellung verzeichnet. In 15 Commissionssitzungen wurden geschäftliche Angelegenheiten der K. Gesellschaft für Beschlußfassung und Ausführung vor- bereitet.

Die Nachrichten von der K. G. d. W. sind für das Jahr 1897 in beiden Klassen mit Heft 3 abgeschlossen; vom Jahrgang 1898 ist das erste Heft beider Klassen im Erscheinen. Von den Ab- handlungen der philologisch-historischen Klasse wurde Bd. I (N. F.) abgeschlossen mit No. 6. W. Meyer, Die Buchstabenverbindungen der sogenannten

göthischen Schrift. No. 7. F.Leo, Die plautinischen Cantica und die hellenistische

Lyrik. No. 8. Paul Hörn, Asadis neupersisches Wörterbuch Lughat-i Fürs. Von Bd. n ist erschienen: No. 1. M. Well mann, Elrateuas.

No. 2. B. Smend, Das hebräische Fragment des Jesus Sirach. No. 3. A. Schulten, Die lex Manciana. No. 4. G. Kaibel, Die Prolegomena HEPI KSIMHUIAZ. No. 5. F. Bechtel, Die einstämmigen Personennamen des Grie- chischen, die aus Spitznamen hervorgegangen sind. No. 6. W. Meyer, Die Spaltung des Patriarchates Aquileja.

Von den Abhandlungen der mathem. - physicalischen Klasse Bd. I ist erschienen:

No. 1. V. Koenen, lieber Fossilien der unteren Kreide am Ufer des Mungo in Kamerun.

Naokricliton; gMdi&ftL MittheUniigeii 1896. 1

2 Bericht d. abtretenden Sekret&rs d. Gesellschaft üb. d. Geschäftsjahr 1897/98.

No. 3. Nachtrag dazu. \

No. 2. M. Brendel/ Tlsoorie: der kleinen Planeten ist im Er- scheinen.

Die Gröttingischen G-elehrten Anzeigen haben gleichmäßigen Fortgang gehabt.

Ueber den Schriftenanstausch giebt die weiterhin abgedruckte Zasammenstellong der an die E. Gesellschaft eingesendeten Schriften Auskunft. Sie dient als Empfangsbescheinigung, wo eine solche nicht auf besonderen Wunsch sofort nach Empfang der Zu- sendung gegeben wurde.

Durch die G-nade Sr. Maj. des Kaisers und Königs erhielt die K. Gesellschaft aus dem Allerhöchsten Bispositionsfonds den in zwei Jahresraten zu zahlenden Betrag von M. 25000. Er wird für Messungen der Erdschwere in Ost -Afrika zur Verwendung kommen, die bei Gelegenheit der deutsch - englischen Grenzregu- lirung durch Vermittlung des auswärtigen Amtes ausgeführt wer- den sollen.

Von den der K. Gesellschaft zur Verfügung gestellten Mitteln wurden mit Bewilligung des vorgesetzten hohen Ministeriums zu- gewiesen :

an Herrn F. Merkel zur Herstellung von Plattenmo- dellen zur menschlichen Embryologie M. 400

an Herrn E. Wiechert zur Fortführung seiner Unter- suchungen über Kathodenstrahlen M. 800

an Herrn F. L e o für Herausgabe alter Schollen und des

Dioscorides M. 600

an die Commission für Herausgabe von Papsturkunden

durch Herrn P. Kehr M. 1200.

Von den Unternehmungen, deren Ausführung die Kgl. Gesell- schaft unterstützte, sind abgeschlossen: die Ausgabe der Werke Kästners durch Herrn Dr. Scheerer in Cassel, die Reise des Herrn Professor Dr. 0. Bürger in Columbien und Venezuela (siehe Geschäftl. Mittheilungen 1892, H. 2) und das Werk des Herrn Dr. Thiele, Die griechischen Hinmielsbilder. Ueber Er- gebnisse der mit Unterstützung der GeseUschaft angesteUten Untersuchungen über Kathodenstrahlen ist eine Mittheilung des Herrn Prof. Wiechert in den Nachrichten der math.-phys. IQasse 1898, H. 1 gedruckt.

Herr Graeven in B>om theilt mit, daß er seine Ausgabe der Lukianscbolien durch weitere Ausnutzung der Handschriften in

Bericht d. abtreteaden Sekretärs d. Oesellscbaft üb. d. Geschäftsjahr 18d7/98. 3

England, in Rom und Paris gefordert habe, auch mit den Herren Nils Nilfen und Ed. Schwartz, den Bearbeitern der neuen Lukianausgabe , in nähere Verbindung getreten sei, um die noth- wendige Uebereinstimmung der Text- und Scholienausgabe anzu- bahnen.

Herr Wellmann ist zum Zwecke seiner Ausgabe des Dios- korides damit beschäftigt die Handschriften des Oribasios zu unter- suchen, dessen Excerpte aus Dioskorides von wesentlicher Bedeu- txing sind. Erledigt ist die Pariser Handschrift N. 2189.

lieber den Fortgang der Arbeiten, die sich auf die Heraus- gabe der Papsturkunden beziehen, haben die Leiter des Unter- nehmens Herr Kehr und sein Mitarbeiter Dr. Klinkenborg in den Nachrichten der philoL-historischen Klasse 1897 (pg. 175. 223) und 1898 (pg. 6. 45) berichtet. Der Bericht der Commission folgt unten.

Die Gesellschaft nahm den literarischen Nachlaß von Gauß, der bis dahin auf der Sternwarte aufgestellt war, an sich. Vom königlichen Curatorium wurde der Gesellschaft ein Gartenzimmer im Curatorialgebäude mit wohnlicher Einrichtung zur Verfügung gestellt. Hier ist der Gauß-Nachlaß bis zur Vollendung der Her- ausgabe von Gauß Werken aufgestellt und den Bearbeitern der Ausgabe zugänglich gemacht. lieber den Stand der Veröffent- lichung des Gaußischen Nachlasses wird unten besonders be- richtet. Es gelang der Gesellschaft eine Anzahl von Manuscripten, die sich auf Gauß und Riemann beziehen, zu erwerben ; sie wurden der Kgl. Universitäts - Bibliothek übergeben. Herr Staatsrath Struve Excellenz in Karlsruhe schenkte durch Vermittlung des Herrn Professor Stäckel in Kiel 6 Briefe von Gauß an seinen Vater, den Astronomen Struve in Petersburg. Auch diese sind der Kgl. Universitäts-Bibliothek übergeben.

Herr Baumeister Schmidt in Budapest erhielt die erbetene Erlaubnis, den Briefwechsel von Gauß-Bolyai zu veröffentlichen, wofür von der Gesellschaft Abschriften der Briefe von Bolyai ge- liefert waren.

Ebenso wurde der Kgl. Akademie der Wissenschaft in Berlin auf ihr Ansuchen gerne gewährt Briefe von Dirichlet und Kro- necker aus Gauß- Werken und den „Nachrichten" abzudrucken.

Die Kgl. Akademie der Wissenschaften in Stockholm gab leih- weise an unsere Gesellschaft in die Verwahrung der Kgl. Uni- versitäts-Bibliothek zwei Bände mit Briefen von Wöhler an Ber- zelius , von der für eine in Aussicht genommene Veröffentlichung Abschriften gemacht werden.

1*

4 Bericht d. abtretenden Sekretärs d. Gesellschaft Qb. d. Geschäftsjahr 1897/98.

Herrn Theodor Mommsen in Charlottenburg sendete die Gesellschaft za seinem 80. Geburtstage eine Adresse (s. Gesch. Mitth. 1897, S. 99) und richtete an die natarhistorische Gesellschaft zur Feier des hundertjährigen Bestandes ein Glückwunschschreiben.

Die Kgl. Akademie der Wissenschaften in Berlin übersendete eine Bronzeplakette mit dem Bildnisse Theodor Mommsens.

Auf der Versammlung der cartellirten Körperschaften in Leipzig war die Gesellschaft durch die Herren Klein und Leo vertreten. Zu den gemeinsamen Arbeiten des Thesaurus linguae latinae und der mathematischen Encyclopädie , über deren Fort- gang demnächst besondere Berichte erfolgen werden, ist die Her- ausgabe eines ägyptischen Wörterbuches getreten, die durch die huldreiche Gewährung der dafür erforderlichen Mittel aus dem Allerhöchsten Dispositionsfonds ermöglicht wurde; s. den unten erstatteten Bericht.

Die Gesellschaft verlor durch Weggang von Göttingen

von ordentlichen Mitgliedern:

Herrn Ferdinand Wüstenfeld, ord. Mitglied seit 1856, zu- vor Assessor seit 1841.

Herrn Ulrich von Wilamo witz-Möllendorff, ord. Mitglied seit 1892, Sekretär der phil.-hist. Klasse. Beide traten als auswärtige Mitglieder in die philol.-historische

Klasse.

Durch den Tod verlor die Gesellschaft

ihr ordentliches Mitglied: in der mathematisch-physicalischen Klasse: Herrn ErnstSchering am 2. November 1897, ordentl. Mitglied seit 1862, zuvor Assessor seit 1860.

ihr Ehrenmitglied:

Herrn Heinrich von Stephan in Berlin am 2. April 1894, Ehrenmitglied seit 1884.

von auswärtigen Mitgliedern: in der mathematisch-physicalischen Klasse : Herrn A. L. Descloiseaux in Paris am 8. Mai 1897, auswär- tiges Mitglied seit 1877, zuvor Correspondent seit 186B.

Berieht d. abtretenden Sekretärs d. Gesellschaft Ob. d. Geschäftsjahr 1807/98. g

Herrn Joh. Jap. Sm. Steenstrnp in Kopenhagen am 20. Juni 1897, auswärtiges Mitglied seit 1876, zuvor Correspondent seit 1860.

Herrn Victor Meyer in Heidelberg am 8. August 1897 , aus- wärtiges Mitglied seit 1889, zuvor ordentliches Mitglied seit 1885.

Herrn Francesco Brioschi in Mailand am 13. December 1897, auswärtiges Mitglied seit 1870, zuvor Correspondent seit 1861.

Herrn Rudolf Leuckart in Leipzig am 6. Februar 1898, aus- wärtiges Mitglied seit 1880, zuvor Correspondent seit 1859.

in der philologisch-historischen Klasse: Herrn Wilhelm Wattenbach in Berlin am 20. September 1897, auswärtiges Mitglied seit 1886, zuvor Correspondent seit 1865.

an Correspondenten: in der philologisch-historischen Klasse : Herrn Jakob Burkhardt in Basel am 8. August 1897, Cor- respondent seit 1865.

Zum Sekretär der philolog.-histor. Klasse wurde vom Könige mit allerhöchstem Erlaß vom 16. Juni 1897 Herr Fr. Leo für den Zeitraum von 1897—1903 ernannt.

Als ordentliche Mitglieder traten ein in die philolo- gisch-historische Klasse :

Herr Georg Kaibel, erwählt am 1. Mai 1897, allerhöchst be- stätigt am 31. Mai 1897. Herr RichardPietschmann, erwählt am 17. Juli 1897, aller- höchst bestätigt am 19. August 1897. Die Gresellschaft wählte

zu correspondirenden Mitgliedern: in der mathematisch-physicalischen Klasse: Herrn Wilhelm von Bezold in Berlin am 17. Juli 1897.

in der philologisch-historischen Klasse:

Herrn Max Rieger in Darmstadt am 17. Juli 1897. Herrn Grafen Carlo Cipolla in Turin am 5. März 1898.

Die Preisaufgabe für das Jahr 1899 lautet:

Was an Schriften des ÄpöUinaris von Laodicea erhcUten istf soU unter- sucht, hriUsch bearbeitet und für die Darstellung seiner Theologie vertoerthet werden.

g Bericht d. abtretenden Sekret&rs d. Gesellschaft üb. d. Geschäftsjahr 1897/98. Die Preisaufgabe für das Jahr 1901 lautet:

Es soll für einen beliebigen ZdMkörper dcu Becipracitätsgesetz der h-ten Potenzreste entwickelt werden, wenn l eine ungerade Primzahl bedeutet.

Erläuterung. Es sei i eine ungerade Primzahl, g eine von 1 verschiedene l-te Einheitswurzel, und k ein beliebiger algebra- ischer Zahlkörper, welcher die Zahl g enthält : bedeuten dann v, ft irgend zwei ganze Zahlen des Körpers k und to irgend ein Prim- ideal in A;, so läßt sich das allgemeinste Reciprocitätsgesetz fär i-te Potenzreste im Zahlkörper h durch die Grleichung

0i

= 1

darstellen; hierin erstreckt sich das Product aber sämmtliche

Primideale des Körpers k und das Symbol | —^ | bezeichnet eine

in geeigneter Weise zu definirende und durch die Zahlen v, (i so- wie das Priinideal W eindeutig bestimmte Z-te Einheitswurzel. Es soll dieses Reciprocitätsgesetz für l-te Potenzreste dem vollen Inhalte nach ausgeführt und, wenigstens in einigen ausgezeichneten Specialfällen oder unter geeigneten vereinfachenden Annahmen, bewiesen werden. Besonderer Werth wird auf die Ausrechnung von Zahlenbeispielen gelegt, die zur Erläuterung und Bestätigung des genannten Reciprocitätsgesetzes passend erscheinen.

Der Preis beträgt 1000 Mark.

Die Bewerbungsschriften müssen bis zum 1. Februar 1899 oder 1901 eingeliefert werden. Sie sollen mit einem Spruch ver- sehen und von einem verschlossenen Brief begleitet sein, der außen den Spruch trägt, der die Arbeit kennzeichnet, und innen den Namen und Wohnort des Verfassers.

Verzeichnis der im Jahre i897/98 abgehaitenen Sitzungen und der darin gemachten wiseenechaftiicheu Mittheiiungen.

Oeffentliche Sitzung vom 1. Mai 1897. Der Vorsitzende Sekretär macht Mittheiiungen ans dem Bericht über das abgelaufene G-eschäftsjahr. Gedächtnisreden auf E. Curtius von F. Leo, C. Weierstraß von D. Hu- bert, A. KekulÄ von 0. Wallach, E. Beyrich von A. V. Eoenen, J. J. Sylvester von F. Klein.

Sitzung vom 15. Mai 1897.

F. £ehr, Papsturkunden in Pisa, Lucca und Bavenna. (Nachr. phil..hist. Kl. 1897. S. 175).

Th. Liebisch legt vor: 0. Mügge (Königsberg), Ueber Trans- lationen und verwandte Erscheinungen in Krystallen. (Nachr. matL-phys. Kl. 1897. S. 102).

D. Hilbert legt vor: P. L a n d s b e r g (Heidelberg), Zur Algebra des Biemann-Boch'schen Satzes. (Nachr. matL-phys. Kl. 1897. S. 91.)

Sitzung vom 29. Mai 1897.

J. Ortb, Arbeiten aus dem pathologischen Listitut in G^ottingen.

Vierter Bericht. (Nachr. matL-phys. Kl. 1897. S. 124). W. Voigt legt vor: E. Wiehert, Ueber die Massenvertheilung

im Lmern der Erde. G^. Cohn, lieber das Wesen des Industriestaates. (Nachr. phil.-

hist. Kl. S. 217). Der Vorsitzende Sekretär berichtet über den Fortgang der Reise

des Herrn Prof. 0. Bürger in Columbien. F. Klein legt Manuscripte Biemann*scher Vorlesungen vor.

Sitzung vom 19. Juni 1897. J. Wellhausen legt vor: Rudolf Smend, Das hebräische Fragment der Weisheit des Jesus Sirach. (Abhandl. phil.- hist Kl. H)

3 Verzeichnis der wissenschaftlichen Mittheilangen.

P. Eehr, Ueber Archive in Keggio nell' Emilia. (Nachr. phil.- hist. Kl. 1897. S. 223).

D. Hubert legt vor: Hurwitz, Ueber lineare Formen mit

ganzzahligen Variabein. (Nachr. math.-phys. Kl. S. 139). F. Klein legt vor: einen von Herrn Helmert eingesendeten Aufsatz von L. Krüger, Ueber einen Satz der Theoria combinationis. (Nachr. math.-phys. Kl. 1897. S. 146).

Sitzung vom 3. Juli 1897.

E. Ehlers, Zur Kenntnis der ostafrikanischen Borstenwiirmer.

(Nachr. matL-phys. Kl. 1897. S. 1B8).

E. Riecke legt vor: C. Fromme (Gießen), Ueber die magne-

tische Nachwirkung. (Nachr. matL-phys. Kl. 1897. S. 177).

F. Klein legt vor: P. Gordan, Der Hermitesche Reciprocitäts-

satz. (Nachr. math.-phys. Kl. 1897. S. 182).

Sitzung vom 17. Juli 1897.

F. Leo legt vor: A. Schulten, Die lex Manciana, eine afrika-

nische Domänenordnung. (Abhandl. phil.-hist. Kl. ü.) W. Voigt, Bestimmungen relativer Wärmeleitfähigkeiten nach der Isothermenmethode. (Nachr. math.-phys. Kl. S. 184).

Sitzung vom 31. Juli 1897.

G. Cohn, Ueber das Wesen der Krisen in der Volkswirtschaft.

(Nachr. phü.-hist. Kl. 1897. S. 283.)

P. Kehr legt vor: M. Klinkenborg, Papsturkunden in Nonan- tola, Modena und Verona. (Nachr. phil.-hist. Kl. 1897. S. 234) und Papsturkunden in Brescia und Bergamo. (Nachr. phil.- hist. Kl. 1897. S. 263.)

D. Hubert legt vor: Herm. Minkowski, Allgemeine Lehr- sätze über die convexen Polyeder. (Nachr. math. - phys. Kl. 1897. S. 198.)

F. Klein, Erwerbung neuer auf Beruh. Riemann bezüglicher Manuscripte. (Nachr. math.-phys. Kl. 1897. S. 189).

Derselbe legt vor : A. W i m a n n, Ueber die symmetrischen und alternirenden Vertauschungsgruppen von n Dingen. (Nachr. math.-phys. Kl. S. 191).

W. Schur überreicht den Jahresbericht über die Kgl. Sternwarte.

Derselbe legt vor: Martin Brendel, Theorie der kleinen Planeten. (Erscheint in den Abhandl. math. -phys. Kl. N. F. I.)

Sitzung vom 30. October 1897. F. Klein legt vor: W. Wirtinger (Innsbruck), Ueber die

Verzeichnis der wissenschaftlichen Mittheilongen. 9

Greensche Function eines von getrennten sphärisclien Mannig- faltigkeiten begrenzten Gebietes. (Nachr. math. - phys. Kl. 1897. S. 244). Perselbe überreicht zwei autographirte Hefte über Zahlentheorie.

D. Hilbert legt vor: K. Hensel (Berlin), lieber die Funda-

mentalgleichung und die außerwesentlichen Discriminanten- theiler eines algebraischen Körpers. (Nachr. math. -phys. Kl. 1897. S. 254). Derselbe legt vor : K. H e n s e 1 (Berlin), lieber die Bestimmung der Discriminante eines algebraischen Körpers. (Nachr. math.- phys. Kl. 1897. S. 247).

E. Ehlers legt vor: 0. Bürger (Göttingen), Bericht über eine

Reise durch Columbien und Venezuela. (Geschäftl. Mittheil.

- n. S. 104).

W. Voigt legt vor: Joh. Ehlers, lieber die Absorption des Lichtes in einigen pleochroitischen Krystallen. (Nachr. math.- phys. Kl.)

JV. Voigt: Weiteres zur kinetischen Theorie des Verdampfungs- processes. (Nachr. math.-phys. Kl. 1897. S. 261.)

A. V. Koenen, Nachtrag zu der Abhandlung: lieber Fossilien der unteren Kreide am Ufer des Mungo in Kamerun. (Er- scheint Abhandl. math.-phys. Kl. N. F. I.)

Der Vorsitzende Sekretär theilt mit den während der Ferien er- folgten Eingang von U. von Wilamowitz-Möllendorf f, Simonides der Epigrammatiker. (Nachr. phil.-hist. E^. 1897. S. 306.)

P. Kehr, Papsturkunden in Padova, Ferrara und Bologna. (Nachr. phU.-hist. Kl. 1897. S. 349).

H. Wagner legt vor: Henry Harrisse (Paris), L'atterage de Cabot au continent am^ricain. (Nachr. phil.-hist. Kl. 1897. S. 326j.

G. Kai bei, Zu den Prolegomena de comoedia. (Abhandl. phü.- hist. Kl. N. F. n. 4.)

Oeffentliche Sitzung vom 13. November 1897.

F. Merkel liest über die Kräfte, welche bei der Formbildung

der Thiere thätig sind. (Geschäftl. Mittheü. 1897. H. S. 83.)

Sitzung vom 27. November 1897.

G. Kaibel, Bruchstücke einer Komödie des Menander. (Erscheint

in den Nachr. phil.-hist. Kl.) F. Klein, Ueber den litterarischen Nachlaß von Gauß.

10 Yerseichnis der wisienschaftlichen Mittheilnngen.

0. W a 1 1 a c h, Bericht über Untersuchungen aus dem ümversitäts- Laboratorium. (Nachr. math.-phys. Kl. 1897. S. 304.)

D. Hubert legt vor: A. Hurwitz (Zürich), TJeber die Ent- wicklungscoefficienten der lemniscatischen Functionen. (Nachr. math.-phy8. Kl. 1897. S. 273.)

Derselbe legt vor: Gr. Lands b er g (Heidelberg), Ueber Modul- systeme zweiter Stufe und Zahlenringe. (Nachr. math.-phys. Kl. 1897. S. 277.)

W. Schur überreicht einen Nekrolog auf E. Schering.

Sitzung vom 11. December 1897.

H. Wagner sprach über die heutigen Einrichtungen zur Erd- bebenbeobachtung in den verschiedenen Ländern der Erde.

Gr. Kai bei, Ueber die neu aufgefundenen Gredichte des Bacchy- lides.

Der Vorsitzende Sekretär legt vor: F. Bechtel (Halle), Die ein- stämmigen männlichen Personennamen des Grriechischen , die aus Spitznamen stammen. (Abhandl. phil.-hist. Kl. N. F. 11. 5.)

Sitzung vom 8. Januar 1898. W. Meyer, Die Spaltungen des Patriarchates Aquileja. (Abhandl.

phü..hist. Kl. N. F. IL 6.) F. K 1 e i n, Mittheilungen über die Herausgabe des (xauß-Nachlasses. A. V. Koenen, Nachtrag zu der Abhandlung über Fossilien der

der unteren Kreide am Mungo. (Abhandl. math. -phys. Kl.

N. F. I. 1.)

D. Hilbert legt vor: E. Study, Beweis eines von Herrn Dede-

kind gegebenen Satzes. (Nachr. math.-phys. Kl. 1898.)

Sitzung vom 22. Januar 1898. P. Kehr, Papsturkunden in der Romagna und den Marken. (Nachr. phü.-hist. Kl. 1898.)

E. Kielhorn legt vor: H. Lud er s (Oxford), Zwei indische Ety-

mologien. (Nachr. phil.-hist. Kl. 1898.)

Sitzung vom 5. Februar 1898.

A. Feter, Der anatomische Bau des Stengels in der Gattung Scorzonera. (Nachr. math. -phys. Kl. 1898.)

Derselbe, Ueber einige Arten von Hieracium aus dem Kau- kasus. (Nachr. math.-phys. Kl. 1898.)

Sitzung vom 19. Februar 1898. E. Biecke, Zur Theorie des Gralvanismus und der Wärme. (Nachr. math.-phys. Kl. 1898.)

VeneichDis der wissenBcliaftliclien Mittheilusgen. H

M. Lehmann, üeber den ürspnmg der Städteordnimg von 1808. P. Kehr, Papstnrkunden in Benevent und der Capitanata. (Nachr.

phü.-hist. Kl. 1898.) J. Wellhansen legt vor: Rahlfs, lieber eine von Tischendorf

ans dem Orient mitgebrachte in Oxford, Cambridge, London

und Petersburg liegende Handschrift der Septuaginta. (Nachr.

phU.-hist. Kl. 1898.) Derselbe theilt mit: Zur Vorgeschichte von Weihnachten.

Sitzung vom 5. März 1898.

H. Wagner legt vor: D. Schulten, Die römische Flureinthei- lung und deren heute erhaltene Spuren. (Erscheint in den Abhandl. der phil.-hist. Kl.)

F. Frensdorff, Die Berichte Gr. A. v. Münchhausens über die Kaiserwahl 1741/42. (Erscheint in den Nachr. phil.-hist. Kl. 1898.)

F. Klein legt vor: A. Schönflies, lieber eine neue geome- trische Methode im Gebiet der Differentialgeometrie. (Nachr. math.-phys. Kl, 1898.)

Sitzung vom 19. März 1898.

F. Klein legt vor: Kolosse f, lieber einen Fall der Bewegung eines allgemeinen Kreisels, dessen Unterstützungspunkt sich in der horizontalen Ebene frei bewegt. (Nachr. math.-phys. phys. Kl. 1898.)

Derselbe legt vor: Sommerfeld, Bemerkungen zu der vor- stehenden Note. (Nachr. math.-phys. Kl. 1898.)

E. R i e c k e legt vor : E. Wiechert, Hypothesen für eine Theorie der elektrischen und magnetischen Erscheinungen. (Nachr. math.-phys. Kl. 1898.)

Derselbe legt vor: E. Wiechert, Experimentelle Untersu- suchungen über die magnetische Ablenkbarkeit und die G-e- schwindigkeit der Kathodenstrahlen. (Nachr. math.-phys. Kl. 1898.)

12

Von den mit der K. Gr. d. W. verbundenen Stiftungen wurden bei der Lagardeschen Stiftung eine von Frau A. de Lagarde besorgte Ausgabe der gesammelten Gedichte P. de Lagardes gedruckt.

Die Stiftung „der Freunde P. de Lagardes'^ erfreute sich mehrfacher Zuwendungen, Herr Hofmann in Kiel übersandte im Auftrage des Herrn Grimme in Baltimore eine Summe und ein namhafter Beitrag ging von Frau A. de Lagarde und durch ihre Vermittlung ein.

lieber die Wedekindstiftung für deutsche Geschichte ist fol- gender Bericht eingeliefert:

Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahre hat die Wedekindstif- tung nur wie im vorigen Jahre zu berichten, daß der Verwal- tungsrath aus den Mitteln des verfügbaren Fonds entsprechend dem § 26 der Ordnungen der Stiftung Herrn Kehr für die Sajnm- lung der Papsturkunden die Summe von 2400 Mark unter Geneh- migung des Herrn Universitätscurators zur Verfügung gestellt hat.

F. Frensdorff,

d. Z. Director der Wedekindstiftttog.

13

Ueber den Stand der Herausgabe von Gauß' Werken,

Von

F. Klein.

Zu den Verpflichtungen, welche unsere G-esellschaft seit langer Zeit übernommen hat, gehört die Herausgabe von Gauß' ge- sammelten Werken, insbesondere die Bearbeitung seines Nachlasses. Das Unternehmen ging anfangs ziemlich rasch von statten und es ist bereits über 20 Jahre her, daß Ernst Schering, der mit der Herausgabe betraut war, die sechs ersten Bände der Oeffent- lichkeit übergeben konnte; dieselben sind längst überall hin ver- breitet, wo irgend es mathematische Interessen gibt, und haben immer nach Inhalt und Form als mustergültig gegolten. Dann aber haben widrige Umstände die Vollendung des Unternehmens gehemmt, so daß wir heute, wo Schering nicht mehr unter uns weilt, nach außen hin nicht weiter vorwärts gekommen sind, als damals. Es ist dies um so mehr zu bedauern, als mit dem Hin- scheiden von Schering der Faden der persönlichen Tradition ab- gerissen ist, der uns mit Grauß verband, auch nie wieder ein Mathe- matiker dazu kommen wird, sich mit solcher Ausschließlichkeit und Vielseitigkeit in den G-auß'schen Nachlaß einzuarbeiten, wie Schering dies gethan hatte. Die hierdurch gegebene Unterbre- chung der Continuität wird nur dadurch gemildert, daß Frau Schering nicht gezögert hat, uns die zahlreichen Aufzeichnungen und Vorarbeiten ihres Mannes zu unbeschränkter Einsichtnahme zur Verfügung zu stellen; ich meine im Namen der Gesellschaft zu handeln, wenn ich ihr hierfür bei der heutigen Gelegenheit den besten Dank öffentlich ausspreche. Im Uebrigen ist klar, daß wir jetzt , nach so langer Zeit , die Erledigung der Aufgabe in ^eue Wege leiten mußten, nämlich so, daß wir nicht einen ein- ;Qelnen Gelehrten mit der Durchführung derselben betrauten, son*

li F. Klein,

dem für die verschiedenen Gebiete, auf denen Ganß gearbeitet, ver- schiedene, von Haus aus besonders vorbereitete Kräfte zu gewinnen suchten. Ich darf vorweg bemerken, daß dieses in erfreulicher Weise gelungen ist, daß die Arbeit von allen Seiten begonnen hat und, getragen von der Hingabe und der Sachkenntniß der ein- zelnen Herren, gedeihlich fortschreitet, so daß wir hoffen dürfen, soweit dies unter den jetzt veränderten Verhältnissen überhaupt noch möglich ist, in absehbarer Zeit zu einem befriedigenden Ab- schluß zu kommen.

Hier die Kamen unserer Mitarbeiter mit einigen Bemerkungen über die von ihnen übernonmienen Gebiete.

Ich habe zunächst unseren neu berufenen theoretischen Astro- nomen, Prof. Brendel zu nennen. Auf ihn fällt selbstverständ- lich die Herausgabe der noch restierenden astronomischen Stücke, also der seit langer Zeit geplante endgültige Abdruck von Gauß' Theoria motus, sowie aus dem Nachlaß die Bearbeitung der weit- ausgedehnten und nur erst mangelhaft bekannten Untersuchungen zur Störungsrechnung. Leider ist nicht sehr wahrscheinlich, daß das vorhandene Material gestatten wird, die dringenden Fragen, welche in dieser Hinsicht seit dem Bekanntwerden des Brief- wechseis von Gauß und Bessel erhoben worden sind, endgültig zu beantworten. Immerhin aber hoffen wir dies zu erreichen, daß wir klar sehen, wie Gauß die Störungen der kleinen Planeten, zumal der durch die Neigung und die Excentricität ihrer Bahn besonders interessanten Pallas, numerisch gerechnet hat. Daneben übernimmt Prof. Brendel die centralen Redactionsgeschäfte, also die Verwal- tung des Nachlasses, den regelmäßigen Verkehr mit den Mitar- beitern, weiterhin die Gesammtaufsicht über den Druck etc. Ich darf mit besonderem Danke anfügen, daß uns für diese Arbeiten seitens der üniversitätsverwaltung ein besonderes Zimmer im Erdgeschosse des Curatorialgebäudes zur Verfügung gestellt wor- den ist.

Hierüber hinaus haben wir nun noch fünf weitere Mitarbeiter gewonnen, die ich hier in der Reihenfolge aufführen will, welche der bei den bisher erschienenen Bänden festgehaltenen Aufeinander- folge der Disciplinen entspricht.

Prof. Fricke in Braunschweig hat Zahlentheorie und Analysis übernommen. Diesen Gebieten sind von den bis jetzt edierten Bänden nicht weniger als drei zugewiesen; es kann sich dementsprechend bei ihnen nur mehr um wenig umfangreiche Er- gänzungen handeln.. Um Einzelnes zu nennen, so finden sich im Nachlasse ziemlich weitgehende Untersuchungen über cubische

über den Stand der Herausgabe von Gauß' Werken. 16

Beste, insbesondere aber noch interessante Einzelheiten zu Granß' Theorie der elliptischen Functionen. Ich habe im vorigen Jahre gelegentlich als eine überraschende Thatsache erwähnt, daß Rie- mann nach einem ans damals zugekommenen Collegienhefte bereits 1857 die volle Ereisbogenfigur der elliptischen Modulfunctionen gekannt hat (Nachrichten der math. -phys. Classe 1897, pag. 190), Jetzt erfahren wir aus dem Kachlasse, daß G-auß schon Decennien vorher bis zu demselben Resultate vorgedrungen war. Einen An- satz hierzu konnte man bereits in einer Figur erkennen, welche auf pag. 477 von Band in. abgedruckt ist und die, richtig auf- gefaßt, ein erstes Dreieckspaar der Modulteilung vorstellt. Diese Figur aber bezeichnet nur den Anfang der betreffenden Unter- suchungen; Gauß hat in der That auch die Anordnung der wei- teren Dreieckspaare gekannt.

Es folgen die Untersuchungen über Geometrie, für welche Prof. Stäckel in Kiel gewonnen ist. Hier wendet sich das In- teresse der heutigen Mathematiker in erster Linie den tiefeindrin- genden Speculationen von Grauß über die Fundamente der Geo- metrie zu, über welche lange Jahre hindurch der Schleier des Ge- heimnisses gebreitet war. Eine erste wichtige Aufklärung hier- über hat bereits die Publication der einschlägigen Stellen aus der Correspondenz von Gauß und W. Bolyai gebracht, welche Prof. Stäckel im vorigen Jahre in den Nachrichten unserer math. -phys. Classe (pag. 1 ff.) gegeben hat ^). Bei der vorläufigen Durchsicht des Nachlasses hat sich hierzu vielleicht nichts besonders Ueber- raschendes mehr ergeben, aber doch eine Reihe werthvoUer An- haltspuncte, durch welche man die Entwicklung von Gauß' Ideen sehr viel genauer festlegen kann, als bisher möglich war. Auch über die Entstehung der in den Disquisitiones circa superficies curvas auftretenden fundamentalen Conceptionen gibt der Nach- laß wertvolle Aufschlüsse. Durchaus neu aber sind einige Einzel- heiten, die sich auf die Geometrie der Kugel beziehen. Gauß hat bereits genau so, wie später Riemann, eine complexe Variable jg ^= x + iy auf der Kugel gedeutet und hat gewußt, daß sich die Drehungen der Kugel um ihren Mittelpunct durch lineare Substitutionen dieses js von bestimmter einfacher Bauart dar- stellen I Und, was noch überraschender scheinen kann, er hat die „Mutationen des Raumes" (wie er sagt), d. h. die Drehungen des Raumes um den Coordinatenanfangspunct , verbunden mit einer

1) Vergl. aach den ausführlicheren Artikel von Stäckel and Engel in Bd. 49 4er mathematischen Annalen (p. 149—206 daselbst).

16 F. Klein,

beliebigen von letzterem auslaufenden Aehnlichkeitstransformation, bereits 1819 durch dieselben vier Parameter dargestellt, welche die spätere Quaternionentheorie benutzt; er bezeichnet den Inbe- griff dieser vier Parameter als Mutationsscala und gibt die explidten Formeln für die Zusammensetzung zweier Scalen (also die Multiplication zweier Quatemionen) , wobei er die symbo- lische Schreibweise (ab c d) .{a ß y S) = {AB C D) benutzt und ausdrücklich bemerkt, daß es sich dabei um einen nicht comma- tativen Proceß handelt!

Mit den theoretischen Untersuchungen über Greometrie ist bei G-auß die praktische Handhabung, die ausführende Greodäsie, untrennbar verbunden gewesen. Es gibt kein anderes Unternehmen, dem Gauß so viele Jahre consequenter Arbeit gewidmet hätte, als die Landesvermessung des Königreichs Hannover. Nicht die Zahlenresultate dieser Messungen (bei denen Gauß viel- fach mit ungenügenden Mitteln arbeitete), wohl aber die allge- meinen Methoden und Gesichtspuncte, die er bei Gelegenheit der- selben entwickelte, sind für den Fortschritt der Geodäsie grund- legend geworden. Indem uns die Herren Proff. Börsch und Krüger vom geodätischen Centralinstitut in Potsdam für die hiermit zusammenhängenden Teile des Gauß'schen Nachlasses ihre Mitwirkung zusicherten, dürfen wir erwarten noch manches Inte- ressante zu erfahren. Um eine Einzelheit anzuführen : es war bekannt, daß die Mecklenburger Landesvermessung die ihr eigen- thümliche conforme Kegelprojection entsprechend der Ausdehnung des Landes von Ost nach West auf Anrathen von Gauß eingeführt hatte. Jetzt finden sich im Nachlasse von Gauß die vollständigen hierbei in Betracht kommenden Formeln. Ebenso bemerkt man bestimmte Hinweisungen auf die conforme Doppelprojection, welche seit 25 Jahren in der K. preußischen Landesaufnahme benutzt wird.

Es handelt sich endlich um Gauß' Untersuchungen über ma- thematische Physik. Die Sorge hierfür hat Prof. Wiechert dahier übernommen, der, wie Sie wissen, zum Director von Gauß' erdmagnetischem Observatorium ernannt wurde. Gauß' Arbeiten auf dem Gebiete des Erdmagnetismus sind bereits 1887 von Sche- ring zum Gegenstande einer besonderen Festschrift gemacht worden; der Inhalt derselben wird jetzt in der einen oder anderen Form in die gesammelten Werke einzuarbeiten sein. Die bezüglichen Arbeiten gipfeln, wie bekannt, in der durch Humboldt's Unter- stützung ermöglichten Gründung eines die ganze Erde umspan* nenden magnetischen Vereines. Wir mögen diese That

aber den Stand der Herausgabe von Gau£' Werken/ 17

gewissermaßen als vorbildlich betrachten für die Bestrebungen, "welche unsere Gesellschaft neuerdings innerhalb des Akademieen- cartells verfolgt. Hier und überall gehört Gauß' Thätigkeit, trotz- dem sie ein halbes Jahrhundert zurückliegt, nicht einer vergan- genen Periode der Wissenschaft an, sondern steht in unmittelbarer Beziehung zu den Aufgaben der Gegenwart.

Nun noch ein paar Worte über die äußere Form, in der wir den Abschluß der Gauß -Ausgabe zu bewerkstelligen hoffen. Es wird sich voraussichtlich noch um 3 Bände und einen Supplement- band handeln. Indem ich mit der Nummerierung der Bände an die sechs bereits publicierten anknüpfe, ergibt sich folgendes Schema :

Bd. 7 wird ausschließlich Astronomie enthalten und, kurz gesagt, alle diejenigen Astronomica bringen, welche in Bd. 6 noch keinen Platz gefunden haben.

Bd. 8 wird die wissenschaftlichen Nachträge zu den früheren Bänden enthalten, insbesondere der Reihe nach solche, die sich auf Zahlentheorie, Analysis, Geometrie und Geodäsie, end- lich mathematische Physik beziehen.

Bd. 9 soll für das biographische Material bestimmt sein. Hier werden auch Mitteilungen allgemeiner Art aus Gauß' weit ausgedehnter wissenschaftlicher Correspondenz ihre Stelle finden können. Zugleich wird eine genaue Schüderung des geord- neten Nachlasses zu geben sein, der nach vollendeter Bearbeitung, wie hier ausdrücklich mitgeteilt sei, zu allgemeiner Benutzung auf der Universitätsbibliothek deponiert werden soll.

Der Supplementband endlich wird ausführliche Register enthalten. Kommt keine unvorhergesehene Störung dazwischen, so dürften wir in 3 Jahren etwa mit der ganzen Arbeit zu Ende zu sein. Mittlererweile hoffen wir den Betrieb der bisher erschie- nenen 6 Bände dadurch neu zu beleben, daß wir denselben einer leistungsfähigen Buchhandlung übertragen ^).

Ich kann diesen Bericht nicht schließen, ohne an alle Die- jenigen, welche es angeht, eine Bitte zu richten. Es ist keines- wegs so, daß in unserer Sammlung des Gauß'schen Nachlasses, so reichhaltig und überaus wertvoll dieselbe bereits ist, das ge- sammte, auf Gauß zurückgehende oder mit ihm zusanunenhän-

1) Die Verbandlungen haben inzwischen zu einem AbschluB mit der Teub- ner'schen Bachhandlang geführt. Danach werden die sechs ersten Bände unserer Gesammtaasgabe nicht mehr wie bisher von der Göttinger Universitätskasse son- dern nur noch von der Teubner^schen Buchhandlung bezogen werden können. HMbrlohteii; gwoUfU. Hittheümisoa 1896. 2

18 F. Klein, &ber den Stand der Herausgabe von QauE* Werken.

gende unter wissenschaftlichen Q-esichtspuncten interessante Ma- terial bereits vereinigt wäre. Es ist uns durch die Bemühungen von Prof. Stäckel gelungen, letzthin einige wichtige Stücke neu zu erwerben oder zur Einsicht zu erhalten, so z. B. die Original- briefe von Gauß an Schumacher (die in der bekannten Ausgabe nicht ganz vollständig abgedruckt sind), dann die Briefe von Grer- ling an Gauß (welche sich im Besitz der Gerling*schen Familie be- finden, während die Briefe von Gauß an Gerling seit lange un- serer Sammlung angehören). Mit besonderem Danke haben wir zu erwähnen, daß uns Herr Stäckel einen wichtigen Brief von Gauß an Taurinus, Excellenz Struve in Carlsruhe mehrere Briefe von Gauß an seinen Vater geschenkt hat. Es gibt aber ohne Zweifel noch eine Menge wertvollen, uns bisher nicht zugänglichen Materials. Wir bitten alle Diejenigen, die im Besitz irgendwelcher auf Gauß zurückgehender oder für seine Thätigkeit wichtiger Manuscripte sein mögen, Private oder Gesellschaften, uns hiervon benach- richtigen und uns die Kenntnißnahme der Belege er- möglichen zu wollen^).

1) Ich möchte diese Gelegenheit benutzen und die gleiche Bitte um Vervoll- ständigung betreffs des auf der hiesigen Universitätsbibliothek deponierten Nach- lasses von Riemann aussprechen. Wir haben im Jahre 1897 verschiedenes wichtige auf Riemann bezügliche Material neu erworben , wie auf pag. 189/190 der Nachrichten unserer math.-phys. Glasse vom vorigen Jahre genauer verzeich- net ist. Hierzu treten jetzt eine Reihe Stücke aus Schering's Hinterlassenschaft, insbesondere die Nachschrift, welche Schering 1855 56 von den damals gehal- tenen ersten Vorlesungen Riemann's über Abelsche Functionen und über die P- Function angefertigt hat; diese Nachschrift ist, wie Schering öfter erzählte, von Riemann selbst bei der endgültigen Redaction seiner bez. Abhandlungen zu Grunde gelegt worden. Es wäre sehr erwünscht und sollte zu erreichen sein, daß wir Nachschriften oder Ausarbeitungen von sämmtlichen von Riemann gehaltenen Vorlesungen auf unserer Bibliothek vereinigten. Wir richten also an Diejenigen, welche solche Nachschriften besitzen, die besondere Bitte, uns hiervon freund- lichst in KenntniB zu setzen. F. Kl.

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Bericht über die Arbeit an der Herausgabe eines ägyptischen Wörterbuchs im Geschäfts- jahre 1897/98.

Seine Majestät der Kaiser haben durch Allerhöchsten Erlaß vom 10. Mai 1897 allergnädigst geruht, die Mittel zar Herausgabe eines ^Wörterbuchs der ägyptischen Sprache' zu bewilligen. Mit der Ausführung wurde eine Commission von vier Mitgliedern be- traut, in welcher die vier deutschen Akademien die Königliche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, die Königliche Gesell- schaft der Wissenschaften zu Göttingen, die Königliche Gesell- schaft der Wissenschaften zu Leipzig, die Königliche Akademie der Wissenschaften zu München jede durch ein von ihr ge- wähltes Mitglied vertreten sind, durch die Herren Adolf Er- man, Georg Steindorff, Georg Ebers und den Unter- zeichneten.

Das Werk soll den gesammten ägyptischen Wortschatz um- fassen, soweit er in hieroglyphischer und in hieratischer Schrift erhalten ist. Das Demotische und das Koptische sollen nur in so weit herangezogen werden als dies zur Erläuterung des hierogly- phisch oder hieratisch überlieferten Sprachguts erforderlich wird.

Bei dem gegenwärtigen Stande der ägyptologischen Forschung darf die eigentliche EntzifPerungsarbeit, d. h. die Ermittelung der Lautwerthe der Schriftzeichen und der Sinnwerthe der Deute- bilder im wesentlichen für abgeschlossen gelten. Für die Kennt- nis der Wortbildungs- und der Formenlehre sowie für die des Satzbaues ist wenigstens in den Hauptsachen und soweit die Eigenart der Schrift das zuläßt eine feste Grundlage allmählich gewonnen, auf der Einzeluntersuchungen weiter bauen können. Femer ist auch die Bedeutung einer Menge Vocabeln dieser an Wörtern überaus reichen Sprache völlig festgestellt. Wer jedoch über das Vorkommen eines Worts auf den Denkmälern der ver- schiedenen Zeiträume einen Ueberblick zu erhalten wünscht und

2*

20 Richard Pietschmann,

über einen bestimmten Sprachgebrauch sich unterrichten will, wird von den vorhandenen Hülfsmitteln in der Mehrzahl der Fälle ganz im Stich gelassen und bleibt darauf angewiesen auf die un- sichere Hoffnung des Findens hin alle Veröffentlichungen, deren er habhaft, alle Denkmäler, deren er ansichtig werden kann, jedes- mal von neuem zu durchmustern.

Zunächst handelt es sich also darum, vermöge umfassender Vorarbeiten erst einmal gleichsam das Rohmaterial zu beschaffen, den Inschriften und Papyrustexten all das Sprachgut abzuge- winnen, das aus ihnen dem Wörterbuche beigesteuert werden kann. Nach dieser Richtung hin läßt sich gegenwärtig innerhalb ziem- lich weit gezogener Grenzen etwas Vollständiges mit ganz un- gleich geringerm Aufwände von Kosten, Zeit und Arbeit zusammen- bringen, als dies vordem denkbar gewesen wäre, vermittelst des besondern Verfahrens, das beim 'Thesaurus linguae latinae* zur Anwendung und Ausbildung gelangt ist. Nach diesem selben Verfahren wird auch für das 'Wörterbuch der ägyptischen Sprache' die Hauptvorarbeit hergestellt, im ganzen nur mit der Aenderung, daß die autographierten Zettel, auf welchen die Textabschnitte stehen, deren lexikalische Ausbeute damit dem Wörterbuche er- schlossen wird, neben dem Wortlaut der Texte durchweg eine Uebersetzung aufweisen, die ein rascheres Zurechtfinden beim Ordnen und bei der schließlichen Verwerthung für das Wörter- buch ermöglichen soU.

Aehnlich wie beim Thesaurus ist auch für die Vorarbeiten zum Wörterbuche Grundsatz, noch bevor die Aufnahme der Texte auf Zetteln erfolgt, eine kritische Prüfung oder Wiederherstellung der Ueberlieferung eintreten zu lassen. In einer großen Menge von Fällen wird man freilich mit dem gerade vorliegenden Wort- laute und mit vorhandenen Veröffentlichungen sich abfinden müssen. In den meisten andern ist die Commission auf das Entgegen- kommen und die freundliche Unterstützung von Behörden und Privatleuten angewiesen. Es wird einer Förderung von dieser Seite ferner auch bedürfen, weil es nothwendig wird, auch alle unveröffentlichten und bisher nicht benutzten Sprachdenkmäler heranzuziehen, soweit sie zugänglich sind. Zugunsten des Wörter- buch-Unternehmens hat deshalb bereits der Internationale Orien- talisten-Congreß , der im September vergangenen Jahres zu Paris tagte, eine Resolution angenommen, in welcher der Wunsch aus- gesprochen wird, *daß der Service des Antiquitös d*Egypte, die Museumsverwaltungen und die gelehrten Gesellschaften die Aus- führung erleichtern und den mit der Arbeit beauftragten Ge-

BericLt Qber die Arbeit an der Herausgabe eines ägyptischen Wörterbuchs. 21

lelirten die erforderlichen Hülfsmittel zur Verfügung stellen mögen'. Auch ist seitens der Commission ein Aufruf ähnlichen Wortlauts im Dezember vergangenen Jahres verfaßt und an Fach- zeitschriften, Behörden und Privatpersonen versandt worden. Die- sem Theile ihrer Aufgabe, dem wiederherstellenden, gegenüber ist, wie sich herausstellt, die Commission in einer unerwartet gün- stigen Lage. Die Königlichen Museen zu Berlin sind nicht nur im Besitze der vielen Zeichnungen und Inschriftenabklatsche, welche die preußische unter König Friedrich Wilhelm IV. ent- sandte Expedition aus Aegypten und den Ländern am obern Nu mitgebracht hat, sodaß eine ausgiebige Controle des großen Denk- mälerwerks von Lepsius und verschiedener andern Veröffent- lichungen ermöglicht wird; im Besitze derselben Museen befindet sich auch AUes was Richard Lepsius z. TL unter besonders günstigen Umständen an Abklatschen von Inschriften aus europä- ischen Museen zusammengebracht hat, und diese Sammlung erweist sich von einer so überraschenden Vollzähligkeit, daß mit ihrer Hülfe nicht wenige wichtige Einzelheiten in Berlin werden ebenso- gut erledigt werden können wie in London, Paris, Turin.

Es ist zu hoffen, daß innerhalb des Zeitraums von eilf Jahren, auf den die bewilligten Mittel vertheilt sind, gelingen wird, ent- sprechend dem von der Commission aufgestellten Arbeitsplane das Werk soweit zu fördern, daß nach Ablauf dieser Frist mit dem Drucke des Wörterbuchs begonnen werden kann.

Die für die einheitliche Gestaltung der Vorarbeiten erforder- lichen Einzelbestimmungen sind durchberathen, z. Th. in wieder- holten Versuchen erprobt und in Instructionen festgesetzt worden, von denen mehrere im Druck vorliegen.

Für die Vorarbeiten hat die Commission eine Reihe Gelehrter gewonnen. Die Herren F. W. v. Bissing, KarlDyroff, H. 0. Lange, GrafSchack, Heinrich Schaefer, KurtSethe, A. Sjöberg, Wilhelm Spiegelberg, ebenso die einzelnen Commissionsmitglieder , haben die Bearbeitung bestimmter Texte fest übernommen. Wegen der Betheiligung anderer Mitarbeiter sind Verhandlungen angeknüpft. Auf Anregung von Georg Ebers hat Dr. Heintze in Kairo sich erboten, Abklatsche und Photographien von sämmtlichen Pyramiden -Inschriften auf seine Kosten herstellen zu lassen.

Aber auch mit der Bearbeitung von Inschriften wurde bereits ein Anfang gemacht. Es wurden bis zum 1. April 1898 im ganzen 15635 Wörterbuchzettel der erwähnten Art autographiert zum Einordnen fertig gestellt. Enthalten sind darin mehrere Texte

22 Richard Pietschmann, Beriebt über die Arbeit an der Heraasgabe etc.

von besonderer Wichtigkeit : die Una-Inschrift, die poetische SJtele Thatmosis III., die naophore Statue des Yatican und die Nastenen- Stele, Papyrus Abbott 1 4 und zwei der Kahun-Papyri, das Buch von der Himmelskuh und ansehnliche Abschnitte aus dem Papyrus vom ^Lebensmüden' und dem Papyrus Ebers.

Blehard Pietsehmaim.

23

Bericht über die Arbeiten für die Ausgabe der älteren Papstnrknnden.

Die Vorarbeiten für die Ausgabe der älteren Papsturknnden haben in dem verflossenen Jahre erfreuliche Fortschritte gemacht.

Zunächst hat das Unternehmen eine festere Organisation er- halten, indem die Gesellschaft eine Kommission bestellte, zu deren Mitgliedern sie außer den beiden Sekretären die Herren Frens- dorff, Lehmann und Kehr wählte. Zugleich beschloß sie die bereits gesammelten und noch zu sammelnden Materialien der Ob- hut des diplomatischen Apparats anzuvertrauen und den verbün- deten Akademien von dem Unternehmen Mittheilung zu machen.

Die Leitung der Arbeiten lag nach wie vor in den Händen des Prof. Kehr, dem auch in diesem Jahre als ordentlicher Mit- arbeiter Herr Dr. Melle Klinkenborg zur Seite stand. Da- neben hat Herr Dr. Luigi Schiaparelli, der sich bereits im vorigen Jahr an den Arbeiten betheiligt hatte, fast das ganze Jahr hindurch seine Kräfte dem Unternehmen gewidmet. Seiner unverdrossenen Arbeitslust und seiner genauen Kenntniß der hei- mathlichen Verhältnisse verdanken wir zum guten Theil das schnelle Fortschreiten der archivalischen Forschungen.

Sie in größerm Maße als ursprünglich geplant war durchzu- führen, ermöglichten uns die reichlicheren Mittel, die uns hierfür in diesem Jahr zur Verfügung standen. Wir sind zunächst zu gehorsamem Danke verpflichtet dem Herrn Minister, der unserm Mitarbeiter Dr. Klinkenborg ein Stipendium von 1200 Mark verlieh. Wir sind weiter zu Dank verpflichtet dem Verwaltungs- rath der Wedekindstiftung , der für die Reisen des abgelaufenen Jahres auch dieses Mal 2400 Mark bewilligte. Die Gesellschaft selbst hat der Kommission 1200 Mark zugewiesen. Diese Mittel machten es möglich, daß der größere Theil der italienischen Ar- chive hat ausgebeutet werden können.

Ln April und Mai vorigen Jahres hat zunächst Dr. Klin- kenborg auf seiner ersten italienischen Reise die Nachforschungen

24 Bericht der Kommission für die Herausgabe der älteren Papsturkunden.

in Verona, Brescia und Bergamo mit manchem neuen Gewinn zu Ende geführt. Nicht weniger erfolgreich waren die gleichzeitigen Arbeiten Dr. Schiaparellis in Reggio und Parma, die sich bis in den Juli hineinzogen. Der August war der Ruhe gewid- met. Im September haben Prof. Kehr und Dr. Klinkenborg, nachdem sie eine Nachlese in Venedig gehalten hatten, die Ar- chive von Padua, Rovigo und Ferrara aufgesucht und erledigt. Ihnen schloß sich am 1. Oktober Dr. Schiaparelli in Bologna an.

Nach Beendigung der Nachforschungen in Bologna haben un- sere beiden Mitarbeiter ihre 7 monatliche Reise nach dem mitt- lem und untern Italien angetreten. Sie wandten sich zunächst nach der Romagna und erledigten hier theils zusammen theils ge- trennt, von kleineren Archiven abgesehn, Imola, Faenza, Forli, Cesena und Rimini. Dann suchten sie die Archive von Umbrien und der Marken auf. Diese erledigte in der Hauptsache Dr. Schiaparelli, jene Dr. Klinkenborg. Von diesen sind be- sonders zu nennen Pesaro, Fano, Ancona, Fossombrone, Cagli, Fabriano, Camerino, S. Severino, Cingoli, Fermo und Ascoli-Pi- ceno; von jenen Borgo S. Sepolcro, Cittä di Castello, Gubbio, Spoleto und Narni. Dr. Klinkenborg setzte dann die Nach- forschungen in den Abruzzen fort; weniges bot hier Aquila, um so mehr Sulmona und Pescina. Unterdeß hatte Dr. Schiapa- relli die Arbeiten in den Archiven der Adriaseite weiter ge- führt und Penne und Chieti erledigt. Weiter in das Innere ein- zudringen erlaubte der früh eintretende Winter nicht ; was sie hier in den Abruzzen und in Umbrien unvollendet lassen mußten, haben sie dann auf der Rückreise aus dem Süden im April dieses Jahres zum Abschluß gebracht.

Nach Erledigung der kleineren Archive von Isernia, Venafro, Sora u. s. w. begannen sie seit Mitte Dezember in Neapel die Fahrt in den Süden der Halbinsel vorzubereiten. Diese vorberei- tenden Arbeiten in den Archiven und Bibliotheken von Neapel führten schon hier zu manchem bedeutenden Fund. Noch reichere Ausbeute fand Dr. Schiaparelli auf seinem Wege nach und in Apulien. So in Benevent, weiter in Troia, dann in Bari, Trani, Brindisi, Monopoli, Giovenazzo und Barletta. Auch die Samm- lung des Herrn Desimone in Amesano bei Lecce gelang es ihm auszubeuten. Andererseits wurde an andern Orten unsere Hoff- nung die alte Ueberlieferung wieder aufzufinden, völlig getäuscht ; die Verwüstung der alten Bestände ist auch in Apulien erheblich gewesen. Noch fürchterlicher freilich ist sie im Principato, in der Basilicata und in Calabrien, in denjenigen Gebieten, die Dr.

Bericht der EommiiBion für die Herausgabe der älteren Papstorkunden. 26

E linkenborg während des Januar, Februar und März durch- forscht hat. Er hat hier alle wichtigern Orte, iusbesondere alle alten Bischofssitze aufgesucht, zum Theil unter nicht geringen Strapa.zen und Entbehrungen, aber fast überall mußte er fest- stellen, daß von der reichen Tradition dieser Länder nur dürf- tige Koste sich erhalten haben. Auch machte sich hier der Mangel wissenschaftlichen Interesses und historischer Erudition oft sehr fühlbar. Erst in Salerno und La Cava erreicht der aus dem Süden heimkehrende wieder sichern Boden, wo reiche und weit zurück- reichende Archive seine Forschungen lohnen.

Nach Erledigung der Archive von Salerno, Amalfi, Ravello hat sich Dr. Klinkenborg den Städten der Terra di La vor o zugewandt und in Aversa, Capua, Caiazzo, Alife gearbeitet, um dann zu Ende zu führen was in Umbrien, besonders in Spoleto unvollendet geblieben war. Diese Arbeiten, die vorzüglich in Spo- leto noch eine sehr reiche Ausbeute gewährten, haben sich durch den ganzen April hingezogen.

Unterdessen ist Dr. Schiaparelli nach Beendigung Apu- liens im April in die Städte am Monte Gargano und der Innern Abruzzen gegangen. Nach Abschluß dieser Arbeiten wird, abge- sehn von Monte Cassino und Sizilien, für die eine spätere Eeise nothwendig ist, das südliche Italien ausgebeutet sein.

Auch die Nachforschungen im mittleren Italien sind in diesem Jahr erheblich vorwärts geschritten. Nachdem im vorigen Früh- jahr Prof. Kehr mit Hülfe Dr. Schiaparellis Lucca und Pisa erledigt hat, hat er in diesem Frühjahr die wichtige Florentiner TJeberlieferung bearbeitet und fast vollendet. Es erübrigt hier noch das südliche Toscana, Bom und Latium.

Bis auf sehr geringe Ausnahmen haben wir bei diesen Nach- forschungen überall zum wenigsten guten Willen, oft auch das lebhafteste Interesse und die wohlwollendste Unterstützung ge- funden. Wir wiederholen alle Denen, die uns gefördert haben, unsern herzlichsten Dank. Zu besonderer Erkenntlichkeit aber fühlen wir uns verpflichtet Sr. Eminenz dem Cardinalerzbischof Capocelatro von Capua, den Erzbischöfen Mens. Buglione von Conza, Mons. Domenico Marinangeli von Trani, Mons. Diomede Falconio von Acerenza und Matera, Mons. Pasquale Gragliardi von Manfredonia, den Bischöfen Mons. A. Zonghi von Jesi, Mons. Lamberti von Conversano, Mons. Giuseppe Bicciardi von Nardo, Mons. L. Antonelli von Venosa, Mons. A. deLorenzo von Mileto, dem Großprior von S. Nicola in Bari Mons. Piscicelli, dem Vicario generale Dr. Gcnnaro Guid?!,

26 Bericht der Kommission für die Herausgabe der älteren Papstorkonden.

in Foggia, den Herren Prof. C. Cipolla in Turin, Comm. Mala- gola in Bologna, G. Mercati in Mailand, Salv. Minocchi in Florenz, Prof. L. Zdekauer in Maeerata, Prof. A. Maz- zatinti in Forli, Prof. Vernarecci in Fossombrone , Prof. Fr. Carabellese in Bari, dem Comm. Capasso and dem Grafen L. de la Ville, Secretär der Societä Napolitana di storia patria in Neapel, dem Grafen Ettore Capialbi in Catan- zaro, dem Tribunalsrath L. Desimone in Trani, dem Cav. Gr. Sordini Ispettore dell' arte antica in Spoleto, endlich Mons. P. M. Baumgarten in Eom, der uns seine Abschriften aus Sul- mona und dem Barbarini- Archiv in Rom gütigst zur Verfügung stellte.

Die Kommission ffir dlo Herausgabe der ftiteren Papsturkunden.

27

Verzeichnis der Mitglieder der KSniglicIien GeeeJischaft der Wissen-

ecliaften zu Göttingen. Ende März 1898.

Sekretäre. £mst Ehlers, Dr. med. und Dr. phil., Professor, Geheimer Re-

gierangs-Rath. Friedrich Leo, Dr. ph., Professor.

Ordentliche Mitglieder.

Mathematisch - physikalische Klasse. Georg Meissner, Dr. med., Professor, Geh. Medicinalrath, seit

1861. Ernst Ehlers, Dr. med. und Dr. ph. , Professor , Geh. Regie-

mngsrath, seit 1874. D. z. Sekretär. Eduard Riecke, Dr. ph. , Professor, Geh. Regierungsrath, seit

1879. (Zuvor Assessor seit 1872.) Adolf von Koenen, Dr. ph., Professor, Geh. Bergrath, seit 1881. Woldemar Voigt, Dr. ph., Professor, seit 1883. Friedrich Merkel, Dr. med., Professor, seit 1885. Theodor Liebisch, Dr. ph., Professor, seit 1887. Felix Klein, Dr. ph., Professor, Geh. Regierungsrath, seit 1877.

(Zuvor Assessor, seit 1871, Correspondent seit 1872.) Gottfried Berthold, Dr. ph., Professor, seit 1887. Albert Peter, Dr. ph., Professor, seit 1889. Otto Wallach, Dr. ph., Professor, Geh. Regierungsrath, seit

1890. Johannes 0 r t h, Dr. med., Professor, Geh. Medicinalrath, seit 1893. Wilhelm Schur, Dr. ph., Professor, seit 1893. David Hilbert, Dr. ph., Professor, seit 1895.

Philologisch - historische Klasse. Hermann Wagner, Dr. ph., Professor, Geh. Regierxmgsrath, seit 1880.

28 Verzeichnis der Mitglieder.

Ferdinand Frensdorff, Dr. jur. und Dr. ph. , Professor, Geh.

Jastizrath, seit 1881. Franz Kielhorn, Dr. ph., Professor, Geh. Regiernngsrath, seit

1882. Karl Dilthey, Dr. ph., Professor, seit 1892. Wilhelm Meyer, Dr. ph., Professor, seit 1892. Julius Wellhausen, Dr. th. und Dr. ph., Professor, seit 1892. Max Lehmann, Dr. ph., Professor, Geh. Regiernngsrath, seit 1893. Gustav Cohn, Dr. ph., Professor, seit 1893. Nathanael Bonwetsch, Dr. th., Professor, seit 1893. Friedrich Leo, Dr. ph., Professor, seit 1893. Gustav Roethe, Dr. ph., Professor, seit 1893. Paul Kehr, Dr. ph., Professor, seit 1895. Georg Kai bei, Dr. ph., Professor, seit 1897. Richard Pietschmann, Dr. ph., Professor, seit 1897.

Assessor.

Mathematisch -physikalische Klasse. Bernhard To Ileus, Dr. ph., Professor, seit 1884.

Ehren-Mitglied.

Adolf Frhr. von Nordenskiöld, zu Stockholm, seit 1879. (Zuvor Correspondent, seit 1871.)

Auswärtige Mitglieder.

Mathematisch - physikalische Klasse.

Robert Bunsen, Dr., Großher zogl. Bad. Geheimer Rath L Klasse, und Professor, Excellenz, zu Heidelberg, seit 1855.

Richard Dedekind, Dr. , Professor , Geh. Hofrath , zu Braun- schweig, seit 1862. (Zuvor Correspondent, seit 1869.)

William Thomson Lord Kelvin, Professor, zu Glasgow, seit 1864. (Zuvor Correspondent, seit 1859.)

Joseph Dalton Hook er, Direktor der Königlichen Gärten, zu Sunnigdale, seit 1865.

Carl Neumann, Dr., Professor, Geh. Hofrath, zu Leipzig, seit 1868. (Zuvor Correspondent, seit 1864.)

Carl Claus, Dr., Professor, Hofrath, zu Wien, seit 1873. (Zu- vor ordentl. Mitglied, seit 1871.)

Eduard Frank land, Professor der Chemie, zu Reigate, seit 1873.

Max von Pettenkofer, Dr., Geheimer Rat und Ober-Medid- nalrath, Professor zu München, seit 1874.

Alex Williamson, zu London seit 1874.

Verzeichnis der Mitglieder. 29

Charles Hermite, Professor, Mitglied der Akademie der Wissen- schaften zn Paris, seit 1874. (Zuvor Correspondent, seit 1861.) Lazarus Fuchs, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1875. (Zuvor

ordentl. Mitglied, seit 1874.) Friedrich Kohlrausch, Dr., Geh. Regierungsrath, Präsident der phys.-techn. Reichsanstalt, Charlottenburg, seit 1879. (Zuvor Assessor, seit 1867.)

Luigi Cremona, Professor, Senator und Direktor der Ingen.- Schule des Königreichs Italien zu Rom, seit 1880. (Zuvor Correspondent, seit 1869.)

Albert von Kölliker, Dr. ph. und Dr. med., Greheimer Rat, Excellenz, Professor, zu Würzburg, seit 1882. (Zuvor Corres- pondent, seit 1862.)

Sir .Grabriel S t o k e s, Professor, zu Cambridge, seit 1882. (Zuvor Correspondent, seit 1864.)

Arthur Auwers, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, bestand. Sekretär der Akademie der Wissenschaften , zu Berlin , seit 1882. (Zuvor Correspondent, seit 1871.)

Eugenio Beltrami, Professor, zu Rom, seit 1883. (Zuvor Cor- respondent, seit 1876.)

Johannes Reinke, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Kiel, seit 1885. (Zuvor ordentl. Mitglied, seit 1882.)

Wilhelm Foerster, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Berlin, seit 1886. (Zuvor Correspondent, seit 1875.)

Ludwig Boltzmann, Dr., Professor, Geheimer Rath, zu Wien, seit 1887. (Zuvor Correspondent, seit 1882.)

Carl Klein, Dr., Professor, Geh. Bergrath, zu Berlin, seit 1888. (Zuvor ordentl. Mitglied, seit 1887.)

H. Graf zu Solms-Laubach, Dr., Professor, zu Straßburg, seit 1888. (Zuvor ordentl. MitgKed, seit 1879.)

Gustav Wiedemann, Dr., Professor, Geh. Rath, zu Leipzig, seit 1888.

Karl Gegenbauer, Dr., Professor, Geh. Rath, zu Heidelberg, seit 1891.

Adolf von Bayer, Dr., Professor, Geh. Rath, zu München, seit 1892. (Zuvor Correspondent, seit 1879.)

Eduard Suess, Dr., Professor, zu Wien, seit 1892. (Zuvor Cor- respondent, seit 1884.)

Herrn. Amandus Schwarz, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1892. (Zuvor ordentl. Mitglied, seit 1875, Correspondent seit 1869.)

Sophus Lie, Dr., Professor, zu Leipzig, seit 1892. (Zuvor Cor- respondent, seit 1872.)

30 Verzeichnis der Mitglieder.

Henri Poincar^, Professor, zu Paris, seit 1892. (Zuvor Cor- respondent, seit 1884.)

Heinrich Weber, Dr., Professor, zu Straßburg, seit 1895. (Zu- vor ordentl. Mitglied, seit 1892, Correspondent seit 1875.)

Philologisch - historische Erlasse.

Theodor M 0 m m s e n, Dr., Professor, zu Charlottenburg, seit 1867. (Zuvor Correspondent, seit 1857.)

Carl Hegel, Dr. ph. et jur., Professor, Geh. Rath, zu Erlangen, seit 1871. (Zuvor Correspondent, seit 1857.)

Alfred Ritter von Arneth, Dr., Hof rath, Direktor des Staats- archivs, zu Wien, seit 1874. (Zuvor Correspondent, seit 1870.)

Adolf Kirchhoff, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Ber- lin, seit 1881. (Zuvor Correspondent, seit 1865.)

Theodor Nöldecke, Dr., Professor, zu Straßburg, seit 1883. (Zuvor Correspondent, seit 1864.)

Leopold Delisle, Administrateur gönöral .de la bibl. nationale, zu Paris, seit 1886. (Zuvor Correspondent, seit 1866.)

Theodor von S icke 1, Dr., Professor, Hofrath, zu Rom, seit 1886. (Zuvor Correspondent, seit 1868.)

Julius Oppert, Professor, zu Paris, seit 1887. (Zuvor Corre- spondent, seit 1876.)

M. J. de Goeje, Professor, zu Leiden, seit 1888. (Zuvor Corre- spondent, seit 1872.)

Gaston Paris, Membre de TListitut, zu Paris, seit 1889.

Julius Ficker von Feldhaus, Dr., Professor, Hofrath, zu Insbruck, seit 1889. (Zuvor Correspondent, seit 1866.)

Alexander Conze, Dr., Generalsekretär des archäol. Instituts, zu Charlottenburg, seit 1890. (Zuvor Correspondent, seit 1875.)

L. Duchesne, Abb6, zu Paris, seit 1891.

Max Müller, Professor, zu Oxford, seit 1891. (Zuvor Corre- spondent, seit 1861.)

Friedrich Bechtel, Dr., Professor, zu Halle, seit 1895. (Zuvor Assessor, seit 1882.)

Pasquale Villari, Senator e del Regno d^Italia, zu Florenz, seit 1896.

P. Heinrich Denifle, Sotto archivista della S. Sede, zu Rom, seit 1896.

Ferdinand Wüstenfeld, Dr. ph., Professor, Geh. Regierungsrath. seit 1887. (Vorher seit 1856 ordentliches Mitglied.)

Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff , Dr. ph.. Geh. Regie- rungsrath, seit 1897. (Vorher seit 1892 ordentliches Mitglied.)

Verzeichnis der Mitglieder. 31

Correspondenten.

Mathematisch -physikalische E^asse. Heinrich Limpricht, Dr. med. et ph., Professor, Geh. Regie-

rungsrath, zu Greifswald, seit 1860. (Zuvor Assessor, seit

1867.) Wilhelm Gottlieb Hankel, Dr. ph. et med., Professor, Geheimer

Rath, zu Leipzig, seit 1864. Georg Quincke, Dr., Professor, Geh. Rath, zu Heidelberg, seit

1866. Rudolf Lipschitz, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath , zu

Bonn, seit 1867. Robert Mall et, Mitglied der Royal Society zu London, seit 1869. Elwin Bruno Christoffel, Dr., Professor a. D., zu Straßburg,

seit 1869. Wilh. Theod. Bernhard H o 1 1 z , Dr. , Professor , zu Greifswald,

seit 1869. Georg Sa Im on, Professor, Provost des Trinity College zu Dublin,

seit 1869. Carl Friedrich Ramm elsberg, Dr., Professor, Geh. Regierungs- rath, zu Lichterfelde bei Berlin, seit 1870. Paul Gordan, Dr., Professor, zu Erlangen, seit 1870. Eduard Pflüger, Dr., Professor, Geh. Medicinalrath, zu Bonn,

seit 1872. Adolf Mayer, Dr., Professor, zu Leipzig, seit 1872. Karl Anton Bjerknes, Dr., Professor, zu Christiania, seit 1873. Johannes Thomae, Dr., Professor, zu Jena, seit 1873. Henry Enfield R o s c o e, Professor, zu London, seit 1874. Johann Strüver, Dr., Professor, zu Rom, seit 1874. Leo Königsberger, Dr., Professor, Großh. Bad. Geh. Rath, zu

Heidelberg, seit 1874. Ferdinand Frh. von Richthofe n, Dr., Professor, Geh. Regie- rungsrath, zu Berlin, seit 1876. William Huggins, Professor, zu London, seit 1876. Joseph Norman Lockyer, Professor, zu London, seit 1876. Wilhelm Waldeyer, Dr., Professor, Geh. Medicinalrath, best.

Sekretär der K. Akademie der Wissenschaften, zu Berlin,

seit 1877. Theodor Reye, Dr., Professor, zu Straßburg, seit 1877. Franz Carl Joseph Mertens, Dr., Professor, zu Wien, seit 1877. GostaMittag-Leffler, Dr., Professor, zu Stockholm, seit 1878. Georg Cantor, Dr., Professor, zu Halle, seit 1878.

32 Verzeichnis der Mitglieder.

Alexander Agas s i z, Professor, zu Cambridge, U. St. A., seit 1879.

Karl von Voit, Dr., Professor, Geheimer Rath und Obermedici- nalratb, zu München, seit 1879.

Wilhelm Hittorf, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath. zu Mün- ster, seit 1879.

Friedrich Beilstein, Dr., Professor, Staatsrath, zu St. Peters- burg, seit 1880.

Wilhelm His, Dr., Professor, Geh. Medicinalrath , zu Leipzig, seit 1880.

Ulisse Dini, Professor, zu Pisa, seit 1880.

H. Rosenbusch, Dr., Professor," Geh. Bergrath, zu Heidelberg, seit 1882.

R. Fittig, Dr., Professor, zu Straßburg i. E., seit 1882.

Ferdinand Lindemann, Dr., Professor, zu München, seit 1882.

Ludwig Kiepert, Dr., Professor, zu Hannover, seit 1882.

Franz Eilhardt Schulze, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Berlin, seit 1883.

Gaston Darboux, Dr., Professor, zu Paris, seit 1883.

Wilhelm Conrad Röntgen, Dr., Professor, zu Würzburg, seit 1883.

Ludwig Sylow, Dr., zu Frederickshall, seit 1883.

Gustav Ts che rmak, Dr., Professor, Hofrath, zu Wien, seit 1884.

Theodor Wilh. Engelmann, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1884.

Emile Picard, Professor, zu Paris, seit 1884.

Edouard Born et, Professor, zu Paris, seit 1885.

Wilhelm Pfeffer, Dr., Professor, Geh. Hofrath, zu Leipzig, seit 1885.

James Hall, Professor, zu Albany (New- York), seit 1885.

Ludimar Hermann, Dr., Professor, Geh. Medicinalrath, zu Königs- berg, seit 1886.

Gustav Retzius, Dr., Professor, zu Stockholm, seit 1886.

Ferdinand Zirkel, Dr. , Professor , Geh. Bergrath , zu Leipzig, seit 1886.

J. Boussinesq, Membre de l'Institut, zu Paris, seit 1886.

Georg Frobenius, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1886.

William Lord Rayleigh, zu Witham (Essex), seit 1886.

Julius Weingarten, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1886.

Walther Flemming, Dr., Professor, zu Kiel, seit 1887.

Hermann Vogel, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Pots- dam, seit 1887.

Emil War bürg, Dr. ph., Professor, zu Berlin, seit 1887.

Ernst Mach, Dr., Professor, Regierungsrath, zu Wien, seit 1887,

Verzeichnis der Mitglieder. 33

Hermann Vöchting, Dr., Professor, zu Tübingen, seit 1888. Engen Warming, Dr., Professor, zu Kopenhagen, seit 1888. Simon Newcomb, Professor, Superintendent of the American

Nautical Almanac, zu Washington, seit 1888. Alexander Brill, Dr., Professor, zu Tübingen, seit 1888. Karl von Kupffer, Dr., Professor, Kais. russ. Kollegienrath,

zu München, seit 1889. Sir Archibald Greikie, Director-General of the Geological Survey

of the United Kingdom zu London, seit 1889. Otto Bütschli, Dr., Professor, Hofrath, zu Heidelberg, seit 1889.

E. W. Beneke, Dr., Professor, zu Straßburg i. E., seit 1889. J. Willard Gribbs, Professor, zu Newhaven, seit 1889.

F. Fouquö, Membre de Tlnstitut, zu Paris, seit 1891. Friedrich Prym, Dr., Professor, zu Würzburg, seit 1891.

Max Bauer, Dr., Professor, Geh. Regier ungsrath, zu Marburg,

seit 1892. Camillo Golgi, Professor, zu Pavia, seit 1892. Friedrich Leopold Goltz, Dr., Professor, zu Straßburg i. E.,

seit 1892. Victor Hensen, Dr., Professor, Geh. Medicinalrath , zu Kiel,

seit 1892. Alexander von Karpinsky, Excellenz, Präsident des Comitä

geologique, zu St. Petersburg, seit 1892. Dmitri Mendelejeff, Dr. , Professor , zu St.* Petersburg , seit

1892. Simon Schwendener, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu

Berlin, seit 1892. Karl von Zittel, Dr., Professor, zu München, seit 1892. Heinrich Br uns, Dr., Professor, Geh. Rath, zu Leipzig, seit 1892. J. H van't Hoff, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1892. Henry A. Rowland, Professor, zu Baltimore, seit 1892. Max Not her, Dr., Professor, zu Erlangen, seit 1882. Adolf Hurwitz, Dr., Professor, zu Zürich, seit 1892. Robert Helm er t, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Pots- dam, seit 1896. Wilhelm von Bezold, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu

Berlin, seit 1897.

Philologisch - historische Klasse.

Leo Meyer, Dr., Professor, Wirkl. Staatsrath, Excellenz, zu

Dorpat, seit 1865. (Zuvor Assessor, seit 1861.) Theodor Aufrecht, Dr., Professor, zu Bonn, seit 1871.

VMkildhifii ; fOBoUfU. MitlhAUuigen 1896. 3

34 Verzeichnis der Mitglieder.

Ulrich Köhler, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1871.

William Stnbbs, D. D. Et. Eev. Bishop of Oxford, Caddesdon Palace near Oxford, seit 1872.

Ferdinand Justi, Dr., Professor, Geh. Reglerungsrat, zu Mar- burg, seit 1875.

Stephanos Kumanudes, Dr., Professor, zu Athen, seit 1876.

Ludwig Hänselmann, Dr., Professor, Stadtarchivar, zu Braun- schweig, seit 1878.

Adolf Michaelis, Dr., Professor, zu Straßburg, seit 1879.

Georg Hoff mann, Dr., Professor, zu Kiel, seit 1881.

Franz Bücheier, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Bonn, seit 1881.

"Wolfgang Hei big, Dr., Professor, zu Rom, seit 1882.

Joh. G. Bühler, Dr., Professor, zu Wien, seit 1883.

Otto Benndorf, Dr., Professor, Hofrath, zu Wien, seit 1883.

Gurt Wachsmuth, Dr., Professor, Geh. Hofrat, zu Leipzig, seit 1884.

Heinrich Nissen, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, zu Bonn, seit 1884.

Adalbert Bezzenberger, Dr., Professor, zu Königsberg, seit 1884.

J. F. Fleet, Dr., zu London, seit 1886.

Friedrich Hui t seh, Dr., Ober-Schulrath, zu Dresden, seit 1885.

Johannes Vahlen, Dr., Professor, Geh. Regierungsrath, best. Sekretär der Akademie der Wissenschaften, zu Berlin, seit 1885.

Percy Gardner, Professor, zu Oxford, seit 1886.

Friedrich Imhoof-Blumer, Dr., zu Winterthur, seit 1886.

Heinrich Kiepert, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1886.

Adolf Köcher, Dr., Professor, zu Hannover, seit 1886.

Charles Piot, Archivar, zu Brüssel, seit 1886.

Joh. Gottfried Wetzstein, Dr., Konsul a. D., zu Berlin, seit 1886.

Eugen Petersen, Dr., Professor, Sekretär des archäologischen Instituts, zu Rom, seit 1887.

Hermann XJsener, Dr., Professor, Geh, Regierungsrath, zu Bonn, seit 1887.

Sophus Bugge, Dr., Professor, zu Christiania, seit 1887.

Ignazio Guidi, Professor, zu Rom, seit 1887.

Wilhelm Pertsch, Dr., Ober -Bibliothekar, Geh. Hofrath, zu Gotha, seit 1889.

Otto Ribb eck, Dr., Professor, Geh. Hofrath, zu Leipzig, seit 1888.

Adolf Er man, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1888.

Constantin Höhlbaum, Dr., Professor, zu Gießen, seit 1889.

Verzeichnis der Mitglieder. 36

Karl Koppmann, Dr., Stadtarchivar, zu Rostock, seit 1889.

Richard Pischel, Dr., Professor, zu Halle, seit 1889.

Sir Clemens Robert Markham, zu London, seit 1890.

Hermann Oldenberg, Dr., Professor, zu Kiel, seit 1890.

Wilhelm Fröhner, Dr., zu Paris, seit 1891.

Charles Gross, Professor, zu Cambridge, Mass., II. St. A., seit

1891. Konstantinos Kontos, Professor, zu Athen, seit 1892. Moritz Ritter, Dr., Professor, Greh. Regierungsrath , zu Bonn,

seit 1892. Groswin Freiherr von derRopp, Dr., Professor, zu Marburg,

seit 1892. Henry Harisse, zu Paris, seit 1892. Ludwig Traube, Dr., Privatdocent a. d. Universität München,

seit 1894. Wilhelm von Bippen, Dr., Staatsarchivar und Senatssekretär,

zu Bremen, seit 1894. Dietrich Schaefer, Dr., Professor, zu Heidelberg, seit 1894. Edward Schröder, Dr., Professor, zu Marburg, seit 1894. Albert Hauck, Dr., Professor, zu Leipzig, seit 1894. Adolf Jülicher, Dr., Professor, zu Marburg i. H., seit 1894. Wilhelm Wilmanns, Dr., Professor, Geh, Regierungsrath, zu

Bonn a. Rh., seit 1894. Hermann Möller, Dr., Professor, zu Kopenhagen, seit 1894. Heri^iann Jacobi, Dr., Professor, zu Bonn a. Rh., seit 1894. Heinrich Zimmer, Dr., Professor, zu Greifs wald, seit 1894. Augast Mau, Dr., Professor und Bibliothekar des Kgl. archäolo- gischen Instituts, zu Rom, seit 1894. Maxime Collignon, Dr., Professor an der facultä de lettres,

Paris, seit 1894, F. Haitsc h, Dr., Govemement Epigraphist, zu Bangalore, seit

1895. Elias Steinmeyer, Dr., Professor, zu Erlangen, seit 1895. Eduard Meyer, Dr., Professor, zu Halle a/S., seit 1895. Otto Seek, Dr., Professor, zu Greifswald, seit 1895. Oswald Holder-Egger, Dr., Professor, zu Berlin, seit 1896. Max Rieger, Dr. ph., zu Darmstadt, seit 1897. Graf Carlo Cipolla, zu Turin, seit 1898.

8*

ä6

Von der philosophischen Fakultät der Georg-Augusts-Univer- sität in Göttingen ist zur Veröffentlichung folgendes mitgetheilt :

Beneke'sche Freisstiftung.

Am 11. März 1898, dem Geburtstage des Begründers der Preisstiftung, des Consistorialraths Carl Gustav Beneke, wurde verkündet, daß zur Preisbewerbung für das Jahr 1897 keine Preisbewerbungsschrift eingeHefert worden ist.

Zu gleicher Zeit wurde für das Jahr 1901 von der philoso- phischen Fakultät folgende neue Aufgabe gestellt:

„Als allgemein geltende Grundlage für die mathematische Behandlung der Naturerscheinungen ist lange Zeit hindurch das Princip der Stetigkeit oder noch specieller die Darstellung durch unbeschränkt differentiierbare Funktionen angesehen worden. Diese Grundlage wurde von den Erfindern der Differential- und Integralrechnung als etwas Selbstverständliches eingeführt; die Fortschritte der mathematischen Forschung haben aber je länger je mehr ge- zeigt, daß dabei eine sehr große Zahl stillschweigender Vor- aussetzungen zu Grunde lag, zu denen man bei der immer vorhandenen Ungenauigkeit unserer sinnlichen Wahrnehmungen keineswegs gezwungen ist. Auch tritt mit dem genannten Ansätze die Annahme der molecularen Constitution der Ma- terie von vornherein in Widerspruch. Die Fakultät wünscht eine von aktuellem wissenschaftlichen Interesse getragene Schrift, welche die hier in Betracht kommenden Fragen in allgemein verständlicher Weise darlegt und die Zulässigkeit bezw. Zweckmäßigkeit der üblichen Darstellung einer ein- gehenden Prüfung unterwirft. Die Schrift kann mehr nach mathematischer oder philosophischer und psychologischer Seite ausholen; historische Studien sind erwünscht werden aber nicht verlangt". Bewerbungsschriften sind in einer der modernen Sprachen ab- zufassen und bis zum 31. August 1900, auf dem Titelblatt mit einem Motto versehen, an uns einzusenden, zusammen mit einem

Beneke'sche Preisstifttmg. 37

versiegelten Briefe, der auf der Außenseite das Motto der Ab- handlung, innen Namen, Stand und Wohnort des Verfassers an- zeigt. In anderer Weise darf der Name des Verfassers nicht angegeben werden. Auf dem Titelblatte muß ferner die Adresse verzeichnet sein, an welche die Arbeit zurückzusenden ist, falls sie nicht preiswürdig befunden wird. Der erste Preis beträgt 1700 M., der zweite 680 M.

Die Zuerkennung der Preise erfolgt am 11. März 1901 in öffentlicher Sitzung der philosophischen Fakultät zu Göttingen. Die gekrönten Arbeiten bleiben unbeschränktes Eigenthum ihres Verfassers.

Die Preisaufgaben, für welche die Bewerbungsschriften bis zum 31. August 1898 und 31. August 1899 einzusenden sind, finden sich in den Nachrichten von der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften Geschäftl. Mittheilungen 1896 S. 69, 1897 Heft 1 S. 26.

Göttingen, den 11. März 1898.

DIo philosophische Fakultät. Der Dekan

G. Cohn.

Der erste Preis für die am 11. März d. J. gestellte und ver- öffentlichte Aufgabe wird auf 3400 M. erhöht.

Göttingen, den 28. März 1898.

Die philosophische FakultSt. Der Dekan

G. Cohn.

38

Verzeichniß der im Jahre 1897 eingegangenenDruckschriften^).

A. Gesellschaftsschriflen.

Aachen. Zeitschrift des Aachener Greschichtsvereins. Bd. 19. 1897. Aargan. Taschenbuch der historischen Gesellschaft des Kantons

Aargau f. d. J. 1896. Adelaide. Transactions of the R. Society of South Australia.

Vol. 20. P. 2. 1897. Vol. 21. 1897. Agram. Starine na sviet izdaje Jugoslavenska Akademija znanosti

i umjetnosti. Kngiga 28. Zagrebu 1896.

Ljetopis Jugoslavenske Akademije Znanosti i Umjetnosti. Sve- zak 11. 1896. Zagrebu 1897.

Amsterdam. Jaarboek van de Koninkl. Akademie van Weten- schappen v. 1896.

Verhandelingen der Koninkl. Akademie van Wetenschappen. (Afd. Nntuurkunde: 1. Sectie, Deel 5. No. 3—8. 1897. 2. Sectie, Deel 5. No. 4—10. 1896.

Verslagen en mededeelingen der Koninkl. Akademie van Weten- schappen. 3. ß. Deel 12. 1896.

Verslagen der Zittingen van de Wis- en Natuurkundige Afd. der Koninkl. Akad. van Wetenschappen. 1895 96. Deel 5. [1897]).

Oeuvres coraplfetes de Christiaan Huyghens p. p. la Soci4t£ Hollandaise des Sciences. Correspondance T. 7. 1670 1675. La Haye 1897.

Tijdschrift van het Koninkl. Nederlandsch Aardrijkskundig aenootschap. Ser. 2. Deel 13. Afl. No. 6. 1896. Deel 14. 1897.

1) Der Druckort ist nur dann besonders angegeben, wenn er nicht mit dem Sitz der Gesellschaft zasammenfällt. Das Druckjahr ist, wo es dem Jahrgang einer Zeitschrift nicht entspricht, in Klammern hinzugefügt.

Verzeichniß der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften. 39

Amsterdam* Eevne semestrielle des pnblications mathematiques rödig^e sous les auspices de la Soci^t^ Mathömatique d' Amster- dam. T. B. 1897.

Wiskundige opgaven met de oplossingen door de leden van het Wiskundig Genootschap. Deel 7. Stuk 3. 4. 1897.

Antwerpen. Bulletin de la Society Royale de geographie d'Anvers,

T. 21. 1896/97 fasc. 1. 2. Athen, l^^rjvä. Uvyygaiiiia negiodtxbv r^g iv ''A^if^aiQ ^ETCLötruiovt-

x^g 'EtmQBiag, T. 9. t. 1. 2. 1897.

^iXoXoyixhg ZvXXoyog UdQvMöog Eycstr^Qtg, 1. hog, 1896. Aoyodoeia t&v xaxa xo 1896. ixog yBvonivoDv (1897).

Mittheilangen des Kaiserl. deutschen archaeologiseben Instituts. Athenische Abtheilung. Bd. 21. Heft 3. 4. 1897. Bd. 22. Heft 1-3. 1897.

Angsbarg. Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und

Neuburg. Jahrg. 23. 1896. Austin. Transactions of the Texas Academy of Science. Vol. 5.

1896. BHltImore. Johns Hopkins University Circulars. Vol. 15. No.

128—131. 1896—97.

American Journal of Mathematics. Publ. under the auspices of the Johns Hopkins University. Vol. 18. No. 3. 4. 1896. Vol. 19. No. 1—3. 1897.

Johns Hopkins University Studios. 14. Series. No. 8 12. 1896. 15. Series. No. 1-5. 1897.

Basel. Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel. 11. Bd. 3. H. 1897.

Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesell- schaft. (Actes de la Soci^tö Helv^tique des sciences naturelles). 78. Jahresversammlung. Zermatt 1896. 79. Jahresversamm- lung. Zürich 1896.

Batavla. Notulen van de Algemeene en Bestuurs - Vergaderingen van het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Weten- schappen. Deel 34. 1897.

Verhandelingen van het Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wetenschappen. Deel 49. 1897. Deel 50. St. 2. 1897.

Tijdschrift voor indische taal-, land- en volkenkunde uitgeg. door het Batav. Genootschap van Künsten en Wetensch. Deel 39. Afl. 4—6. 1896-97.

Dagh-Register gehouden int Casteel Batavia vant passerende 4aer ter plaetse als over geheel Nederlandts - India. Uitgeg.

40 VerzeichniB der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften.

door het Batav. Genootschap van Künsten en Wetensch. van J. A. van der Chijs. A. 1668—69. (1897). Batavla. Nederlandsch-Indisch Plakaatboek 1602 1811 dor J. A. van der Chijs. Uitgeg. door het Bat. G. v. K. e. W. Deal 15. 1808—1809. (1896).

Observations made at the Magnetical and Meteorological Obser- vatory at Batavia. Vol. 18. 1895 (1896). Vol. 19. 1896 (1897).

Begenwaarnemingen in Nederlandsch Indie dooi* J. P. van der Stok. Jaarg. 17. 1895 (1896).

Natuurkundig Tijdschrift voor Nederlandsch-Indie. Uitgeg. door de Koninkl. Natuurkundige Vereeniging in Nederlandsch-Indie. Deel 56 (= IX, 5). 1897.

Boekwerken, ter tafel gebracht in de Vergaderingen van de directie der Koninklijke Natuurkundige Vereeniging in Neder- landsch-Indie gedurenle het jaar 1896. (1897).

Die Triangulation von Java. 5. Abth. 1897.

Bayreuth. Archiv für Geschichte und Alterthumskunde von Ober- franken. Hrsg. V. d. histor. Verein für Oberfranken zu Bay- reuth. Bd. 20. H. 1. 1896.

Quellen zur alten Geschichte des Fürstenthums Bayreuth. Bd. 2. 1896.

Bergen. Bergens Museum Aarsberetning for 1896. Bergen 1897. Berkeley. University of California. Bulletin of the Departement

of Geology. Vol. 1. No. 12. 13. 1896. Vol. 2. No. 1—3.

1896—97.

University of California. Bulletin of the Agricultural Expe- rimental Station. No. 110. 111. 113—115. Sacramento 1897.

Register of the University 1895/96.

Report of the Board of State Viticultural Commissioners. State Viticultural Commission. 2. ed. 1891/92 (1892).

College of Agriculture. Report of Works of the Agricultural Experiment Stations for the year 1894/95. Report of the viticultural works. Seasons 1887/93. P. 1. 2. 1896. Board of State Viticultural Commissioners: The Vine in Southern California. 1892. The Vineyards in Alameda County 1893. The Vineyards of Southern California 1893. The White Wine Problem. Suppl. to the Pacific Wine & Spirit Review. Sept. 1895.

Biennial Report of the President of the University 1894 96.

Venelchnifi der im Jahre 1897 eingegangenen Drnckschriften. 41

Berlin. AbhaBdlongen der Koenigl. Akademie der Wissenschaften zu B. aus d. J. 1896.

Sitzungsberichte der Koenigl. Preuß. Akad. der Wissensch. zu B. Jahrg. 1896. No. 40—53. Jahrg. 1897. No. 1—39.

G. Lejeune-Dirichlet's Werke. Bd. 2 hrsg. v. L. Fuchs. 1897.

Politische Correspondenz Friedrichs des Grroßen. Bd. 23. 1896. Bd. 24. 1897.

Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und an- derer amtlicher Quellen bearb. v. Koenigl. Statistischen Bureau. Provinz Hannover 1897. Provinz Schleswig - Holstein 1897.

Zeitschrift des Königlich Preußischen Statistischen Bureaus. Jahrg. 37. 1897. Heft 1. 2.

Korrespondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Ge- schichts- und Alterthumsvereine. Jahrg. 45. 1897.

Mittheilungen der Gesellschaft für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte. Jahrg. 7. 1897.

Verhandlungen der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin. Jahrg. 16. No. 2-12. 1897.

Mittheilungen des Vereins für die Geschichte Berlins. 1897. Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins. Heft 33. 1897.

Zeitschrift des Vereins für Volkskunde. Jahrg. 7. 1897.

Bern. Jahrbuch für schweizerische Geschichte. Hrsg. auf Ver- anstaltung der Allgemeinen Geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz. Bd. 22. Zürich 1897.

Schweizerische Landesbibliothek. 2. Jahresbericht 1896 (1897). Bologna. Memorie della R. Accademia delle scienze deir Istituto

di Bologna. Ser. 5. T. 5. 1897.

Kendiconto delle Sessioni della R. Accademia delle scienze dell' Istituto di Bologna. N. Ser. Vol. 1. 1896—97.

Bonn. Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rhein- lande. H. 100. 1896. H. 101. 1897. Bordeaux. M^moires de la Soci^tä des sciences physiques et naturelles de Bordeaux. Ser. 5. T. 1. 2. 1995/96.

42 VerzeichniB der im Jahre 1897 eiDgegangenen Dracksohriften.

Bordeaux« Commission m^t^orologique de la Gironde. Observa-

tions pluviometriques et thermomötriques. 1894/95. 1895.

1895/96. 1896. Boston. Proceedings of the American Academy of Arts and

Sciences. N. S. Vol. 23. 1895/96 (1896). Vol. 24. 1896/97

(1897).

Memoirs of the American Academy of Arts and Sciences. Vol. 12. No. 2—3. 1896.

Annual Report of the Trustees of the Public Library of the City of Boston. 1896 (1897).

Contributions towards a bibliography of the higher edacation of women. Compiled by a Committee of the Association of Collegiate Alumnae. 1897. A brief Description of the Cham- berlain Collection of Autographs now deposited in the Public- Library of the City of Boston. 1897. A List of Periodi- cals, Newspapers, Transactions, and other several publications currently reccived in the principal libraries of Boston and vi- cinity. 1897.

Proceedings of the Boston Society of Natural History. Vol. 27. p. 75—330. 1896-97. Vol. 28. No. 1-5. 1897.

Brannschweig. Jahresbericht des Vereins für Naturwissenschaft. 10. 1995/96 und 1896/97 (1897).

Bremen. Abhandlungen hrsg. vom Naturwissenschaftlichen Ver- eine zu Bremen. Bd. 14. H. 2. 1897.

Breslau. Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für vater- ländische Cultur. 74 f. 1896 (1897), Ergänzungs-H. 5. 1897.

Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift. Zeitschrift des Ver- eins für das Museum schlesischer Alterthümer. Bd. 7. H. 2. 1897.

Brisbane. Proceedings of the Royal Society of Queensland. Vol. 12. 1897.

Bromberg. Jahrbuch der Historischen Gesellschaft für den Netze- distrikt zu Br. Jahrg. 1897.

Brfinn. Bericht der Meteorologischen Commission des Naturfor- schenden Vereins in Brunn über die Ergebnisse der meteoro- logischen Beobachtungen. 14. i. J. 1894 (1896). 15. i. J. 1895 (1896).

Verhandlungen des Naturforschenden Vereines in Brunn. Bd. 34« 1895 (1896). Bd. 35. 1896 (1897).

VeneidmiB der im Jahre 1897 eingegangenen DrackBchriften. 43

BrttsseL Annuaire de rAcad^mie Roy. des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. 63. Annäe. 1897.

Bnlletins de l'Acad. Boy. des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. 66. Annäe. Sör. 3. T. 32. No. 12. 1896. 67. Ann^e. Ser. 3. T. 33. 34. 1897.

M^moires de rAcadämie Boy. des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. T. 54. 1896.

M^moires couronn^s et autres m^moires publ. p. l'Acad. de Boy. des Sciences des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. Coli, in 8^ T. 50. Vol. 2. 1897. T. 53. 54. 1897.

CoUection de Chroniques beiges in^dites publ. par ordre dn gouvemement. Correspondance du Cardinal de Granvelle pp. Piot. T. 12. 1896.

Le Cotton. Manuscrit Galba. P. 1 transcrit sur l'original par M. Edward Scott ... et annotä par M. L. Gilliodts van Severen. 1896. Chartes in^dites de TAbbaye d'Orval par M. Dele- sduse. 1896. Table chronologique des chartes et diplömes imprimös concemant Thistoire de la Belgique par Alphonse Wauters. T. 9. 1896. Exposition Internationale de Bru- xelles en 1897. Section des Sciences (5. Sect.). 1896.

Liventaire des cartulaires conserves dans les depots des archi- ves de Fötat en Belgique. 1895. Le livre de Tabbö Guil- laume de Byckel (1249 1272). Polyptyque et comptes de Tabbaye de Saint-Frond au milieu du XTTP si^cle publi^s par Henri Pirenne. 1896.

Beglements et documents concemant, les trois classes. 1896.

Aeadömie Boy. des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique. Notices biographiques et bibliographiques concemant les membres, les correspondants et les associes. 1896. 4. ^d. (1897).

Analecta Bollandiana. T. 16. 1897.

Universitö libre deBruxelles. Bapport sur Tann^e acad^mique. 1896/97 (1897).

Budapest. Magyar Tudomdnyos Akad^miai Almanach polgdri 6b csillagdszati naptdrral. 1897-re (1897).

Mathematische und naturwissenschaftliche Berichte aus Ungarn mit Unterstützung der Ungarischen Akademie der Wissen- schaften und der Konigl. Ungarischen Naturwissenschaftlichen

44 Verzeichniß der im Jabre 1897 elogegaogenen Druckschriften.

Gesellschaft redig. V. J. Fröhlich. Bd. 13. 1895. 2. Hälfte. (1897). Budapest« Codex diplomaticus Comitam Edrolyi de Nagy-Edroly. A Nagy-Kärolyi Gr6f Kdrolyi CsalAd Oklevöltdra. A csalad raegbizdsdböl kiadja Gröf Kärolyi Tibor, Sajtö ald rendezi Göresi Kalmdn. 5. Kötet 1703—1707. (1897).

Ertekez^sek a Magyar Tudomdn Akad^m. nyelv-ös sz^ptudo- mdnyi osztdlya köreböl. Kötet 16. szdm. 8. 9, 1896.

Ertekez^sek a tdrsadalmi tudomdnyok köreböl. Eiadja a Magyar Tudom. Akad^m. Kötet 11. szdm. 12. 1896. Kötet 12. szdm. 1. 2. 1897.

Ertek^zesek a törtönelmi tudomdnyok köreböl. Kiadja a Ma- gyar Tudom. Akad. Kötet 16. szdm. 8—12. 1896. Kötet 17. szdm. 1. 1897.

Archaeologiai Ärtesitö. A Magyar Tudom. Akad. arch. bizott- sdgdnak es, az orsz. r^g^szeti s. emb. tdrsulatnak közlönye, szerkeszti Hampel Jözsef. üj folyam Kötet 16. szdm. 3—6. 1896. Kötet 17. szdm. 1-3. 1897.

Mathematikai 6a term6szettudomdnyi Ertesitö. Kiadja a Ma- gyar Tudom. Akad. Kötet 14. füz. 3—5. 1896. Kötet 15. füz. 1—3. 1897.

Nyelotudomdn3d Közlem^nyek kiadja a Magyar Tudom. Akad. Kötet 26. füz. 3. 4. 1896. Kötet 27. fuz. 1. 2. 1897.

Monumenta Hungariae historica. Magyar tört^nelmi Emläkek kiadja a Magyar Tudom. Akad. törtönelmi bizottsdga I. Osztdly. Monumenta comitialia regni Transsylvanicae. Kötet 19. (1686 —1688). 2. Osztdly. Ir6k. Kötet 35. 1896.

Vogul N^pkölt^si Gyüjtemöny kiadja a Mayar Tudomdnyos Akademia. 4. Kötet. 1897.

Rapport sur les travaux de l'Akad. Hongroise des Sciences en 1896 (1897).

A Magyar Korona Orszdgainak Mezögazdasdgi Statisztikdja = Landwirthschaftliche Statistik der Länder der Ungarschen Krone. Bd. 1. 1897.

Jahresbericht der Königl. Ungarischen Geologischen Anstalt f. 1894 (1897).

Földtani Közlöny. Geologische Mittheilungen. Zeitschrift der Ungar. Geolog. Gesellschaft. Kötet 26. füz. 11—12. 1896. Kötet 27. fäz. 1-7. 1897.

Mittheilungen aus dem Jahrbuch der Königl. Ungarischen Geo- logischen Anstalt. Bd. 11. Heft 1—5, 1897,

VeneichniB der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften. 46

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Anales de la Oficina meteorolögica Argentina. T. 11« 1897.

Anales de la Sociedad Cientifica Argentina. T. 42. Entr. 6. 1896. T. 43. 1897. - T. 44. Entr. 1—5. 1897.

Bulletin mensuel de statistique municipale de la ville de Buenos Aires. Ann^e 11. No. 2—4. 1897.

Memoria del Museo Nacional al ano 1894 (1897). ano 1895 (1897). ano 1896 (1897).

Bukarest. Analele Aeademiei Romane. Fartea administrative ^i desbaterile. Ser. 2. T. 18. 19. (1895/96).

Memorüle sectunii istorice. T. 18. 1895/96 (1896).

1866 96. Trei Deci de ani de domini ai Regelui Carol I. Cuviatärl ^i acte. Vol. 1. 1866-81. Vol. 2. 1881-1896. (1897).

Caleatta. Bibliotheca Indica: a Collection of Oriental Works publ. by the Asiatic Society of Bengal. N. S. 880—900. 1896 und 1897.

ßecords of the Geological Survey of India. Vol. 30. 1897. Cambridge. Proceedings of the Cambridge Philosophical Society.

Vol. 9. p. 4—6. 1897.

Annual Report of the Library Syndicate. 43. for 1896 (1897).

Transactions of the Cambridge Philosophical Society. Vol. 16. P. 2. 1897.

Cambridge, Mass. Bulletin of the Museum of Comparatiye Zoo- logy at Harvard College. Vol. 28. No. 2. 3. 1897. Vol. 30. No. 3—6. 1897. Vol. 31. No. 1—4. 1897.

Memoirs of the Museum of Comparative Zoology at Harvard CoUege. Vol. 19. No. 2. 1897. Vol. 20. No. 1. 1897. - Vol. 21. 22. und AÜas 1897.

Annual Report of the Curator of the Museum of Comparative Zoology at Harvard College to the president, and fellows of Harvard College for 1895—96 (1896). 1896—97 (1897).

Cassel. Abhandlungen und Bericht des Vereins für Naturkunde zu C. 42. 1896/97 (1897).

Mittheilungen an die Mitglieder des Vereins für hessische Ge- schichte und Landeskunde. Jahrg. 1894 (1895). Jahrg. 1895 (1896).

Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landes- kunde. N. F. Bd. 20 (= 30). 1895. Bd. 21 (= 31). 1896.

46 Verzeichnifi der im Jahre 1897 eiugegaogeaea Druckscbriften.

Bd. 22 (= 32). 1897. 11. Suppl. Das Casseler Bargerbuch. Hrsg. V. Franz Gundlach 1895. Charkow. Annales de rUniversit^ Imp^r. de Ch. SaimcRH HnnepaMopcRaFo ynrBepciTeTa. 1896. 4. 1897. 1 3.

Communications de la Soci6t6 Math^matique de Kharkow. Ser. 2. T. 5. 1896. T. 6. No. 1. 1897.

Charlottenbnrg. Die Thätigkeit der Physikalisch - Technischen

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1897. (S.-A.). Berlin 1897. Chemnitz. Das Klima des Königreiches Sachsen. Amtliche Pu-

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39. y. 1896 (1897).

The Open Court. Vol. 10. No. 47—52. 1896. Vol. 11. 1897.

The Monist. A quarterly magazine. Vol. 7. No. 3 4. 1897. Vol. 8. No. 1—2. 1897.

The John Crerar Library. Annual Report, y. 189B (1897). y. 1896 (1897).

Chrlstlanla. Forhandlinger i Videnskabs - Selskabet i Christiania. 1895 (1896). 1896 (1897).

Skrifter udgivne af Videnskabs -Selskabet. Math.-Naturw. Cl. 1895—96. Histor.-filos. Cl. 1895—96.

Den Norske Nordhavs Expedition. 23. Zoologi. Tunicata 1896. 24. Botanik. Protophyta. Diatomaccae, Silicoflagellata og Cilio- flagellata. Af H. H. Gran. 1897.

Chur. Jahresbericht der Historisch - Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden. 26. Jahrg. 1896.

Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubündens.

N. F. Bd. 40. 1896/97 (1897). Cordoba. Boletin de la Academia Nacional deCiencias enCördoba.

T. 15. Entr. 1—3. Buenos Aires 1896-97. Danzlg. Schriften der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig.

Bd. 9. H. 2. 1897. Davenport. Proceedings of the Davenport Academy of Natural

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1897. Desmoines. Jowa Geological Survey. Vol. 5. Report 1895 (1896). Dorpat. Acta et conmientationes imp. universit. Jurjevensis (olim

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VerzeichDiß der im Jahre 1897 eiDgegangenen Druckscbriften. 47

Dortmund. Beiträge znr Geschichte Dortmunds nnd der Graf- schaft Mark. Hrsg. von dem historischen Verein für Dortmund und der Grafschaft Mark. VI. 1895. VII. 1896. - Vni. 1897.

Dresden. Neues Archiv f. Sächsische Geschichte und Altertums- kunde. Bd. 18. 1897.

Jahresbericht des Königl. Sachs. Alterthums- Vereins über das 72. Vereinsjahr 1896/97 (1897).

Dresdener Geschichtsblätter. Hrsg. v. Verein für Geschichte Dresdens. Jahrg. 6. 1897.

Dablln. Proceedings of the R. Irish Academy. Ser. 3. Vol. 4. No. 1—3. 1896—97.

Transactions of the R. Irish Academy. Vol. 31. No. 4. 1897. Dfirkheim a. d. Hart. Mitteilungen der Pollichia. No. 10—11. =

Jahresbericht No. 54-55, 1896-97. Dflsseidorf. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Jahrbuch

des Düsseldorfer Geschichts- Vereins. Bd. 11. 1897. Edinburgh. Proceedings of the Edinburg Mathematical Society.

Vol. 15. 1896—97. Elclistädt. Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstadt. Jahrg.

11. (1897). Elberfeld. Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins. Bd. 32.

N. F. 22. 1896. Emden« Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft i. E.

81. 1895/96 (1897). Erfurt. Jahrbuch der Königl. Akademie gemeinnütziger Wissen- schaften zu E. N. F. Heft 23. 1897.

Mittheilungen des Vereins für die Geschichte und Alterthums- kunde von E. H. 18. 1896.

Erlangen. Sitzungsberichte der Physikalisch-Medicinischen Societät

in E. Heft 28. München 1896. Florenz. Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze. Bollettino

delle pubblicazione italiane ricevute per diritto di stampa. 1896.

No. 264. 1897. 265—267. 270-287. Frankfurt a. M. Das historische Archiv der Stadt Frankfurt a. M.

V. Rudolf Jung. 1896.

Jahresbericht des Physikalischen Vereins zu Fr. a. M. für 1895/96 (1897).

Fninenfeld. Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte. Hrsg. vom Histor. Vereine des Kantons Thurgau. H. 36. 1896.

48 VerzeichDiB der im Jahre 1897 eingegangcaen Drackschriflten.

Genf. Bulletin de la Soci^tä d'Histoire et d' Archäologie de Gre- nfeve. T. 1. Livr. 5. 1897.

M^moires et documents publ. par la Sociätä d'Histoire et d' Ar- chäologie de Genfeve. Ser. 2. T. 6. 7. 1897.

M^moires de la Soci^tö de Physique et d'Histoire Naturelle de Genfeve. T. 32. P. 2. 1896/97.

Archives des sciences physiques et naturelles. Compte ßenda des travaux präsentes k la 78. Session de la Soci^tä Helv^tique des Sciences naturelles k Zermatt 1895. 79. k Zürich 1896.

Glossen. Bericht der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und

Heilkunde. 31. 1896. GOrlitz. Neues Lausitzisches Magazin. Bd. 72. H. 2. 1896.

Bd. 73. 1897. GranTlUe. Bulletin of the Scientific Laboratories of Denison Uni-

versity. Vol. 9. P. 1. 1895. *s Grarenhage. Bijdragen tot de taal- land- en volkenkunde van

Nederlandsch-Indie uitgeg. door het Eoninkl. Instituut voor de

Taal-, Land- en Volkenkunde van Nederlandsch-Indie. Volgreeks

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Heft 44. 1896.

Mittheilungen des Naturwissenschaftlichen Vereines für Steier- mark. Heft 33. Jahrg. 1896 (1897).

Greifswald. Mittheilungen aus dem naturwissenschaftlichen Verein

für Neu- Vorpommern und Rügen. Jahrg. 27. 1896. Jahrg. 28.

1897. Gaben. Niederlausitzer Mittheilungen. Zeitschrift der Nieder-

lausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Alterthumskunde.

Bd. 4. H. 7—8. 1896. Bd. 5. H. 1—4. 1896—97. Haarlem. Archives du Mus^e Teyler. Ser. 2. Vol. 5. P. 3. 1897.

Archives nöerlandaises des sciences exactes et naturelles publ. par la Soci^tö Hollandaise des Sciences k Harlem. T. 30. Livr. 4-5. 1897.

Halifax. Proceedings and transactions of the Nova Scotian In- stitute of Natural Science. Vol. 9 = Ser. 2. 1894/95. Vol. 2 p. 2. (1896).

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Verhandlungen der Kaiserl. Leopoldinisch Carolinischen Deut*

VerzeichniB der im Jahre 1897 eiogegangenen Druckschriften. 49

sehen Akademie der Naturforscher. Nova acta acad. caesar, Leopold-Carol. German. naturae Curiosorura. Bd. 65 67. 1896. Halle. Grulich, 0., Katalog der Bibliothek der K. L.-C. Akad. Bd. 2. H. 4. (= Lief. 7). 1896.

Abhandlungen für die £unde des Morgenlandes. Hrsg. v. d. Deutschen Morgenländischen Gresellschaft. Bd. 10. No. 4. 1897.

Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. Bd. 50. H. 4. Leipzig 1896. Bd. 51. H. 1—3. Ebend. 1897.

Zeitschrift für Naturwissenschaften. L A. des Naturwissen- schaft!. Vereins für Sachsen und Thüringen hrsg. v. 0. Lüdecke. 5. Folge. Bd. 7 (= 69). H. 5. 6. Leipzig 1897. Bd. 8 (= 70). H. 1—2. Ebend. 1897.

Hambarg. Mittheilungen der Mathematischen Gesellschaft in Ham- burg. Bd. 3. H. 7. 1897,

Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Ham- burg. 3. Folge. Bd. 4. 1896 (1897).

Abhandlungen aus dem Gebiete der Naturwissenschaften, hrsg. vom Naturwissenschaftlichen Verein in Hamburg. 15. Bd. 1897.

Heidelberg. Neue Heidelberger Jahrbücher hrsg. vom Historisch- Philosophischen Verein zu Heidelberg. Jahrg. 7. 1897.

Verhandlungen des naturhistorisch -medicinischen Vereins zu Heidelberg. N. F. Bd. 5. H. 5. 1897.

Helslngfors. Öf versigt af Finska Vetenskaps - Societetens För- handÜDgar. 38. 1895/96 (1896).

Acta societatis scientiarum Fennicae. T. 21. 1896.

Acta societatis pro fauna et flora Fennica. Vol. 11. 1896.

Fennia. Bulletin de la Sociötö de Geographie de Finlande. 12—13. 1896.

Meddelanden af Societas pro fauna et flora Fennica. Haftet 22. 1896.

Hermannstadt. Jahresbericht des Vereins für siebenbürgische Landeskunde für 1896/97 (1897).

Archiv des Vereins für siebenbürgische Landeskunde. N. F. Bd. 27. H. 2. 3. 1897.

Innsbrack« Berichte des naturwissenschaftlich-medizinischen Ver- eines. 22. Jahrg. 1893-96 (1896).

Earlsrulie. 3 Schriften der Technischen Hochschule zu Karlsruhe. 1896/97.

NadirSehten; «OMUlflL MittheUaiigeii 1898. 4

BO

VerzeicbniB der im Jahre 1897 eingegangenen Dracicscbriften.

Kasan. Bulletin de la Sociötä Physieo - Math^matique de Kasan.

Ser. 2. T. 6. 1896. T. 7. No. 1—3. 1897. Kempten. AUgäuer Geschichtsfreund. Zwanglose Mittheilnngen,

hrsg. vom AUgäuer Alterthums- Verein. Jahrg. 9. 1896. Kiel. Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig -Holstein -Lauen-

burgische Geschichte. Bd. 26. 1896.

Schriften des naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig- Holstein. Bd. 11. Heft 1. 1897.

Klagenfart« Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie. Hrsg. von dem Geschichtsverein für Kärnten. 18. Jahrg. 1897.

Carinthia I. Mittheilungen des Geschichtsvereins für Kärnten. 87. Jahrg. 1897.

Jahresbericht des Geschichtsvereins für Kärnten f. 1896 (1897). Klausenburg. Ertesitö az Erd^lyi Muzeum - egylet orvoa-term^-

szettudomdnyi szakosztälydböl. Evfolyam 21. U. füz. 2. 3.

1897. m. fuz. 2. 3. 1897. Evfolyam 22. I. füz. 1. 1897.

II. füz. 1. 1897. KOln. Annalen d. histor. Vereins für den Niederrhein. Bd. 62 n.

Beiheft 1. 1896. KSnigsberg 1. Pr. Schriften der Physikalisch-Oekonomischen Ge- sellschaft zu Königsberg i. Pr. Jahrg. 37. 1896 (1897). Kopenhagen« Oversigt over det Kong. Danske Videnskabemes

Selskabs Forhandlinger og dets Medlemmers Arbejder. i Aaret

1896. No. 6. 1897. No. 1—3.

Det Kong. Danske Vidensk. Selskabs Skrifter. Naturvidensk. og math. Afdeling. 6. K. Bd. 8. H. 3-5. 1896-97.

Det Kong. Danske Vidensk. Selskabs Skrifter. Histor. og Philosoph. Afdeling. 6. K. Bd. 4. No. 3. 1897.

Krakan. Anzeiger der Akademie der Wissenschaften in Krakau.

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Wydawnictwo Komisyi fizyograficznej Akadem. Umiej^tn. Atlas geologiczny Galicyi. Zepscyt. 6. 7. Tekst i Kart. 1895/96.

Archiwum do dziejöw literatury i oswiaty w Polsce. T. 9. 1897.

Biblioteka Pisarzöw Polskich, No. 32. Historya o Euryalu i Lukrecyi. Wydac Samuel Adalberg. 1896. No. 33 J. Stoka, M. Pudiowskiego i J. A. Kmity Powieäci wierszowane 1564 1610. Wyd. Samuel Adalberg 1897. '

Rosprawy Akademie Umiej^tno^ci. Wydziat filol. Ser. 2. T. 10.

1897. Wydziat histor. - filozof. Ser. 2. T. 8. 9. 1896. Wydziat mat.-przyrod. Ser. 2. T. 10. 11. 12. 1896—97,

VerzeicbniE der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften. 51

Krakan. Sprawozdania Komisyi do badania historyi sztuki w Polsce. T. 6. 1897.

Sprawozdania Komisyi Fiziograficznej obejmnjq^ce poglad na czynnosci dokonane w ci^ga rokn. T. 31. 1897.

Bibloteka pisarzöw polskich. T. 33. 1897.

Kronstadt. Quellen zur G-eschichte der Stadt Kronstadt in Sieben- bürgen. Hrsg. auf Kosten der Stadt Kronstadt von dem mit der Heransgabe betrauten Ausschuss. Bd. 1. 1886. Bd. 2. 1889. Bd. 3. 1896.

Laibach. Izvestja muzejskega drustva z Kranjsko. Letnik 6. 1896.

Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Jahrg. 9. 1896. Leiden. Handelingen en Mededeelingen van de Maatschappij der

Nederlandsche Letterkunde te Leiden. 1896/97 (1897).

Tijdschriffc voor nederlandsche taal- en letterkunde uitg. van- wege de Maatschappij der Nederl. Letterkunde to Leiden. Deel 16 (= N. Recks 7). 1897.

Flora Bataya. Afbeelding en beschrijving van Nederlandsche Grewassen. Aangevangen door Jan Kops voortgezet door E. W. van Eeden. Afl. 315-318. 1897.

Leipzig. Abhandlungen des Königl. Sachs. Meteorologischen In- stitutes. Heft 2. 1897.

Abhandlungen der philolog. - histor. Classe der Königl. Sächsi- schen Gesellschaft der Wissenschaften. Bd. 17. No. 6. 1897. Bd. 18. No. 1. 1897.

Abhandlungen der mathemat. - phys. Classe. Bd. 23. No. 6, 1897. Bd. 24. No. 1. 1897.

Sachregister der Abhandlungen und Berichte der mathematisch- physischen Classe. Leipzig 1897.

Berichte über die Verhandlungen der Königl. Sachs. Gesell- schaft der Wissenschaften zu Leipzig. Philolog. - histor. Cl. Bd. 48. H. 2. 3. 1896. Bd. 49. H. 1. 1897. Mathe- math.-phys. Cl. Bd. 48. H. 4-6. 1896. Bd. 49. H. 1—4. 1897.

Preisschriften gekrönt und hrsg. v. d. Fürstlich Jablonowski- schen Gesellschaft zu Leipzig. No. 34. 1896.

Lineoln. üniversity of Nebraska. Bulletin of the Agricultural Experiment Station of Nebraska. No. 47—49. 1896—97.

Liverpool. Proceedings of the literary and philosophical Society of Liverpool. 86. Session. 1896—97. No. 51. 1897.

Proceedings and Transactions of the Liverpool Biological So- ciety, Vol. 10. 1896/96 (1896), Vol. 11. 1896/97 (1897).

4*

52 VerzeiohDiß der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften.

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Monthly Notices of the Roy. Astronomical Society, containing

papers, abstracts of papers and reports of the proceedings of

Society. Vol. B7. No. 2-9. 1897. Vol. 58. No. 1. 1897.

Report of Her Majesty's Astronomer at the Cape of Good

Hope to the Secretary of the Admiralty. f. 1896 (1897).

The Journal of the Linnean Society. Botany : Vol. 31 . No. 218.

219. 1897. Vol. 32. 1897. Vol. 33. No. 228. 1897. Zoo-

logy: Vol. 25. No. 163—165. 1897. Vol. 26. No. 166-167.

1897.

Proceedings of the Linnean Soc. of London. Session from Nov.

1895 to June 1896 (1896).

List of the Linnean Soc. 1896/97 (1896).

Transactions of the Linnean Soc. of London. Botany: Vol. 5.

P. 3—6. 1896-97. Zoology: Vol. 6. P. 6—8. 1896. -

Vol. 7. P. 1. 2. 3. 1897.

Proceedings of the London Mathematical Society. Vol. 27. No. 569--574. 1896. Vol. 28. No. 575—608. 1896-97. List of members of the L. M. S. 12th Nov. 1896. 33. Sess. 1896—97 (1896).

Journal of the Roy. Microscopical Society for 1896, p. 6. for 1897.

Proceedings of the general meeting for scientific business of the Zoological Society of London. 1896. p. 4. 1897. p. 1—3.

Transactions of the Zoolog. Soc. of London. Vol. 14. P. 3—5. 1897.

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Mömoires de la Sociöt^ Royale des Sciences. S^r. 2. T. 19. Bruxelles 1897.

Lund. Acta üniversitatis Lundensis. Lunds Universitets Ars- skrift. T. 32. Afd. 1. 2. 1896,

VerzeichniB der im Jahre 1897 eingegangenen Druckschriften. 53

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Luxemburg. Publications de Tlnstitnt Royal Grand -Ducal de Luxembourg. Section des sciences naturelles et mathematiques. T. 25. 1897.

Pablications de la section historique de Tlnstitut Royal Grand- Ducal de Luxembourg. Vol. 45. 1896.

Luzem. Der Geschichtsfreund. Mittheilungen des Historischen Vereins der fünf Orte Luzem, Uri, Schwyz, Unterwaiden und Zug. Bd. 52. Stans 1897.

Lyon. M^moires de TAcadömie des Sciences, Beiles - Lettres et Arts de Lyon. Sciences et Lettres. 3. Ser. T. 4. 1896.

Annales de la Sociöt^ d'Agriculture, Histoire naturelle et Arts utUes de Lyon. Ser. 7. T. 4. 1896 (1897).

Annales de la Soci^t^ Linn6enne de Lyon. N. S. T. 43. 1896. Hadlson. Wisc. Publications of the Washburn Observatory of

the University of Wisconsin. Vol. 10. P. 1. 1897.

Bulletin of the University of Wisconsin. Science Series. Vol. 1. No. 3. 1897.

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polog. 1897. Madrid. Memorias de la R. Academia de Ciencias exactas, fisicas

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Memorie dell R. Istituto Lombarde die scienze e lettere. Classe di lettere e scienze mor. e. stör. Vol. 20 (Ser. 3, 11) fasc. 4. 5. 1897. Classe di scienze matem. e. natur. Vol. 18. fasc.

2./3. 1897.

R. Istituto Lombarde di scienze e lettere. Rendiconti. Vol.

29. 1896.

Manchester. Memoirs and Proceedings of the Manchester Literary and Philosophical Society. Ser. 4. Vol. 11. P. 2-4. 1897.

Mannlieim. Die Siegelsammlung des Mannheimer Alterthumsver- eins. Im Auftrag des Vereinsvorstandes katalogisiert und be- schrieben von Dr. Friedrich Walter. 1897,

54 Yerzeiehniß der im Jahre 1897 eiDgegangenen Drackschriften.

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und Altertumskunde. Jahrg. 8. 1896. Mexico. Boletin Mensual del Observatorio Meteorologico Central

de Mexico. Nov.— Dec. 1896. Jan.— Juli 1897. Sept.—

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Bulletin de la Soci^t^ Imperiale des Naturalistes de Moscou. Nouv. Ser. Ann^e 10. 1896. No. 3. 4. Ann^e 11. 1897. No. 1. 2.

Mfinchen. Almanach der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften für das Jahr 1897. 1897.

Sitzungsberichte der K. B. Akad. der Wissensch. zu München. Philos.-philol. und histor. Classe 1896. Heft 3. 4. 1897. Heft 1—3. Math.-physik. Classe 1894. Heft 3—4. 1897, Heft 1. 2.

Ludwig Otto Hesse's Gesammelte Werke. Hrsg. v. d. Mathe- matisch-Physikalischen Classe der Königl. Bayerischen Aka- demie der Wissenschaften 1897.

VeneichniB der im Jahre 1897 eingegaogenen Druckschriften. 56

Mlinclien. Oberbayerisches Archiv fär vaterländische Geschichte. Hrsg. V. d. Historischen Verein für Oberbayern. München. Bd. 50. 1896/97.

Monatsschrift des Historischen Vereins von Oberbayem. Jahrg. 6. 1897.

Neapel. Atti della R. Accademia scienze fisiche e matematice. Ser. 2. Vol. 8. 1897.

Atti della R. Accademia di scienze morali e politiche. Vol. 28. 1897.

Rendiconto dell' Accademia delle science fisiche e matematiche (Sezione della Societä Reale di Napoli). Ser. 3. Vol. 2. fasc. 12. 1896. Vol. 3. 1897.

Rendiconto delle tornate e dei lavori dell' Accademia di scienze morali e politiche. Anno 35. 1896.

Nelsse. Bericht der wissenschaftlichen Gesellschaft Fhilomathie in Neisse. 24. vom Oct. 1886— Oct. 1888, zugleich Festschrift (1888). 25. vom Oct. 1888— Oct. 1890 (1890). 26. vom Oct. 1890— Oct. 1892 (1892). 27. vom Oct. 1892— Oct. 1894 (1895). 28. vom Oct. 1894— Oct. 1896 (1897).

Nenbnrg B. Neubarger Kollektaneen-Blatt für die Geschichte Bayerns, insbesondere des ehemaligen Herzogtums Neuburg, hrsg. von dem Historischen Verein Neuburg a. D. 60. Jahrg. 1896.

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Bulletin of the American Mathematical Society. Ser. 2. Vol. 3. No. 4—10. 1897.

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56 Yerzeicbniß der im Jahre 1897 eiugegaogeoen Drackscbriften.

Nürnberg« MittheiliiDgen aus dem Germanischen Nationalmasenm. Jahrg. 1896.

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Internationale Erdmessung. Geodätische Literatur auf Wunsch der permanenten Commission von Prof. Dr. 0. Boersch. Association g^od^sique internationale. Bibliographie g^od^sique. Berlin 1889.

Prag. Jahresbericht der Königl. Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften für 1896. (1897).

Sitzungsberichte der Königl. Böhmischen Gesellschaft der

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Wissenschaften. Cl. f. Philosophie, Geschichte und Philologie. Jahrg. 1896 (1897). Math.-naturw. CL Jahrg. 1896. (1897).

Prag. Bibliothek deutscher Schriftsteller aus Böhmen. Hrsg. im Auftrage der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wiss., Kunst und Litteratur in Böhmen. Bd. 6. Prag, Wien, Leipzig 1897. Bd. 7. 1897.

Geologische Karte des Böhmischen Mittelgebirges BIatt3(Bensen) nebst Erläuterungen. Bearb. u. hrsg. mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wiss., Kunst und Litte- ratur in Böhmen v. J. E. Hibsch. Wien 1897.

Mittheilung der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wiss., Kunst und Litteratur in Böhmen. No. 7. 1897.

- Rechenschafts-Berichtj erstattet vom Vorstande der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wiss., Kunst und Litteratur in Böhmen in der Vollversammlung am 18. Januar 1897 für 1896.

TJebersicht über die Leistungen der Deutschen Böhmens auf dem Gebiete der Wissenschaft, Kunst und Litteratur i. J. 1894 (1897).

Magnetische und meteorologische Beobachtungen an der K. K. Sternwarte zu Prag. 57. Jahrg. 1897.

Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen. 35. Jahrg. 1897.

Pressbarg. Verhandlungen des Vereins für Natur- und Heilkunde zu Preßburg. Heft 9. 1894/96 (1897).

Begensbnrg. Verhandlungen des Historischen Vereins von Ober- pfalz und Kegensburg. Bd. 49 (N. F. 41). 1897.

Bio de Janeiro. Archivos do Museum nacional do Eio de Janeiro. Vol. 8. 1892.

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Atti della R. Accademia dei Lincei. Bendiconto dell' adunanza del 5. Giugno 1897.

* Atti della R. Accademia dei Lincei. Rendiconti. Classe di scienze fisiche matematiche e naturali. A. 293. 1896. Vol. 5. Sem. 1. (1896). Sem. 2. fasc. 11—12. (1896). Sem. 1. fasc. 1—10. (1897).

Rendiconti della R. Accademia dei Lincei. Classe di scienze morali, storiche e filologiche. Ser. 5. Vol. 5. fasc. 11 12. 1897. Vol. 6. fasc. 1—10. 1897.

•>- Atti della R. Accademia dei Lincei. Classe di scienze moraU,

Verzeicbnift der im Jahre 1897 eingegangenen Drnckscbriften.

59

storiche e filologiche. Parte 2. Notizie degli scavi. A. 293.

1896. Vol. 4. Nov.— Dec. (1896). A. 294. 1897. Vol. 5. Gennajo-Oct. (1897).

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Bulletin de rAcadömie Imperiale des Sciences de St. P^ters- bourg. S^r. 5. T. 3. 4. 6. 6. 1896-97. T. 7. No. 1. 1897.

M^moires de l'Acad^mie Imp^r. des Sciences de St. F^tersbourg. Cl. phys.-math^m. Ser. 8. Vol. 5. No. 1—5. 1897. Cl. histor.- philol. Vol. 1. No. 3-6. 1897.

Bv^avtivä xQovixA. BHyaaHTräcRifi EpeMCHHHRX, H34a6aBaeMiiänpH EMpepaTopcRoä ÄRaÄeMiH no4'B pe^aRyicio. T. 3. No. 2—4. 1897. T. 4. No. 1—2. 1897.

HsB^CTiA HaniepaTopcRaro reorpa^^H'BecRaro 06mecTBa. T. 32. 4—6. 1896. T. 33. Clt. 1—3. 1897.

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Astronomiska Jakttagelser och UndersSkniDgar anstälda Stockholms Observatorium utgifna af Hugo Gyld^n. Bd. 5. H. 5. 1896.

Meteorologiska Jakttagelser i Sverige utg. af Kongl. Svenska Vetenskaps- Akademien anstälda . . . Bd. 34 (= 2. Ser. Bd. 20). 1892 (1897).

Kongl. Vitterhets Historie och Antiquitets Academiens Mänads- blad. Bd. 7. Arg. 21—22. 1892—93.

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67

W. Wattenbach.

Von

P. Kehr.

Mit Wilhelm Wattenbach hat unsre Gesellschaft eines ihrer ältesten Mitglieder (Correspondent seit 1865, auswärtiges Mit- glied seit 1886) verloren und wir dürfen hinzufügen, ein Mit- glied, das uns von Alters näher verbunden war als mancher An- dere, der unsere Listen ziert. Denn von hier aus empfing Wat- tenbach zwar nicht die Anregung denn der Plan dazu stand ihm schon fest , wohl aber den äußern Ansporn zu dem Buch, das seinen Namen berühmt gemacht hat.

Im Jahre 1853 hatte unsre Gesellschaft auf den Vorschlag von Georg Waitz als Preisaufgabe verlangt „eine kritische Ge- schichte der Historiographie bei den Deutschen bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts". Der einzige Bewerber war der 37jährige Wattenbach, damals (seit 1855) Provinzialarchivar in Breslau. Er war bereits ein Mann von nicht geringen Verdiensten um die deutsche Geschichtsforschung. Das Beste und Meiste was er bis dahin geleistet, lag freilich in den von ihm besorgten Ausgaben der Monumenta Germaniae, deren Mitarbeiter er seit dem Jahre 1843 war. Aber die eine und die andere der von ihm veröffent- lichten Untersuchungen zeigte bereits, welch natürliches kritisches Talent er besaß: immer wird seine Untersuchung über die öster- reichischen Freiheitsbriefe ein kritisches Kabinetstück ersten Ranges bleiben. Indessen die der Gesellschaft unter dem Titel „Deutsch- lands Geschichtsquellen im Mittelalter bis ans Ende der Kaiser- zeit" eingereichte Schrift war doch der erste große und selbstän- dige Versuch seines Lebens, die Blüte seiner bisherigen gelehrten Thätigkeit. Und sie ist durch alle die Jahrzehnte hindurch der eigentliche Ruhmestitel Wattenbachs geblieben.

Bei dem großen Erfolg, den das (1858 zuerst erschienene) Buch hatte, mag man sich wundern, daß Waitzens Gutachten (Nach-

68 P. Kehr,

richten 1856 S. 286 ff,) der eingereichten Schrift so wenig günstig erscheint. Allein des Meisters Urteil diinkt uns doch durchaas zutreffend. Es war in der That nicht das geleistet was gefordert war und wie schon der abweichende Titel zeigte, deckte sich Auf- gabe und Lösung nur sehr teilweise. Es war eine Greschichte der deutschen Historiographie verlangt worden, aber Wattenbach bot statt dessen eine zusammenfassende Darstellung der Geschichts- quellen Deutschlands, freilich nicht aller, denn die Urkunden und Rechtsquellen, die doch auch dazu gehören, schloß er aus, aber doch der Gedichte und Briefe und anderer Monumente, die nicht eigentlich in die Historiographie gehören. Er behandelte ferner nicht nur die deutsche Historiographie, sondern auch die Geschichts- quellen der Nachbarländer. Er stellte weiter der Aufgabe ent- gegen die historische Würdigung dieser Geschichtsquellen vor die litterarische. Abweichungen von der Aufgabe, welche Waitz ohne Zweifel zu rügen berechtigt war. „Wenn keine eigentliche Ge- schichte der Historiographie bei den Deutschen geliefert ist, so findet sich hier doch alles wesentliche Material für eine solche". ;j

Ein Urteil, das noch heute gilt: eine kritische Geschichte der |

deutschen Historiographie wäre auch heute noch trotz Watten- bach ein lohnendes und durch Wattenbach ein nicht schwieriges Unternehmen. Ebenso läßt sich den Einwürfen Waitzens gegen die Disposition der Schrift nicht die Berechtigung absprechen: die Behandlung der Geschichtsquellen nach den Perioden der Herr- schergeschlechter und innerhalb dieser Kapitel bald nach innem Zusammenhänget!, bald nach geographischen Gesichtspunkten, ist gewiß nicht glücklich. Waitz tadelte ferner den Mangel neuer und selbständiger Forschung, die ungleichmäßige Behandlung der einzelnen Abschnitte. Aber er erkannte doch auch die Vorzüge des Werkes bereitwillig an: „Wir besitzen kein Werk, schloß er, welches entfernt das leistete was hier gegeben worden ist". Er rühmte die eigentümliche Behandlung des Gegenstandes, die Be- trachtung der historiographischen Quellen im Zusammenhang mit der Geschichte der Wissenschaften überhaupt und mit der Ge- lehrtengeschichte des Mittelalters, die gesunde Kritik, das maß- volle Urtheil, die Vollständigkeit des Materials. Und in der That, 80 groß waren die Vorzüge des Werkes, daß es sich behauptet hat als eines der nützlichsten und zugleich liebenswürdigsten Bücher, die die Geschichtsforschung des Jahrhunderts hervorge- bracht hat. Es ist ein eigentümlicher Reiz an diesem Buche, der den Leser bezaubert. Der Stoff ist es nicht , denn er ist meist nur zu spröde. Auch die Darstellung ist es nicht, denn sie ist

W. Wattenbacb. 69

oft trocken und nüchtern, und vollends in den späteren Auflagen wird sie es immer mehr. Auch die in dem Werke zu Tage tre- tende Gelehrsamkeit ist es nicht, denn sie ist, wenigstens in der ersten Auflage, hie und da recht äußerlich, und auch in den jun- gem Auflagen ist das Material oft nur lose aneinandergereiht. Aber es theilt sich dem Leser etwas von dem innern Behagen und der harmonischen Klarheit mit, die der feine Sinn des Autors ausstrahlen. Wattenbach war und blieb ein Feinschmecker auch in gelehrten Bingen. Sein intimes Verständnis für die littera- rische Production des Mittelalters wirkt erwärmend und über- zeugend zugleich : man lese nur nach wie er von Nithard oder von den Vaganten zu reden weiß. Und vollends wie belebt sich sein Vortrag, wenn er auf das gelehrte Treiben der Mönche in ihren Klöstern zu reden kommt, auf ihre Bücher- und Studienfreudeu. Ein geheimnißvoller Contact zwischen den geschorenen Herrn des Mittelalters und dem Historiker aus 'dem 19. Jahrhundert geht durch das ganze Buch: wenn einer, so wäre Er zu ihrer Zeit einer der ihrigen gewesen. Das ists was leider so vielen Histo- rikern unsrer unruhigen Zeit abgeht, daß sie in ihrem überstür- zenden Drang nach den Gipfeln historischer Betrachtung die Freude und das Behagen an den Schönheiten des weiten Weges verlieren. Wattenbach hat sie in ungewöhnlichem Maaße gehabt. Denn immer ist in ihm der Antiquar, der Philolog stärker gewesen als der Historiker. Geschichte zu schreiben war ihm nicht gegeben. Seine Geschichte des Papstthums ist vielleicht das schwächste Buch, das aus dem Kreise, dem er angehörte, hervor- gegangen ist. Die politische Geschichte des Mittelalters und seiner Institutionen hat ihn überhaupt weniger angezogen. Was ihn am meisten fesselte war das litterarische Leben der Vorzeit, die mannichfaltigen und vielgestaltigen Productionen des gerade auf diesen von den zünftigen Historikern so wenig beachteten Ge- bieten überreichen Mittelalters. Ihn interessirten nicht bloß die Quellen , die dem politischen Historiker werth sind ; alles was seine mittelalterlichen Freunde aufgeschrieben hatten, war seiner Theilnahme sicher. Er war einer der stärksten Benutzer der handschriftlichen Bibliotheken. Aber es ist nicht die Ideenwelt dieser Aufzeichnungen allein, die ihn fesselt ; auch auf ihre äußern Formen richtete er schon früh sein Augenmerk. Fand er in den Handschriften ein lateinisches Lied oder ein par Reime, so ließ er sie sich sicher nicht entgehn ; verrieth einer jener fleißigen mittel- alterlichen Schreiber die Geheimnisse seiner Kunst durch eine Subscription , so schrieb er sie gewiß ab. So sammelte sich in

70 P. Kehr,

seinem Kopfe and in seinen Notizen allmälig eine staonenswertlie Fülle von Beobachtungen, ein intimes Wissen von ungewöhnlichem Umfang über alle möglichen Beziehungen des mittelalterlichen Geisteslebens. Und wie er war, aufmerksam auf alles, das Kleine nicht gering schätzend, nicht immer in die Tiefe gehend, aber am liebsten da weilend und sich ausbreitend, Blumen pflückend und Kränze windend, wo die als Weltenrichterin verkleidete Dame Historie stolz vorbeirauscht, gewann er ein Verhältnis selbst zu den äußern Formen der Ueberlieferung, den Elementen der Schreib- kunst und der Schrift überhaupt. Hier liegt Wattenbachs an- deres großes Verdienst. Nur wer weiß wie der Zustand der hi- storischen Hülfsdisciplinen, insonderheit der Paläographie und der Handschriftenkunde, zu des jungen Wattenbach Zeit war, vermag die Größe des Verdienstes zu ermessen , das er sich erwarb , als er diese Dinge in seinen Vorlesungen zu behandeln anfing und durch seine Schriften und*Publicationen verbreitete. Es gibt ja auch heute noch Historiker, die Geschriebenes meiden, dafür aber um so tapferer auf die Banausen schelten, die bei Handschriften und Urkunden sich aufhalten; aber es ist doch nur eine kleine Minderheit. Damals als Wattenbach sich dieser Dinge annahm, war das Wissen davon ein Geheimniss nur sehr Weniger. Wohl lag ihm auch hier eine völlig abschließende und systematische Arbeit fern, aber mit um so größerem Behagen verbreitete er sich auf diesen weiten Gefilden. Jeder unserer Fachgenossen kennt wenigstens dem Namen nach seine paläographischen Anleitungen, seine Facsimilepublicationen und vor allem sein Schriftwesen im Mittelalter, ein überaus gelehrtes Buch, ein wahres Magazin feiner und eindringender Beobachtungen, aber doch auch kein die Auf- gabe erschöpfendes Werk.

Für die wissenschaftliche Persönlichkeit Wattenbachs ist viel- leicht am bezeichnendsten seine Breslauer Zeit. Der junge Ar- chivar, der sich bis dahin nicht eben viel um schlesische Ge- schichte gekümmert hatte, ergriff die Aufgabe, die die locale For- schung ihm und seinem Amte stellte, mit ganzer Liebe. Man unter- scheidet heute in der Historie hohe und niedere Jagd: dem Ge- schichtsprofessor kommt zu durch darstellende Werke zu glänzen, dem Provinzialarchivar durch Urkundenpublicationen sich verdient zu machen. Wattenbach, aller Ueberlieferung gleich liebevoll ge- sinnt, zeigte sich in diesem Sinne sogleich als ein geborner Pro- vinzialarchivar; trotz seiner „Geschichtsquellen Deutschlands" hielt er sich nicht für zu gut, tapfer Hand anzulegen an die Aufgaben der engeren schlesischen Geschichte, indem er eine ganze Keihe

W. Wattenbach. 71

scblesischer TJrkandenbücher herausgab und viele Beiträge zur scblesischen Grescbiehte darbot. Die Arbeit, so niedrig sie Man- chem seheinen mag, war doch nicht verloren. Wenn die schlesi- sche Schule heute noch in hoher Achtung steht, so verdankt sie das zum guten Theil Wattenbachs Wirken. Und er selbst hat bei diesen Arbeiten gerade für die Dinge, die ihn vorzugsweise inte- ressirten, nicht wenig gelernt.

Freilich zersplitternd war diese Thätigkeit. Aber Watten- bachs Art war es überhaupt nicht, einem bestimmten weitge- steckten Ziele ohne zu rasten nachzugehn. Dieser oder jene äußere Anlaß führte ihn bald dorthin bald dahin. Eine Zeit lang konnte es scheinen, als ob er sich ganz der Erforschung des deutschen Humanismus zu widmen gedächte. Dann überraschte er wieder durch Studien über die Inquisition in Brandenburg und Pommern. Zu jenen Arbeiten regte ihn seine Heidelberger Stellung an, wohin er 1862 als Nachfolger Kortüms ging, zu diesen gaben ihm die Professur und die Akademie in Berlin den Anstoß, wo er seit 1873 bis an seinen Tod gewirkt hat.

Alles in Allem, in die eigentliche Zunft der Historiker ge- hört dieser Mann nicht ganz. Und doch sind es gerade Männer seiner Art und Richtung, die uns mehr und mehr fehlen. An Männern von Geist und geistreichen Einfällen ist allerdings in Deutschland heute kein Mangel, sonderlich nicht unter den Histo- rikern. Aber philologische Historiker von der Art Wattenbachs gibt es nicht viele. Es weht ein starker Zug von Unbehagen und Unbefriedigtsein durch die Reihen der Jünger des Klio; überall Tasten und Ringen nach Neuem. Aber ist das nicht die Folge davon, daß die Art solider und entsagender Forschung, wie Wat- tenbach sie trieb, heute so gering geschätzt wird, weil alle Könige sein wollen, denen die Natur nur die Graben der Kärrner verlieh? Ein dauernder und gleichmäßiger Fortschritt in unsrer Erkenntnis wird immer nur möglich sein durch sich beschrän- kendes Detailstudium und durch den Ausbau der EinzeldiszipUnen. Wattenbachs Verdienst ist, daß er weite, bis dahin brach liegende Grebiete fleißig bearbeitet und nutzbar gemacht hat und daß er vorbildlich für uns Alle eine für den Historiker überaus wichtige Verbindung repräsentirt : die Beziehung zur Philologie. Man sage nicht, daß für solche Arbeit kein Boden mehr da sei. Noch immer weist die mittelalterliche Greschichte viele Bauplätze auf, die wüst liegen oder auf denen der Dilettantismus spielt. Es ist ein wim- derlicher Irrthum zu meinen, daß nun alles gethan sei was hätte gethan werden können.

72 P. Kehr, W. Wattenbach.

Die so nnmathig und nnrahig nach Neuem streben, möchteu doch Wattenbachs wissenschaftliche Persönlichkeit sich zum Vor- bild nehmen. Er war ein stiller und ruhiger G-elehrter, seiner und seiner Sache sicher, ohne Leidenschaft, behaglich, ein Mann ohne Pose und Anspruch. Er war ein klarer und sein Gebiet vollkommen überschauender Kopf, dem das moderne Gerede von den großen Gesichtspunkten und von den Problemen der höheren Historie ganz und gar nicht imponirte; wußte er doch, daß sich dahinter nur zu oft der Mangel echter Erudition zu verstecken pflegt. Mit einem Worte, er war ein typischer Repräsentant der älteren um die Erforschung des deutschen Mittelalters überans verdienten Generation, deren Stärke eine heute selten gewordene Gelehrsamkeit war. Hierin liegt sein Vermächtnis an die Zu- kunft beschlossen: hat auch die sich beschränkende, aber über- all fruchtbare und ertragreiche Arbeit Wattenbachs nichts Ge- waltiges geschaffen und nichts wahrhaft Epochemachendes her- vorgebracht, dennoch wird das Andenken an ihn Generationen überdauern, weil er nicht nur für seine Zeit so viel Treffliches und Nützliches leistete, sondern auch für die Arbeit der folgenden Geschlechter viele Wege geebnet hat.

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Für die Kedaction Ttrantwortlich: F. XtfO, d. Z. Tonitxender Sekret&r der Kgl. Ges. d. Win.

Ansgegeben am 22. Jani 1893. /Vttd; d*r DitUriek'mAsn Uniw.'Buehdnukm^ ( M". Fr. Jumitur).

Nachrichten

von der

Königl. Gesellschaft der Wissenschaften

zu Göttmgen.

Geschäftliche Mittheilungen. 1898. Heft 2.

\

Inhalt

Bericht über die öffentliche Sitzung am 12. November 1898 n '^^

Adresse an Herrn F. Wüstenfeld »74

Adresse an Herrn H. Kiepert »75

Verzeichnis der neugewählten Mitglieder der K. Gesellschaft »77

C& Mittelniederdeutsche Handschriften in Norddeutschland und den Nieder- landen ^ »79

Ghöttingen,

ComnuBsioiifiverlag der Dieterich'schen Universitätsbuchhandlung

Luder Horstmaun.

1899.

Bericht über die öffentliche Sitzung am 12. November 1898.

Die Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften hielt am 12. Novem- ber die in den Statuten vorgeschriehene öffentliche Sitzung zur Erinnerung an ihren Stifter, König Georg II. von England, ab.

Herr J. Wellhausen sprach über den Ausdruck *Menschen- sohn' in den Evangelien.

KMihiichten; goieUfil. MitUieUiuigen l89d. d.

74 Adresse an Herrn F. Wüstenfeld.

Ihrem auswärtigen Mitgliede Herrn Ferdinand Wüsten- feld in Hannover sandte die K. Gesellschaft zu seinem 90. Ge- burtstage folgende Adresse:

Hochverehrter Herr College!

Die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften, der Sie so lange angehört haben und noch angehören, kann Ihren neunzigsten Geburtstag nicht vorübergehn lassen, ohne Ihnen ein Zeichen des Dankes und der Verehrung darzubringen. Sie haben ein langes Leben dem Dienst Ihrer Wissenschaft geopfert, und Ihre stille, anspruchslose Arbeit hat reiche Früchte getragen. Wie würde die Bibliothek gedruckter arabischer Bücher zusammenschrumpfen ohne Ihre Ausgaben, lauter editiones principes von zum Theil sehr um- fangreichen Handschriften, deren Entziffern andere Augen stumpf und deren Copiren andere Hände lahm hätte machen können. Sie haben dadurch sehr wichtige Werke aus allen Gebieten der arabi- schen Literatur dem Dunkel entrissen und allgemein zugänglich gemacht; und Sie haben ihr Studium erleichtert durch große Re- gister und Tabellen, an deren mühselige Ausarbeitung sich wenige Andere gewagt haben würden. Den Dank, den Ihnen die Wissen- schaft schuldet, bitten wir Sie von unserer Gesellschaft entgegen zu nehmen, deren Abhandlungen Sie mit zahlreichen Beiträgen geziert haben.

Göttingen, den 29. Juli 1898.

Die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu

Göttingen.

Adresse an Herrn H. Kiepert. 7&

Ihrem correspondirenden Mitgliede Herrn Heinrich Kiepert in Berlin sandte die K. Gresellsehaft zu seinem 80. Geburtstage folgende Adresse :

Hochgeehrter Herr College !

Die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, die Sie mit Stolz zu ihren Mitgliedern zählt, sendet Ihnen zur Vollendung Ihres achtzigsten Lebensjahres ihre besten Glück- wünsche.

Mit dem großen Kreis Ihrer Verehrer schauen wir an diesem Tage zurück auf Ihr Leben, reich an rastloser Arbeit wie an glänzenden Erfolgen. Fast sechzig Jahre schon liegen die An- fange Ihrer Studien auf historisch-geographischem Gebiete zurück und doch sehen wir Sie noch heute voll Bewunderung mitten im Schaffen.

Seit Sie dem großen Forscher, Karl Ritter, die Feder aus der müden Hand nahmen, um die geographische Beschreibung Klein- asiens in seinem Sinne fortzuführen, ist dies Land in den Mittel- punkt Ihres Interesses getreten. Die Wissenschaft dankt es Ihnen, daß Sie nicht nur in gelehrter Forschung alles was der neue Auf- schwung archäologischer Studien über jenes Land zu Tage geför- dert zusammengefaßt und im Bilde dargestellt, sondern auch, schon in vorgerückten Jahren, die Mühen nicht gescheut haben, dunkle Punkte der Topographie durch eigene Reisen aufzuhellen. So ist Ihr Name mit der Geschichte der Erkenntnis des antiken wie des modernen Elleinasien für immer verbunden.

Wir greifen aus der Fülle dessen, was Ihnen die Geographie und speziell die historische Topographie verdankt, nur dies eine heraus, weü wir uns dabei freudig der Förderung erinnern, die Sie in unermüdlichster und selbstlosester Weise seit Jahrzehnten allen denen zu Teü werden ließen die sich bei archäologischen Reisen von Ihnen Rats erholten. Unvergessen bleibt, in welcher umfassenden Weise Sie den weitschauenden Ideen und üntersuchun-

6*

76 Adresse an Herrn H. Kiepert.

gen Ihres großen Collegen Theodor Mommsen entgegengekommen sind.

In den Jahren, in denen die Mehrzahl der Forscher der Ruhe sich hingiebt, haben Sie begonnen, in einem monumentalen Werke die Studien Ihres Lebens niederzulegen. So gipfelt unser Grlück- wunsch in dem Ausdruck der Hoffnung, daß es Ihnen vergönnt sein möge, es dereinst vollendet vor sich zu sehen, als das glän- zendste Blatt im Ruhmeskranz Ihrer großen Werke.

Göttingen , den 29. Juli 1898.

Die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu

Göttingen.

Verzeichniß der Deugewählten Mitglieder der K. Gesellschaft. 77

Verzeichniß der neugewählten Mitglieder

der K Gesellschaft.

Die Gesellschaft wählte zum ordentlichen Mitgliede in der philologisch-historischen Klasse

am 5. März 1898

Herrn Wilhelm Schulze hier, in der mathematisch-physikalischen Klasse

am 14. Mai 1898

Herrn Walther Nernst hier,

zu auswärtigen Mitgliedern in der mathematisch-physikalischen Klasse

am 14. Mai 1898

Herrn Robert Helmert in Potsdam und

Herrn Alexander Agassiz in Cambridge, U.St.A.

Die allerhöchste Bestätigung dieser Wahlen durch Seine Ma- jestät den König erfolgte am 4. April, 9. Juni und 8. August 1898.

Am 5. März 1898 erwählte die K. Gesellschaft zu ihrem c o r- respondirenden Mitgliede den Herrn

Conte Carlo Cipolla in Turin.

Mittelniederdeutsche Handschriften in Nord.deutschland und den Niederlanden.

Erster Reisebericht. Von

C. Borchllng.

0

Vorgelegt von G. Roethe in der Sitzung am 23. Juli 1898.

Mit dem Plane, durch ein einheitliches weitblickendes Unter- nehmen die Quellen der mnd. Litteratur, wie sie in den Handschriften und alten Drucken der Bibliotheken Niederdeutschlands und der Nachbarländer leider noch immer zum großen Teile in Vergessen- heit und Nichtachtung ruhen, möglichst vollzählig ans Licht zu ziehen, ist die Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften einem längst gefühlten Bedürfnisse der deutschen Philologie entgegengekommen. Wenn auch die mnd. Litteratur, zumal in ihren poetischen Denk- mälern, niemals die hohe Bedeutung der reicheren mhd. Litteratur erreicht hat, so ist doch das geringe Maß von Beachtung, das sie noch bis heute fast überall findet, zu einem großen Teile nur eine Folge der mangelhaften Ausnutzung des handschriftlichen mnd. Quellen- materials. Immer nur haben einzelne Forscher an einzelnen Punkten des weiten nd. Gebietes die Hand ans Werk gelegt ; wo gerade sich ein Mann für die ältere nd. Litteratur interessierte, da hat er das ihm zunächst gelegene Material durchgearbeitet und den Ertrag für die Allgemeinheit nutzbar gemacht. Vieles hat der Verein für nd. Sprachforschung geleistet, sich aber bei dem weiten Umfange seiner Ziele und der geringen Zahl der Mitarbeiter für die För- derung der Kenntnis der mnd. Litteratur auf brauchbare Einzelaus- gaben mnd. Werke und auf die Abhandlungen in seinen Jahrbüchern beschränken müssen. So kann denn heute längst noch nicht daran gedacht werden, eine Geschichte der mnd. Litteratur zu schreiben ; Jellinghaus' Versuch ist zu einer einfachen Bibliographie geworden, die auf Schritt und Tritt der Nachträge und Erweiterungen be-

80 C- Borchling,

darf. Wie sollte es aber auch anders denkbar sein, wenn nicht einmal die Kernländer Niedersachsens bis auf den heutigen Tag systematisch auf ihren Bestand an mnd. Hss. durchsucht worden sind. Zwar für Westfalen liegen wertvolle Vorarbeiten vor, da haben Hölscher, Jostes u. a. bereits eifrig Nachsuche gehalten und so manches wertvolle Denkmal, das Westfalen zur mnd. Litteratur beigesteuert hat, ans Tageslicht gebracht. Aber was weiß man denn bis jetzt von den mnd. Hss. der Bibliotheken der Provinz Hannover, der reichen Stadtbibliothek Hamburgs ? wer hat jemals die Bibliotheken der skandinavischen Länder, die doch auf das Engste im Zusammenhang mit Niederdeutschland und der Hanse ge- standen haben, für die mnd. Litteratur ausgeschöpft, oder die Niederlande für diese Zwecke bereist?

Schließen wir nun noch die s. g. Niederrheinische Litteratur des 14./15. Jh. in unseren Gesichtskreis mit ein, da sie ja, wenn auch ganz gesonderten Ursprungs, allmählich sich besonders in ih- rem Mittelpunkte Cöln immer enger und enger mit der eigent- lichen nd. Litteratur berührt : so fallen vor allem die noch ganz ungehobenen Schätze des Historischen Archivs der Stadt Cöln, und die beinahe ebenso reiche Sammlung der Darmstädter Biblio- thek ins Gewicht. Kurzum , wohin wir sehen , giebt es noch die Hülle und Fülle der nötigsten Vorarbeiten zu thun, selbst wenn die überaus traurigen Katalog- Verhältnisse so mancher Bibliothek mit einem Schlage aus der Welt geschafft wären.

Von der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zunächst mit der systematischen Inventarisierung und Katalogisierung aller in be- stimmten Grenzen erreichbaren mnd. Handschriften betraut, habe ich im Laufe des Jahres von Ostern 1897 1898 zunächst die Provinz Hannover (mit Ausnahme des Hildesheimischen), Oldenburg, Hamburg, das Münsterland, die Niederlande mit Belgien und den Nieder- und Mittelrhein bis zur Mosel bereist. Die Ergebnisse dieser Reise, mit Ausnahme der rheinischen Bibliotheken und Archive, lege ich in dem folgenden Reiseberichte vor. Das Hauptinteresse wird sich dabei auf die Bibliotheken Hamburgs, Lüneburgs, Hannovers concentrieren; für Westfalen war, wie schon gesagt, ein Teil der Arbeit bereits gethan, und von den vielen Bibliotheken der Niederlande kommen ausschließlich Brüssel und der Haag mit kleineren Sammlungen in Betracht.

Die hoffentlich bald nachfolgenden weiteren Abteilungen dieses Berichtes werden zunächst eine Ilebersicht der mnd. Hss. in Schweden-Norwegen und Dänemark geben und dann den Bericht über die rheinischen Bibliotheken anschließen.

Mittcluioderdeatsche Handschriften: Anrieh. 81

Bei der Art , wie solch ein Reisebericht entsteht , läßt es sich kanm vermeiden , daß sein Material an den verschiedenen Stellen starke TJngleichmäßigkeiten aufweist, je nachdem die Gunst der Verhältnisse eine ruhige ungestörte Arbeit erlaubte, oder in raschem Zuge die Gelegenheit beim Schöpfe gefaßt werden mußte. Für erschöpfende Handschriftenbeschreibungen war hier nicht der Platz; das literarisch Wesentliche wird mein Bericht hoffentlich ausreichend verzeichnen, mag er auch hier und da die Spuren einer gewissen Hast aufweisen ^). Ganz ausgeschlossen habe ich die nd. Rechtsaufzeichnungen; bei den historischen Werken konnte öfter eine größere Knappheit innegehalten werden, als bei den rein litterarischen Stücken. Die beigegebenen Litteraturnachweise sollen möglichste Vollständigkeit nur für die handschriftlich überlieferte mnd. Litteratur beanspruchen; auf alte Drucke ist wenig, auf hd. Fassungen und Bearbeitungen nur in den seltensten Fällen Rück- sicht genommen. Verweisungen auf einzelne Stücke innerhalb des Berichtes sind nicht gespart worden ; ein genaues vollständiges Re- gister über die besprochenen Hss. wird einer der folgenden Abtei- lungen des Berichtes angehängt werden.

Zum Schlüsse ist es mir eine angenehme Pflicht, allen den Herrn Vorständen der von mir besuchten Bibliotheken und Ar- chive für das liebenswürdige Entgegenkommen, dessen ich mich durchweg zu erfreuen hatte, meinen aufrichtigsten Dank zu sagen. So möge denn diese Arbeit ausgehen, um an ihrem Teile eine in- tensivere Erschließung der so lange vernachlässigten Quellen der mnd. Litteratur anzubahnen^).

1) So sind in den von mir citirten Stellen der Hss. die Abkürzungen nicht ganz gleichmäßig behandelt, meist beibehalten, aber doch auch zuweilen aufgelöst, wo kein Zweifel bestand.

2) Verzeichnis einiger im Folgenden viel gebrauchten Abkürzungen: Jellinghaus = Geschichte der mnd. Litteratur, bearb. von J., in Pauls Grundriß

der Germ. PhiloIogieS Bd. 11 1. Scheller = E. Scheller, Bücherkunde der Sassisch - Niederdeutschen Sprache.

Braunschweig 1826. Geffcken B.-E. = Job. Geffcken, Der Bilderkatechismus des 15. Jh. I. Leipzig 1855. Bodemann = Die Hss. der Egl. öffentl. Bibl. zu Hannover, beschr. u. herausg.

von Ed. Bodemann. Hannover 1867. Heinemann = Die Hss. der Herzogl. Bibl. zu Wolfenbüttel, bearb. von 0. v.

Heinemann. Erste Abt.: Die Helmstedter Handschriften, Bd. I^III. Wolfenb.

1884-88.

82 C. Borehling,

Abschnitt I: Provinz Hannover mit Oldenburg und Hamburg.

Ich mache den Anfang mit Ostfriesland , meiner engeren Hei- mat. Es kommen für nnsern Zweck nur die Bibliotheken und Archive von Anrieh und Emden in Betracht, da auch die reiche Sammlung des Grafen Knyphausen auf Lfitetsburg bei Norden keine nd. Handschriften aufweist, Das Kgl. Staatsarchiv zu Aurich be- sitzt die Originalhandschrift der Ostfriesischen Chronik Eggeric Beningas, die für die dringende Neuausgabe dieses Werkes also in erster Linie in Betracht kommen würde. Die nd. Hss. der Landschaftl. Bibl. zu Aurich enthalten fast durchweg Rechtsaufzeich- nungen und wenig wertvolle Abschriften ostfriesischer Chroniken. Aus der Hs. No. 13 in Fol. [= Ostfriesisch Landrecht etc.] hat Deiter im Nd. Jb. 8 (1882) 97 Bymsproeke to vermaninge der Rieh- teren, und im Korresp.-Bl. 6 (1881) 31 f. ein kleines Prosastück veröifentlicht.

No. 28 in Fol. „Analecta Ostfrisica Tom. 1 u. 2, Mscr.*^ enthält im 2. Bande in Abschriften von ca. 1740:

2. Olde Chronica der Friesen het 1514.

3. Ben Old Ostfries, Chronicon van den Jaere 1265 het 1464.

4. Een kort ChronycJcje van den Jaere 701 bet 1550, nevens een Frophec£yung over Ostfriesland. Vgl. unten Hannover, Kgl. Bibl. No. 1412a.

No. 35 in Fol.: „Chr. Funck, Sammlung von allerhand ost- fries. Dokumenten und Nachrichten von Eärchen- u. weltl. Sachen, größtenteils Mscr." Darin Stück 2 = 4 Seiten Folio, Anf. des 18. Jh., eine Abschrift des nd. Klagegedichts über die Einziehung der ostfriesischen Klöster durch Enno 11., das schlecht abgedruckt ist bei Harkenroht in den ^Oostfriessen Oorsprongkelykheden", Emden 1712, pag. 265 f., vgl. Houtrouw, Ostfriesld., eine geschichtl.- ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit. Aurich 1889 1893, p. 64. Eine andere Abschrift dieses Gedichtes, aus der 2. Hälfte des 17. Jh. , findet sich im Emder Ratsarchiv , im Tri- folium aureum des Emder Bürgermeisters Timon Rodolphi, Bd. I Folium 2; eine ebenso alte in Hannover, Kgl. Bibl. No. 1412a.

No. 59 in Fol. : „CoUectanea heraldica'', nach einer Eintragung Pannenborgs von v. d. Appelle Anno 1713 geschrieben. Auf S. 176 wird ein Gemälde, das sich damals in Emden befand, beschrieben und eine Inschrift darauf von zweimal 4 nd. Reimpaaren mitgeteilt.

No. 93 in Fol.: ;,Eine Sammlung von Gelegenheitsschriften, Satyren u. dergl., Ostfriesland betr. 3 Bde, teilw. Mscr.*', enthält u. a. eine beglaubigte Copie eines nd. Briefes einer Gräfin Theda

Mittelniederdeutsche Handschriften : Anrieh , Emden. 83

von Ostfriesland, Graf Edzards Tochter, die in ein Kloster ein- getreten war. Diesem Bande ist auch ein Exemplar von „Imel Agenas von Upgant Friesischem Breydlofffs-Gedirht ^ gedruckt thruch Hdlwyk CoXlenbach in diw Stedd Emutha, in der Jehr 1632 ^ dm 8. Feb.^ beigebunden,

No. 163 in 4^: Arnoldi de Bevergerne Chronicon Monasteriense = wertlose Abschrift ausMatthaei Analector. Tom. V, pag. 1 116.

Von den Emder Bibliotheken ist an nd. Hss. am reichsten

die Bibliothek der Gesellscliaft f. biidende Kunst u. vateri. AltertOmer.

Thr wertvollster Besitz ist die Hs. des mnd. Josep, von den Todsünden = Mscr. No. 64 (früher No. 139), die nach jahre- laaiger Abwesenheit seit 2 Jahren wieder in den Besitz der Ge- sellschaft zurückgekehrt ist. Sie wurde zuerst bekannt gemacht durch Babucke im Progr. des Progymn. Norden 1874 (vgl. Archiv f. Litt.-6esch. 4, 387 392), dann näher beschrieben von Lübben, Qu. - Verz. zu Bd. V , Sp. V f. Eine eingehende Beschreibung dieser Miscellan - Handschrift hat uns Herr Prof. Beifferscheid in nahe Aussicht gestellt. Kleinere Stücke aus der Hs. sind publiciert von Lübben, Nd. Jb. 2 (1877) 24-26, und von Deiter, Nd. Jb. 9 (1883) 145 f.; Korrespbl. B (1880) 58; 6 (1881) 15. Vgl. Nd, Jb. 6 (1880) 36.

Mscr. No. 56 in 4®. Pp. 16. Jh., besteht in der Hauptsache aus juristischen Stücken, von denen Deiter den huerbreef van Äppinge Damme, gegeuenn in den jare 13J37 im Nd. Jb. 7 (1881), 18—23 abgedruckt hat, vgl. auch Deiter im Korrespbl. 6 (1881) p. 89 f. Andersartig ist nur der ebenfalls von Deiter, Nd. Jb. 6 (1880) 74—79 zum Abdruck gebrachte y^Tractaet inholdende vele kostelycke remedien off medecynen weder alle krancheyi der Peerden^.

Mscr. No. 75*: „Stammbuch von 1600", enthält französische, nid. und hochdeutsche Eintragungen, aber nichts niederdeutsches. Deiter druckt Korrespbl. 5 (1880) 80 zwei nid, Sprüche daraus ab.

Mscr. No. 76, in seinem 2. Teile eine Sammlung lat. Grebete mit Wort für Wort eingeschobener nd. TJebersetzung aus dem 15. Jh., ist beschrieben von Deiter, Nd. Jb. 4 (1878) 62—64.

Mscr. No. 181 in 4^: handschriftliches nd. Kochbuch, vgl. Korrespbl. 1 (1876) 16.

Unbedeutende Abschriften ostfriesischer und verwandter Chro- niken sind die No. 22. 30a (Ostfriesl.) ; 73 (Oldenbg; lat. u. dtsch); 105a— b. 120b (Jever).

Die Bibliotlielc der Grossen Kirche zu Emden, die für die Refor- mationsgeschichte von Nordwestdeutschland eine der vollständig-

84 C. Borchling,

sten Sammlnngen bietet, hat an älteren nd. Hss. nur einen nd. glossierten Psalter. Vgl. den 2. Nachtrag zum aiphabet. Catalog 1895, pag. 48:

Mscr. in Folio No. 3 (22x29 cm.). Lat.-nd. Psalter mit Meditationen in plattdeutscher Sprache. 21 Lagen zu je 12 BU. Pap. 15. Jh. Ende. 2spaltig , von öiner Hand geschr. Holzband mit Lederüberzug.

Bl. 2»: (rot) Incipit liber ynorü uel soliloquiorü (pphete de xpo. Dann folgt die nd. Einführung.

Lage 20, Sp. 1 : Hir endiget de sölter den de {pphete dauid ge- maket heuet vnde hir volge^i no na somyge ander sanghe anderer ppheten de men oiJc yn der hillighen kerken pleget to syngen. Es folgen dann die üblichen Anhänge der Psalmen, vom caniicum ysaie an vollzählig bis auf das Symbolum Äthan. lieber andere lat.-nd. Psalter von gleicher Einrichtung vgl. unten zu Hamburg, Stadtbibl., No. 157 in Scrinio.

No. 2 3 (vgl. den erwähnten Nachtrag p. 52 unter den Hss. in u. 8^) : Monster sehe Odde Cronica etc., ist eine Abschrift, die Möhlmann 1837/38 von Cod. bist. 540 der Göttinger Universitäts- bibl. genommen hat (cf. W. Meyer, Hss. von Gröttingen II, 169).

An wertvollen alten Drucken führe ich an: Theologie in 4®, No. 22 5 enthält an 2. Stelle Tondalus eynrytter waylgeioren, o. 0. u. J., aber der Ausstattung nach zusammengehörig mit dem unmittelbar darauf folgenden Drucke von Arnt Buschmans Mirakel, [Cöln,] Servais Kruffter vff synt Marcellen straissen (der letztere angef. von Seelmann, Nd. Jb. 6 (1880) 38 Anm., nach Ba- bucke, Progr. Norden 1874, p. 1).

Die einzige in Betracht kommende Hs. des Emder Rats-Archivs ist bereits auf S. 82 angeführt worden.

Die nd. Hss. der Grossherzogl. öfTentl. Bibl. zu Oldenburg sind durch die Arbeiten Lübbens zu einem Teile bereits bekannter geworden. Ein von ihm aufgestellter handschriftlicher Katalog der deutschen Hss. ist auch bei der folgenden Aufzählung mitbenutzt worden:

No. 66: (Abecedarium speculi saxonici) IIBS. Pp. in Fol. Aus d. Anf. des 15. Jh. Die ersten Blätter z. T. beschädigt. Alter Holzbd. mit Lederüberzug.

Anf.: Hir beghynnet de abesete des spegels der sassen \ Qot geue dat id alfs mote wassen etc.

Schi. : vmnde dit is ene sUchte ticht bekennen se des

euer, so sin se dllike schuWich. Amen.

Die Hs. ist nach Merzdorf, Bibliothek. Unterhaltgn I (1844)

Mitteluiederdeutsche Handschriften: Emden, Oldenburg. 85

p. LXXVDI dasselbe Exemplar, das Dreyer in seinen Beyträgen zur Litt. n. Geschiclite des dtschen Rechts S. 123 erwähnt.

N o. 6 8 : De veer hohe der koninge , heransg. von Merzdorf, Oldenburg 1857 ; vgl. dort pag. V f.

No. 69: Die üldenburgerHs. des Seelentrostes von 1407; beschrieben von Merzdorf, Bibl. XJnterh. I, p. 3 9; vgl. Lübben, Qu. - Verz. zu Bd. V , Sp. XVU» und Mnd. Grammatik p. 177— 180 ; Eeififersch., Nd. Jb. 11 (1885) 101 Anm. 5.

No. 70: Evangelienbuch. 117 Bll. Pp. in 4^ Das letzte Blatt fehlt. In altem Einbände. Auf der Innenseite des Vorder- deckeis : Johan Munderlo. \ Desset ewangelium bock \ Höret vppe de Barch

Auf.: Hffr beghitinen de sondaghe. Quum appropinquasset Jhs, In der tyd .... (Bl. 1 oben etwas defect). Bl. 108*: expliciunt ewangelia, Bl. 108^: vader leue, ich bydde dar ghod, eeghe my wat he- dudet de mysse. Schi. : toy hebben dat \ vare (?) dat he beyde god vnde

mynsche sy Do sprak sun Vgl. Merzdorf, Bibl. Unt. I,

p. XXXVni Anm. Lübben, Qu.-Vz. V Sp. VP.

No. 71: Horologium. 168 BU. Pp. (Bl. 1 Pg.) in 4^ Holzband mit Leder überz., mit Schließe.

Auf. : Uyr begynt de prohgus van dem boke der ewiger tvisheüj dat horologium ghenomet is. Es ist das bekannte Werk Heinr. Susos.

Geschrieben 1469 van enen leyebroderkyn in benüaghe; sein Name ist broder ghert duuinck van stat loen ; vgl. Lübben im Quellen- Yerz. zu Bd. Y, Sp. IX. Andere nd. Hss. des bekannten Werkes sind aufgezählt unten zu Ebstorf, No. 9.

No.72: DasParadies des Klausners Johannes, vgl. Lübben im Nd. Jb. 7 (1881) 80—93, wo er das Werk jedoch nur im Auszuge bekannt gemacht hat.

No. 73 ist das Oldenburger bedeboek (A) Lübbens, aus dem er No. L (III.) IV. XVII— XIX seiner Mnd. Gedichte und Stück 1 u. 4—9 seiner Mitth. entnommen hat, vgl. auch Mnd. Gramm., Chrestom. Stück 1.

No. 74: St. Ancelmus Fragen vom Leiden Christi, nach dieser Hs. abgedruckt von Lübben als Anhang zu seinem Zeno (Bremen 1869), p. 103—144.

No. 75: ;,Epistola Eusebii, Cyrilli et Augustini, Gregorii dialogi, aus dem lat. ins nd. übersetzt. 8^ 260 Bll. 1473". So kurz angezeigt von Lübben, Qu.-Verz. V, Sp. IV. Ich gebe die genauere Beschreibung nach dem handschriftl. Kataloge:

1. Bl. 1 58^: Hiir begynnet de epistole des hüligen eusebii to damasium bisscopp portuensem vnde to theodosium senatoer van Borne van den dode des gloriosen confessors vnde lerers sunte Jheronimi,

86 C. Borchling,

2. Bl. 58^—68^: Hyr hegynnet de epistole de sunte Augustinus de hoge lerer sande sunte Cirillo de de ander bisscop van iherusalem was van der grotheit des hilligen Jheronimi etc.

3. Bl. 68^ 114^ : Hiir heghynnet vort de epistole de sunte Cirillus . . . sande sunte Augustinum .... van den miraclen sunte Jeronimi etc.

4. Bl. 114^ 125^: Eyn epistele van den leuen eyner iunferen vnde eyns itliken geistliJcen menschen. Schi. : Hyr endet dyt hock sich des god gelouet sy in ewicheit vnde byn hegerende vor den schryuer to biddene domini M^ CCCÜLXXIIP in vigilia Andree.

5. Bl. 126—260^: Hiir hegynnet dyalogus sancti gregorii to pctrum synen dyaken .... Scriptum a. d. 1474. Aus diesem Stücke ver- öfifentlichte Lübben in seinen „Mittlieilungen aus nd. Hss." (Olden- burg 1874) verschiedene kleine Proben. Ob Stück 1—3 wirklich, wie Lübben meint, direct aus dem Lateinischen übersetzt sind oder nicht vielmehr mit dem hd. Werke des Johannes von Olmütz zusammenhängen, kann erst eine genauere Vergleichung der Hs. mit dem hd. Werke zeigen. Vgl. über das letztere die Ausgabe A. Benedicts , Bibl. der mhd. Litt, in Böhmen , Bd. III (1880) ; dazu noch W. Meyer, Hss. von Göttingen II, 335.

No. 76: Sassisches Gebetbuch. 245 Bll. Pp. in 12». 15. Jh. (= Lübbens Oldenburger Gebetbuch B , cf. Qu. -Vz. V, Sp. XIII^ Mitth. p. 3 f.).

Auf. : Sequimini triumphum regis Dcnie zeghen des hoghen ko- nynghes wylle wy volghen.

Schi. : dat sacramenthe vnses heyles myl reynen herten werdich- liken vnde ynnichliken entfangen. Anten.

No. 77: Lübbens Oldenburger Gebetbuch C (cf. Qu.-Vz. a. a. 0.). 153 Bll. Pg. in 16«.

Voran geht ein Kalender, Bl. 1 (= Januar) fehlt. Das Gebet- buch beginnt : Here du salt myn lippen updoen. Schi. : selten in dat lant des vreden vnde des luchtes vnde en gunnen \\ (Schlußblatt fehlt).

No. 78: Nd. Missale. 259 Bll. Pp. in 8^ Vorangeht ein Kalender. Anf. des 16. Jh. Vgl. Merzdorf, Bibliothekar. Unterh. I, p. XXXVIII Anm.; Lübben, Qu-Vz. V, Sp. XIII (unter den Oldenb. Gebetbüchern).

No. 82: Dionysius Cato, Sittensprüche mit e. gereimten TIebersetzung in nds. Sprache. Aus e. Hs. der Helmstedter Univ.- Bibl. [= Wolfenb.-Helmst. No. 417, Heinem. 1,326] abgeschrieben von J. J. Eschenburg 1808. 8^.

No. 89 96 sind Abschriften von J. Renners Chronik von Bremen, von verschiedenem Werte, einige bereits ganz ver- hochdeutscht.

Mittelniederdetttsche Handschriften: Oldenburg. 87

No. 101: Bremensia. Darin No. 7: Kort verliaal van den st€uU der stad Bremen.

No. 115: Freesche Kronyck. 325 BU. Pp. in Fol. 18. Jh. Anf. : Dat Prologtis des comtnentatoris van desen hoeke der cro- nyken der vreescher landen etide den eeven Zeelanden. Die Chronik gebt bis 1530; dat darde deel (1491—1530) enthält die Zeitge- schichte des Chronisten, cf. pag. 6 b u. 7.

No. 149: Chronica der olden Geschichte vnd beide des Landes jsu Uolsten, derselbe als men dar im Jhare . . dtisent •hundert vnd tein^ vnd endiget sich ihm Jhare dusent vier hundert vnd sieben vnd Zwanteech. Aus dem Laune in Dudische geseteet ihm Jhar dusent veirhundert vnd Nuien vnd dresich Sontags negst vor Ffingesten. 216 Bll. Pap. in 4°.

Ueber die Hss. der nd. Uebersetzung des Presbyter Bremensis vgl. Lappenberg in der Quellen-Sammlg. der Schlesw.-Holst. Ge- sellschaft I (Kiel 1862), pag. XXVI f., wo unsere Hs. noch nicht mit aofgef uhrt wird.

No. 150: Dithmarsche Chronica = Auszug aus Neo- corus, 310 Bll. Pap. in 4^

No. 172: Abschrift von H. Bonnus Lübeck. Chronik (Magdeborch, Hans Walther 1569). 89 Bll. Pp. in 4«.

Nicht unter den deutschen Handschriften verzeichnet findet sich das lat.-nd. Lexicon, aus der Mitte des 15. Jh., das Lübben, Qu.-Verz. V, Sp. XTX** unter No. 10 aufführt. Aus dieser Hand- schrift stammen auch wohl die Sprüche, die Lübben Nd. Jb. 4 (1878) 27 ohne nähere Angabe der Handschrift abdruckt. Die Hs. ist zur Zeit nicht aufzufinden.

Eine Abteilung für sich bilden die Oldenburgica, sie ent- halten aber nur chronikalisches Material. Unter der Signatur Oldenburgica IX Oldenburg. B. Herzogtum, allgemeine Geschichte:

1. „Nd. Oldenburgische Chronik, beginnt mit Graf Huno und geht bis 1556; scheint ein Auszug aus Springer zu sein^. Pp. in 4». 16. Jh.

2. Joh. Schipho wers Chronicon Oldenbg. in der nd. Ueber- setzung von Johannes von Haren, vgl. unten p. 89.

a) bis 1506. Plattdeutsch. Pp. in 4P. 16. Jh.

b) mit neuen Fortsetzungen bis 1738. Pp. in 4^ 18. Jahrh.

c) mit Fortsetzung bis 1609. Pp. in 4^ 17. Jh.

3. „E. Springer, Cronica der Eddelen vnnd Wolgebaren Heren vnnd Qraven tho Oldenborch vnd Delmenhorst Vann cren Ortsprunck

88 C. Borchling,

vnnd herkumende. Gecorrigcret vnnd thosamende gebracht (reicht bis 1586)". Die so bezeichnete Handschrift ist aber weiter nichts, als eine von der Hand des fleißigen Eilert Springer gemachte Abschrift der unter 2 angeführten Chronik.

4. CoUectanea historico-antiquaria enthalten im 2. Bde (in 4®), in Abschriften des 18. Jh. Oldenburgische Chroniken, Cadovius- Müllers Memoriale Linguae Frisicae und eine Sammlung alter Wörter.

Unter der Specialgeschichte des Herzogtums, Kreis Jever ist^ außer einer modernen Abschrift der im Grossherz. Haus- u. Central- Archiv befindlichen Originalhs. von Remmer V. Seedyks Annalen, nur das von Eilert Springer im Jahre 1594 geschriebene Exemplar der Chronica Jeuerensis anzu- führen. Abschriften des 18. Jh. von dieser Chronikhs. sind in der Gymnasialbibl. zu Jever vorhanden, vgl. Riemann in der Aus- gabe der Chronica Jeuerensis von 1592 (Progr. des Mariengymn. zu Jever 1896) p. 11.

Die Privatbibliothek seiner Kgl. Holieit des Grossherzogs war

leider während meiner Anwesenheit in Oldenburg nicht zugänglich, doch setzt mich die liebenswürdige Unterstützung des Herrn OberbibUothekars Dr. R. Mosen zu Oldenburg, der zur Zeit mit der Katalogisierung der Handschriften der Privatbibl. beschäftigt ist, in den Stand, eine vollständige Liste der nd. Hss. der Pri- vatbibl. zu geben:

Bekannt sind bereits die beiden wichtigen Handschriften des Sachsenspiegels, der berühmte ßasteder Codex picturatus von 1336 (Homeyer, Sachsensp. I^ 42 No. 659), von Lübben und v. Alten herausgegeben Oldenburg 1879*), und Handschrift A2, ein glossierter Sachsenspiegel, bei Homeyer, Sachsensp. I', 34 No. 660. Eine Abschrift dieses Codex auf Pergament in Celle. Dazu kommen nun noch

1. No. 61: Nd. Gebetbuch. 217 beschr. BU. Perg. in 4^ Mit Kalendarium. Geschrieben 1470 von Schwester Elsbe van den berge. (Bl. 172 fehlt).

2. No. 62: Nd. Gebetbuch. 162 beschr. BU. Pg. 15. Jh. Im Kalendarium fehlen nach Bl. 1 zwei Blätter.

3. No. 99: Sammlung von Predigten in nd. Sprache aus dem Ende des 16. Jh. 230 Bll. in gleichzeitigem gepreßten Lederband.

Im Grossherzoglichen Haus- u. Central - Archive zu Oldenburg wurden mir von Herrn Archivrat Dr. Sello folgende Hss. vorgelegt :

1) Vgl. jetjst Sello in den Stadien z. Qesch. Oestringens u. Rüstringens S. 52 Anm. 6.

Mittelniederdeutsche Handschriften: Oldenburg. §9

1. Mscr. Oldenb. spec. Siebeishausen I, die Oldenburger Hs. der Margarethenpassion in mnd. Versen. Sie ist bereits ausführlich beschrieben von Graffunder im Nd. Jb. 19 (1893) 136 und dort bei der Herausgabe des Werkes mitbenutzt. Dagegen ist das auf Bl. 21 23 erhaltene Bruchstück eines Gedichtes, dem GraflEimder den Titel Van den seuen hcdronenissm vnses heren giebt, noch nicht abgedruckt. Es ist nahe verwandt mit No. XVII der Mnd. Gedichte, ed. Lübben; vgl. Paul -Braunes Beiträge 5,290, wo Milchsack eine hd. Fassung dieses Gedichtes in München, Cgm. 863 von 1439, anführt.

Alle weiteren nd. Hss. des Archivs sind rein historisch: 2. Mscr. Oldenb. gener. Chroniken u. Darstellgn: 4 Exemplare von „Schiphowers Chronik der Oldenburgischen Erzgrafen, übersetzt von dem Johanniter-Komthur Johannes v. Haren. Alle 4 Hss. gehören der jüngeren, überarbeiteten Ge- stalt dieser Uebersetzung an" (Sello). Diese Chronik beginnt (nach A): j^Na den gemeinen Regenuall offte WulckebroJce j de vmme Sunde willen der Minschen in Noe tidon gescheen is etc."

a) Exemplar II A, mit Nachträgen von einer jüngeren Hand bis 1641. 120 Bll. Pp. in 4^ Holzbd. mit gepreßtem Leder über- zogen (alte Sign. : VI A. 3). Text bis Bl. 110*, vereinzelte Notizen auf Bl. lll^ 112». 118^ 119^ 120*. Titel: Oronica van denn Eddelen vnnd Wolgebaren Heren vnd Grauen tho Oldenborch vnnd Delmenhorst van erenn Ortsprunck vnd herJcamendc thosamcnde gebracht, geschreuen im jare 1589.

b) Ex. n B (alte Sign. VI A. 2 c). 107 Bll. Pap. in 4°. Text bis Bl. 97*. Holzband mit gepreßtem Leder und Schließen. Fortgesetzt ''Ifis 1B94. Schrift von ca. 1600.

c) Ex. n C (alte Sign. VI A. 2 d). Pp. m 4«. Perg.-Bd. Die alte Foliierung reicht bis Bl. 184, der Text beginnt aber erst mit Bl. 81 (Cap. XIII) und reicht bis Bl. 174, bis z. J. 1588. Dem Text voran geht ein Blatt mit Notizen zu 1617. 1618. Ganz ver- hochdeutscht. Schrift : Canzleihand vom Anfang des 17. Jh.

d) Ex. UD (alte Sign. VI A2b): nd. 90 Bll. Pp. in 4«. Hand 1 geht bis 1B76 (Bl. 80*), dann Nachträge von mehreren Händen bis 1623.

e)Ex. HE (Neu-Erwerbg von 1893): nd. 105 BU. Pp. in 4^ Hand 1 geht bis 1627 (Bl. 104*) ; dann Nachträge von 1630 u. 1685—87, von ^iner andern Hand. Andere Hss. dieser nd. Chronik sind: 1) Wolfenb.-Blankenbg. 197 in (Lübben, Nd. Jb. 6 (1880) 74). 2) Gotha, Herz. Bibl. No. 60. Cod. chart. form. min. fPertz Arch. VI (1838) 90). 3—6) die oben p: 87 aufgeführten Hss. der

VMhiloht«ii{ fMchiftl. Mittbefluigen 1896. 8. 7

90 C. Borchling,

öif. Bibl. Oldenburg. Dazu die unten besprochenen Hss. : 7) Ham- burg, Stadtbibl., Hist. 329 in 4^ 8) Hannover, Kgl. Staatsareh., Mscr. H. 10. 9) Bremen, Stadtbibl. Mscr. b 383.

3. Dieselbe Sign.: (Lambert von 0er?), Geschichte des Oldenburgischen Krieges gegen Münster 1538. 10 BU. in Folio, aus vom Staatsarchiv zu Münster abgelieferten Akten.

4. Mscr. Oldenb. spec. Jeverland (alte Signatur VI A 9* und*»): Zwei Exemplare der Chronica Jeverensis.

a) [jetzt B] 56 Bll. Pp. in 4^. nd. Chronica Jeverensis von 1148—1521. 1525-1575. Anf.: Anno 1148 Do starff ein Ricke Mann tho der begrefnifs werenn de Ostringer jegenwardich etc.

b) [jetzt A] 42 Bll. Pp. in 4®. Eine Cronica, van der Veide, welckere van der Oistringer^ vnde Rustringer , vnd Wangerlandth sick hebben thogedragenn ; vnde och de Harlingers mede, eine.vnderwisinge, Anfang wie bei a). Reicht bis 1521 ; danach fehlen einige Blätter (höchstens 2). Auf dem Schlußblatte eine Rechnungsnotiz von 1651. Eine Abschrift dieser Hs. aus dem 18. Jh. ist Jever, Gymn,-Bibl. No. XI A. b. 6 »).

5. Dieselbe Signatur. 211 S. Pap. in Fol. : Die Original- handschrift der Jever sehen Annalen Remmers vonSeediek (cf. p. 1 : Annales Remarii questoriSj et omnia ex fededignis scriptis et ho- minibus conscripta). Die folgende genaue Inhaltsangabe verdanke ich Seilos Güte :

I. Nd. Auszüge aus der Vita s. Willehadi. p. 3 6.

n. Nicht streng chronologisch geordnete, teils lat., teils nd. Notizen, vorwiegend zur Geschichte Frieslands, mit mancherlei späteren Nachträgen, den Zeitraum von 1194-1397 umfassend (Missale von Hohenkirchen, Fedderwarden, Baut). p?^9 26.

in. Ostfriesische Chronik, von 1400 1493, mit nachträg- lich eingeschobenen TJrkundenregesten aus dem Jeverschen Archiv, p. 26-47.

IV. Geschichte der Verräterei des Folf von Inhausen 1493 —1497. p. 47—106.

1) „Eine Abschrift der Oestringer Chronik (des 1. Bestandteils der Jever- schen Chr.) fand sich auch in Schlevogts Deductio iurium (= Mscr. Oldenb. gen. Chroniken u. Darstelign) am Schlüsse angebunden; jetzt (1895) herausge- nommen und als Oestringer Chronik besonders geheftet**. Ueber die ver- schiedenen Bestandteile der sog. Chronica Jeverensis vgl. jetzt Selio in seinen reichhaltigen Studien zur Geschichte von Oestringen und Rüstringen (Varel 1898) Cap. IV (Die Oestringer Chronik) und XU (Remmer von Seedick, seine Annalen und die Jeversche Chronik). Sello möchte Remmer auch den Hauptbestandteil der Jeverschen Chronik, die auf die Oestringer Chronik folgende Chronik der Jahre bis 1521/22, zuschreiben. *

Mittelniederdeutsche Handschriften: Oldenburg, Jever. 91

V. Genealogische Notiz über die Nachkommen des 1418 hingerichteten Dide Lübben. p. 109.

VI. Ostfriesisch-Jeversche Chronik 1497 -1530. p. 111-210. Dieser Chronik waren von Leverkus angebunden (jetzt als

selbstständige Hss. gebunden, aber unter der gleichen Sign.): VII. Gehreice tuschen deii vroeicens (von Jever) . . . unde den graven van Emden 1534 (p. 213—227). VIII. GebreJce tan der Vrede- horch (p. 230). IX. Ein Schreiben (p. 231). X. Notizen zur Genealogie der Häuptlinge von Jever (nur zum Teil von Remmers Hand) (p. 239 2B2). XI. MemorcdnUa Frisiaca = Aufzeich- nmigen eines ungenannten Geistlichen aus dem Kirchspiel Schor- tens [1218] 1478—1554 (p. 273— 280). Jetzt abge druckt beiSello, Stadien S. 112-114.

6. Dieselbe Sign.: 82 S. in Fol. : Remmer vonSeediek, Compendiosa instructio, von der Besitzergreifung und dem Verlust Jeverlands durch die Grafen von Ostfriesland; nd. Es sind 2 autographische Fragmente, das eine Reinschrift, das andre Con- cept (vgl. Sello auf dem Titelblatte von B).

7. Dieselbe Sign., aus Acta Jever. Abt. A Tit. I No. 1 herübergenommen: Remmer von Seediek, Genealogie des Ge- schlechts tom Brok und Edo Wiemken.

8. Mscr. Oldenb. spec. Varel-Kniphausen, Abschrift aus Acta Varel-Kniphausen Abt. B. litt. F. 2. No. 1 [96] : Knip- hauser Geschichten 1495 if., bezeichnet als „Auszug aus der Chronik des Hauses Grymersum".

9. Mscr. extranea Brem.: Renners Bremische Chro- nik; „sachlich gute, in der Sprache etwas modernisierte Abschrift des Cod. autogr. in Bremen". Stammt aus der alten gräfl. Bibl. Anton Günthers, beschr. von Merzdorf, Bibl. Unterh. I, p. XXXV f. Sie ist, wie mir Sello mitteilt, identisch mit der von Merzdorf p. XXXVI kurz erwähnten „bei weitem neueren und jüngeren" Hs. im Oldenburger Landesarchiv, das überhaupt nur diese eine Hs. Renners besitzt. Vgl. Lappenberg in Geschichtsquellen d. Erzbist. Bremen p. XXVII f. -

Ein Abstecher nach Jever galt vor allem der noch wenig durchforschten Bibliothek des dortigen Mariengymnasiums, die die Reste der verschiedensten jeverischen Sammlungen aufgenommen hat (vgl. Merzdorf, Bibl. Unterh. I, p. LXITT ff.) ; noch in der letzten Zeit ist sie durch den umfangreichen handschriftlichen Nachlaß des Hofrats Ehrentraut auf Kloster Oestringfelde an- sehnlich vermehrt worden. Allein trotz der eifrigsten Durch-

7*

92 C. Borchling,

forschung hat sich nur eine geringe Ausbeute an nd. Hss. ergeben. Außer der von Biemann im Progr. von Jever 1896 abgedruckten Chronica Jeuerensis^ geschreven dorch Eitert Springer 1592^) [vgl. die Beschreibg der Hs. pag. 4 8 ( -= XI C. c. 16)J findet sich nur noch 6ine Handschrift des 16. Jh., No. XI C. c. 10, die Bearbeitung der Jeverschen Chronica , geschreven dorch Eilert Springer 1594. Alles übrige sind junge, wertlose Abschriften Jeverischer und verwandter Chroniken, die älteste aus dem Ende des 17. Jahrh. Wichtig ist dagegen noch die Hs. XI A a 11 : Der Prediger in Jeverlandt Bedenken und Confession wieder dass Interim 1548 Fol. Darin handschriftlich die Bedenken der einzelnen Prediger im Original, teils lat., teils nd. Angebunden ist eine vollständige Abschrift des Mscr., von der Hand des Herm. Accumensis.

XI A. e. 26 in 8®: Eine Original-Hs. von Cadovius-Müller, Memoriale linguae Frisicae , von 1691 , mit den eigenhändigen Zeichnungen Müllers , vgl. Kükelhan im Ostfries. Monatsblatt f. provinz. Interessen III 289 ff. und 221 ff.

Die noch junge Bibliothek des Jeverländischen Vereins f. Alter- tumskunde zu Jever hat ihre wertvollsten Schätze aus dem aufge- lösten Werdumer Archiv auf Haus Werdum im Harlinger- lande empfangen. Daher stammen auch alle hier in Betracht kommenden Stücke :

1. Die vier von Ehrentraut in seinem Friesischen Archiv Bd. I (1849) S. 133-141 unter No. VI— IX zum Abdruck gebrachten kurzen historischen Berichte, alle vier in Erbschaftsstreitigkeiten von Angehörigen der Familie v. Werdum aufgesetzt, aber in ihrer knappen präcisen Form kleine Meisterstücke. = No. 40. 70. 50 u. 65 der Sammlung des Vereins.

2. No. 101: Res Frisicae, gesammelt und zumeist auch ge- schrieben von Ulr. V. Werdum, dem bedeutendsten Manne dieses Geschlechtes. Darin Stück 4, von einer älteren Hand geschrieben : (Jeverische Chronik) Eine Presche cronica van etlichen gesche/ften, die sich tvandages thogedragen hehben van anno 1148 beth vp a^ 1520 jaren tho. 24 Bll. Pp. in 4°. 16. Jh. lieber diese bemerkenswerte Hs. der Chronica Jeverensis vgl. jetzt Sello, Studien z. Geschichte

1) Von der Chronica Jeuerensia weiß ich auBcrhalb Jevers folgeude nd. Hss. nachzuweisen: 1) Oldenburg, Großh. Bibl., von 1694, vgl. oben p. 87. 2) Olden- burg, Großh. Haus- u. Centralarchiy, 2 Exemplare, vgl. oben p. 89. 8) Hannover, Kgl. Bibl. No. 1856. 1366». 1856^ (Bodemann p.286f.). 4) Hannover, Egl. Staats- archiv, Mscr. T. 2, Stück 4. Copie von 1688. 6) Petersburg, Sammlung Roman- zoff, 2 Exempl., vgl. Pertz Archiv VI (1888) 249 f. Dazu kommen endlich die Werdumer Handschriften der Chronik, vgl. unten unter Hs« 101 des Jeverl. Vereins,

MitteloiederdeutscLe Handschriften: Jever, Bremen. 93

V. Oestringen und Rüstringen S. 39. ILr tritt sehr nahe Hannover Kgl. Bibl., Hs. No. 1406 (vgl. nnten), die ebenfaUs mit Ulr. v. Werdnm zusammenhängt. Stück 5 unserer Hs. ist eine jüngere (1706) Abschrift der s.g. Springerschen Chr. 21 Bll. in 4®.

3. No. 86: Chronica der Friesen inholdende den Ohrsprunck, und Herkunft der Friesen. 1550. Anf. : Wy lesen vors Erste dat nach der geborte Unsers Heeren Jesu Christ 75 die Stadt Jerusalem dorch T. Vesp. ist ver störet (schon viel Hd. eingemischt). 93 S. FoHo. Auf p. 93: Fin Körte Fropheceyung von OstfriesJandt ^ so ehrnials binnen Eynbden int Olde Kloster in ge{comen).

Mit dieser Chronik vergleicht sich die oben p. 82 angeführte Hs. der Bibl. der Auricher Landschaft Fol. 28, Tom. II, Stück 4, und Hannover, Kgl. Bibl., No. 1412» (Bod. p. 306), Stück 3—5; vgl. unten.

Dem Stadtarchiv zu Jever (Vol. 1 A, Abt. HI, Bl. 45^—46) gehört die mir nur aus einer 1896 angefertigten Abschrift im Olden- bnrger Archiv (Mscr. Oldenb. spec. Jever) bekannte kurze Je- verische Stadt-Chronik des Bürgermeisters Johann Mormann 1553 64 an.

Auffällig ist die Armut Bremens an handschriftlich erhaltenen Denkmälern der mnd. Litteratur. Für die Stadtbibliothek hat die sorgfältige Zusammenstellung und Beschreibung Alwin Lonkes im Bremischen Jahrb. 18 (1896) p. 175 if. mit Einschluß der luristi- sehen und historischen Hss. (nur die Bremensien sind ausgenommen) nicht mehr als 10 mnd. litterarische Hss. zusammenbringen können, denn Lonkes No. 7 (Mscr. c. 55) ist mnld., und No. 12 14 enthalten nur nd. Namen. Ich habe Lonkes Arbeit wenig hinzu- zufügen: aufmerksam machen möchte ich noch einmal auf die dem Sachsenspiegel von 1342 (= Mscr. a30*) angebundene, wie dieser von Hinricus Bese van Rozstock geschriebene nd. gefärbte Hs. der Goldenen Schmiede Konrads von Würzburg, da diese wertvolle alte Hs. des Werkes bisher noch nicht genügend ausge- beutet worden ist. No. 8 „Mscr. c. 14. Gebetbuch in platt- deutscher Sprache*, enthält auch latein. Gebete. Besonders be- zeichnet ist der Abschnitt Bl. 98*— 113^: Hir beghünet en dmote hokeske ghehete vnser leue vruwe Uaghe. Anf. : Des Mandates na palm^ dach cdee de Jode vnse leue here hadde entfOgS vp de Palm- dach etc. Schi. : Vh se was ere cddUcuesie ktde Cristo Jhü horsa de vfis mote vorlene dat ewighe leuet Amen. Amen. Amen. Bei No. 9 und 1 0 hat Lonke so gut wie ganz unterlassen, auf die zahl- reichen, diesen beiden Gebetbüchern eingelegten gereimten Stücke hinzuweisen. Die Reimgebete und Mariengedichte von No. 9

94 C. Borchling,

(Mscr. c. 24. Kerkengebede) liatLübben in seinen mnd. Gedichten (Oldenburg 1869) sämtlich publiciert, es sind dort die No. V. VI XVI undll. III; aus No. 10 (Mscr. c. 25 Niedersächsisch. Bett- buch) hat er dagegen nur die 2. Fassung von No. II (Die 7 kurzen Freuden der Maria) der mnd. Gedichte (== Bl. 197*— 198» der Hs.), und in seinen Mitteilungen aus nd. Hss. , Progr. Oldenbg. Gymn. 1874, p. 4* ein paar poetische Sprüche {=■ Bl. 84*-^ der Hs.) entnommen. No. 10 enthält aber noch mehr gereimte Stücke:

1. Bl. 52^—53*: Item hir heghynet vnser leuen vrouwen missen schone vn recht to dude:

Salue sancta OhilUghe godes moder Dynsone is geworden vnse broder etc.

2. Bl. 54*— 57*: Verschiedene Reimgebete.

3. Bl. 57» 59»: de epiMole in Reimen.

4. Bl. 59*^: dyt is de sequentie, in Reimen.

6. Bl. 60**— 63^: dit ewangelium bescriuet sunte^lucas de sunie marien cappella was etc. in Reimen. Dann die letanye.

6. Bl. 69^—73»: Gebete an Maria, teilweise gereimt.

7. Bl. 79^ 81*: Veniredemptor gentium ^mnA.'RQvaieti, (Dasselbe in Hamburg, Stadtbibl., Hs. aus d. Convent No. VI u. XII, cf. unten).

8. Bl. 84*-*» : Jeronimus eecht^ vgl. Lübben in den Mitteil. S. 4*.

9. Bl. 134*— 135*: Gereimtes Gebet auf den Gründonnerstag. Lonke hat von seiner Zusammenstellung ausgeschlossen die

Rubrik der Bremensien. Sie ist zwar reicher an nd. Hss., als die übrigen Abteilungen der Stadtbibliothek, aber da sie nur chro- nikalisches Material enthält, tritt sie für unsern Zweck mehr in den Hintergrund. Die nd. Bremer Chroniken sind in zahlreichen Abschriften vorhanden, deren Würdigung und nähere Bestimmung ich aber den Historikern überlassen muß. Ich habe elf Hand- schriften der Bremer Chronik von Rynesberch-Schene ge- zählt, deren älteste Hs. sich bekanntlich auf der StadtbibliotKek zu Hamburg als Cod. bist. No. 94 in Fol. befindet, vgl. Lappen- berg in den Bremischen Gesch.-Qu. p. XXX f. JDagegen besitzt die Bremer Stadtbibliothek das Original-Mscr. der Bremer Chronik Joh. Renners, von der Hand des Verfassers. Es ist Mscr. a. 96— 97 in 2 Teilen, Teil I die Jahre 449—1511, Teil H 1511 1583 umfassend, vgl. Lappenberg, p. XXIII u. XXVII f. Da- neben habe ich an 20 Abschriften gezählt*)» Ah kleineren nd. Bremischen Chroniken habe ich noch aufzuführen:

1) Außer den bei Lappenberg angeführten Hss. sind noch Abschriften der Renuerschen Chronik zu Oldenburg, Hannover, Haag, Münster und Osnabrück im Verlaufe dieses Berichtes erwähnt.

Mittelniederdeutsche Handschriften: Bremen. 95

1. Mscr. b. 361 (= W. A. 246): Be Meine Bremer Chronike (vgl. Lappenberg in den Bremischen Gesch. -Qu. p. XXVI) ver- meldet vann dene vornemstefin Geschefften cdllmr tho Bremen ge- schenn^ van der Tidt des ersten Bischovs Wilhadi wennte indt Jar 1539 up dat korteste beschreven.

2. Chronik über den Aufstand von 1530 ff. in verschiedenen Recensionen:

a) Mscr. a. 100: Chronica Bremensis de anno 1530 ad annum 1535. Script. Bremae 1607. Mscr. in plattdeutscher Sprache, vgl. Lappenberg, Brem. Gesch.-Qu. p. XXVI.

b) Mscr. a. 596: Chronica Bremensis von 1530 et sqq., nd. Anf. : Ick hebhe mit flite in dessem BoecJce etc.

c) Mscr. a. 593: Chronika der Stadt Bremen von 1530 1536. Jüngere Abschrift; nd.

d) Chronik von dem Aufruhr in den Jahren 1530 bis 1534 in Bremen. Sign.: W. A. 322. Junge Abschrift.

Endlich Mscr. b. 383 : „Schiphowers Chronicon Oldenbg., so er 1504 an den Herrn Graf Johann VII. dediciert". Junge Ab- schrift; nd. Vgl. oben pag. 89.

Im Bremischen Staatsarchiv legte mir Herr Archivar Dr. v. Bippen folgende nd. Hss. vor :

1. Sign. P. 1. s. 2. a. : Rynesbarch-Schene'sche Bremer Chronik in einer überarbeiteten Fortsetzung bis 1547. Eine Eintragung auf der Innenseite des Vorderdeckels besagt: j^Impensis Ditmari Kenkelii Consulis Bremensis a^ 1561 scripsit Rodolphus a Debholtn^. Die Chronik ist bald nach 1547 verfaßt. Fol. 711 S.^).

2. Sign. E. 7. e. 2. a. : Kenkels Bremische Chronik (1547—1563, betr. die Hardenbergischen Streitigkeiten). Abschrift, die in Ken- kels Auftrag geschrieben und unmittelbar aus dem Original ge- flossen ist. Fol. 715 S. ^). Zu dieser und der vorigen Chronik vgl. unten die Zusammenstellung zu Hannover, Kgl. Staatsarch. Mscr. B 55 u. 56.

3. Sign. E. 6. b. 1 : Nd. Chronik auf den Aufruhr von 1530 —32, s.g. Jac. Louwe'sche Chronik. j^Gruntlick ock warhafftige antoginge vnde töricht wo vnde wathgestaU de mothwyllige vnde wreue-

1) Aas dieser Hs. druckt Liliencron II, No. 161 das Lied auf die Einnahme von Delmenhorst 1482 ab, das auch in den Hss. der Rennerschen Chronik sich findet.

2) Nicht zu verwechseln mit dieser Chronik ist die im Bremischen Jb. 7 (1874) 4 67 herausgegebene Hau s c h r 0 n i k Detmar Kenckels , ein Familien- tagebnch, jetzt auch Eigentum des Staatsarchivs, sub sign. P. 6 b. 1 (in der Personalakte Kenkels).

96 0. Borchling,

lirJce npror so nha Cristi gebort jm XV o am dortigesten vnde fol- gende Jaren bynne der Stadt Bremen vorhanden, angefangen, wes dar jnne van iyden tho iyden vorgenamen vnde gesehen vnde wo de- suffte dorch vorleninge des'^almachiigen wedder affgedan, gestyllet vnde gheendyget wart^. Fol. 384 S.

4. Sign. P. 1. e. : Denkelbuch des Bürgermeisters Daniel v. Büren des Aelteren 1490—1525. Originalmscr. in Schmalfolio, und verschiedene Abschriften.

5. Im Ratsdenkelbuche von Bremen, Sign. P. 6. a. g. c. 2. b., steht auf Bl. XCd-XCVI» (= S. 203—204), aufgezeichnet von der Hand des Bremer Rathmanns Heinr. v. d. Trupe, das nd. Lied von 1408, unter der alten, unpassenden Ueberschrift : j^ Bremer Loff wedder Oldenhorg", Es ist abgedr. 1) von Leverkus in Zs. f. d. Alt. 11, 376 ff., 2) bei Liliencron I, 217 ff. No. 47. 3) im Bremischen Jahrb. 3 (1868) 136—144.

6. Anzuführen ist hier endlich noch P. 5. b. 2. a. 1, das Ori- ginal der nd. Bremer Statuten von 1303, die wegen ihres Alters sprachlich von Wichtigkeit sind.

Ein Besuch, den ich von Bremen aus der alten Bischofsstadt Verden abstattete, hatte zwar für Verden selbst ein rein negatives Resultat, förderte aber, auf Grund einer Mitteilung des Herrn Pastors Wallmann zu St. Johannis in Verden, einen in tiefster Vergessenheit im Pfarrarchive zu Achim b. Bremen ruhenden Codex niederdeutscher Predigten aus der 2. Hälfte des 16. Jh. ans Tageslicht. Eine genauere Prüfung dieser Hs. auf der Göttinger Universitätsbibl. hat ergeben, daß ihr Inhalt den anfangs von mir gehegten Erwartungen nicht ganz entspricht. Es ist ein in Perga- ment gehefteter Quartband von 106 Bll. Papier, in den der erste lutherische Pastor von Achim, Johannes Meier, die Entwürfe seiner nd. Predigten und einige ausgearbeitete Predigten eingetragen hat. lieber diesen Johannes Meier, der im Jahre 1659 zum ersten lutherischen Pastor in Achim eingesetzt wurde, hat K. E. H. Krause an einem ganz versteckten Orte (Progr, der Großen Stadtschule zu Rostock 1868, p. 7 8) das Nötigste zusammengetragen. Er erwähnt da auch unseren Codex, aber nur ganz flüchtig : „An der Kirche zu Achim existieren von ihm (Job. Meier) noch 2 kleine zerlumpte Bücher in 4^, welche gemeiniglich die ältesten Achimer Kirchenbücher genannt werden, das eine ist aber eine Aufzeich- nung von Leichenreden, nicht unwichtig für die Geschichte der dortigen Adelsfamilien; das andere, ursprünglich ein Schul- oder Collegienheft, hat nachher zu Eintragungen über seine Notariats- thätigkeit gedient. In diesem letzteren stehn auch allerlei Re-

MittelniederdeutBche Handschriften: Bremen, Achim, Hamburg. 97

cepte, dann seine Familienschlcksale verzeichnet [lateinisch I], femer anf S. 11 ff. die Sonden, deren wegen er die Zulassung zum Abend- mahl und als Taufzeuge verweigern will, plattdeutsch, in 10 Sätze geordnet*' ; endlich auf S. 20 ein geistliches nd. Lied aus dieser Zeit, das Krause vollständig abdruckt. Krause irrt, wenn er glaubt, unser Codex enthielte nur Leichenpredigten. Allerdings sind von den 12 ausgeführten Fredigten, die Johannes Meier in sein Conceptheft eingetragen hat, 8 Leichenpredigten; aber die übrigen 4 sind Sonn- und Festtagspredigten, wie gleich die erste erhaltene eine Osterpredigt von Anno 85 (= 1585) ist. Der Haupt- bestandteil unserer Hs. aber sind Predigtentwürfe, deren ich etwa 50 gezählt habe. Sie sind zu einem kleinen Teile ganz lateinisch abgefaßt, öfter mit starken lateinischen Bestandteilen durchsetzt. Das Hochdeutsche bricht dagegen nur wenig durch, vgl. besonders Bl. 92 95, wo eine zusammenhängende B;eihe von Fredigtent- würfen, die scheinbar der spätesten Zeit angehören, fast durchweg hd. abgefaßt ist. Soweit eine Datierung den einzelnen Stücken beigefügt ist, umfaßt die Hs. den Zeitraum von 1577—1602. Daß wir das Concept des Predigers vor uns haben, erkennen wir aus dem Mangel jeder chronologischen Ordnung der einzelnen Predigten, die zu den verschiedensten Zeiten bald vorn, bald hinten in das Heft eingetragen wurden, bis es ganz voll war; ferner aber auch aus der nachlässigen, schwer lesbaren Schrift, die trotz anschei- nender Verschiedenheit doch ein und dieselbe bleibt und nur die unterschiede des Alters erkennen läßt. Das letzte Blatt des Codex (106), das lose beiliegt, sowie die Innenseiten des Perga- mentdeckels sind mit reichlichen lateinischen, deutschen und grie- chischen Citaten und Sentenzen beschrieben. Auf der Außenseite des Vorderdeckels steht: Das alte Kirchenbuch,

Den ersten längeren Aufenthalt während meiner Reise durfte ich in Hamburg nehmen. Die reichen handschriftlichen Schätze der Hamburger Stadtbibliothek mit absoluter Sicherheit ausgeschöpft zu haben, kann ich, trotz der liebenswürdigen Unterstützung meiner Ar- beiten durch die Bibliothekare der Stadtbibliothek, besonders die Herrn Dr. Burg und Dr. Spitzer, nicht behaupten, denn die bisherigen Ka- taloge der Handschriften der Stadtbibliothek geben keine Gewähr da- für. Dagegen hoffe ich, von dem, was an nd. Handschriften einiger- maßen deutlich zu Tage liegt, nichts wesentliches übersehen zu haben.

An die Spitze stellen möchte ich die s.g. Handschriften dea Convents. Es sind das 14 mnd. Handschriften des 15. und beginnenden 16. Jh. , die *im Jahre 1875 aus dem alten Convent der Beginen, jetzt einem protestantischen Frauenstifte, in die Stadtbibliothek

98 C. Borchling,

tiberführt worden sind. Sie stehn seitdem ohne weitere Bezeich- nung bei den Deutschen Hss. nnd sind, trotz ihrer Wichtigkeit für die mnd. Litteratnrgeschichte , bisher erst ein einziges Mal angeführt worden : im Nd. Jb. 2 (1876), wo Carl Schröder p. 88—113 die in einer dieser Hss. erhaltene abweichende Recension des mnd. Gedichtes vom Kreuzesholze mit der bei Staphorst abgedruckten Fassung des Hartebokes vergleicht. Ein von C. H. F. Walther verfaßter handschriftlicher Katalog dieser 14 Hss. wurde mir von der Stadtbibliothek zur Benutzung überlassen.

Handschrift aus dem Convente No. I: 40 BU. Pg., dann 17S BU. Pp. in 8°. Gepreßter Ledereinband mit 2 Klammern. Vorn steht auf dem Reste eines Blattes: GreteTce Vegeners yn deme covente der hört dyt holt etc. , und nochmal : Gretelce Wegefiers,

1. Bl. 1 184*: Betrachtungen und Gebete für die Sonn- und Pesttage des ganzen Kirchenjahres. Anfang: Bgt les des ersten sondaghes in der avetite eyn schone bei. Endet mit: An denie hilghen avende der kerk wigyngJie.

2. Bl. 184b— 185* (der unbeschriebene Rest von Bl. 185 ist herausgeschnitten): geistliches Lied: Droch tcerlt wy gruwet icor dy ^sentj wor synt nu de resen de genesent nicht enkonden etc. ; ohne Absätze geschrieben, aber mit (ungenauer) Bezeichnung der Strophen und Versanfänge. Von demselben Umfange, wie die Fassung desselben Liedes in der Ebstorfer Liederhs. (Schröder No. Will) ; auf einem Rostocker Einzeldruck von ca. 1620 (cf. Wiechmann-Hofmeister III, 65) „mit irreleitender Strophenabteilung" vgl. Nd. Jb. 15, 15.

3. Bl. 186* 215*: Gebete an einzelne Heilige; beim Abend- mahl; Vergleich des Leidens Christi mit der Harfe [BL 204^ 208*: Hyr heff syk an eyn harpen spil vormiddelst vns botekent wat dat lydet Cristi, Anfang: SIthara dat het eyn hhpe vn is eyn schone seyden spil vnde is ghemdket van holte vnde bedudet vns dat lident csti an denie cruce etc. Dasselbe Stück in Wolfenb.-Helmst, 1183, Bl. 196^—198* (Hein. 13, 97) und im Haag, Kgl. Bibl., Mscr. V 52 , Bl. 40* 41 ^J ; verschiedene Gebete, so das Gratias, Benedicite u. a.

Stück 1 und 2 wohl aus der 1. Hälfte des 15. Jh., Stück 3 von verschiedenen Händen der 2. Hälfte. lieber die Besitzerin siehe Staphorst I 1, 240 aus d. liber Beguinarum: 1479 Gretek^ Wegeners, f. Marquardi, beguina, vixit. etianmum 1544.

No. 11: Pg. in 16". 1. Hälfte des 15. Jh. Ledereitibaiid mit einer Klammer. Hinten auf der Innenseite des Deckels : Margrete Gotkens hört dyt bok to over se vorlarme syck got de here myn moder de heft nv dot ghetoesen VJI.

Mittelniederdeatsche Handschriften: Hamburg. 99

Gebetbach zam Gebranche beim Gottesdienste : Gebete und Psalmen. In der 1. Hälfte des Baches sind an 2 Stellen je 2 Bll. mit jüngerer Schrift ergänzt; aach gegen Ende ist ein Blatt er- gänzt , dagegen an einer Stelle ein Blatt, an einer anderen 8 Bll. herausgeschnitten.

lieber die Besitzerin siehe Staphorst I 1, 241: 1529 Marga- rethe, f. Hans Götkens, professa.

N o. m : 174 Bll. Pp. in8°. IB. Jh. Ledereinband (laediert) mit einer Klammer. Nor etwa zwei Drittel des Baches sind beschrieben. Vom aof der innem Seite des Umschlage^ : Angnete Bygemeygers kort dit hock tho.

Nd. Gebetbach.

Zanächst Abendmahlsgebete, dann Bl. 21*: de gülden zele trost (= Gebete f. d. Seelen im Fegefeaer ; dasselbe Stück onten in Han- nover Kgl. BibL No. 76, and Osnabrück, Ratsgynm. CXIX) ; dann die verschiedenartigsten Gebete, daranter:

a) DU is de misse van vnser leu^ vrautven mariam (laater Gebete).

b) Van vnser Jenen vroutven lefs dit bet aldufs (enth. in er- zählender Form die Beschreibang der Betrübnisse der Maria bei Christi Passion, nebst angehängtem karzen Gebete = 27» BU.). Anf.: Leue mynsche dencke myt welkeme vartmmds hertB vnse leue vrouwe by deme cruce slunt Do se sach eren got vn eren sone vor eren ogen steru€. Schi. : behaluen aUene de benedieden hülighs tvi/f wunden de he beholden wil beth an den jungest^ dach Amen.

c) Eyn ander beth xpi, in B;eimen (geistliches Lied?):

Anf. : 0 rosen leff myn blodighe here , Lat my entfarmS mynes herten swere etc. (etwas über e. Seite lang).

d) Item toe dit bet alle dage spreht deme kome dar XX nüUich* off (= V/2 BU.).

e) Gebet zar Verkürzang der Pein des Fegefeaers.

N 0. IV : Pp. in ; das Pp. verschieden in den versch. Teilen, das von Stück 2 5 sehr dünn. Verschiedene Hände des 15. Jh., Stück 2 von 1436. Lederband mit arsprünglich 2 Klammem, jetzt nor einer.

1. Bl. 1 181 : Betrachtangen and Gebete für die Sonn- and Festtage des ganzen Kirchenjahres.

2. Bl. 182 199: (V)An dem holte dar anne starf marien sone «= mnd. TTebersetzang des Pseado - Maerlantschen Gedichtes 't boec van den honte. Abgedrackt and mit der Fassang des Hartebokes verglichen von C. Schröder, Nd. Jb. 2 (1876) p. 8&— 113; vgL besonders p. 109 die karze Beschreibang der Hs.

100 C. Borchling,

3. Bl. 200—212: Die Leidensgeschichte Christi nach den 4 Evangelisten erzählt. Anfang: use here ihs xps de ghink mit syne yüghere ouer er/ vcU dat Jiet cedron etc. Schi. : Amt hrun ptinef. Dit i$ dat lident vvfs hcre ihu xpi dat hir vorescreuen stcü etc.

4. Bl. 213* 219^: De passio. Hir gheit an dat lident Chr. unde dat auentetcnt. Schi. : Eir lieft dcsse pussio unde dat auetitetent enen ende. Hir völghet na dat lident Chr. dat hir na screuen steU over vyr hladen,

5. Bl. 219^ 222^: Hir neghest gheit an en gud hedeken van vnser leuen vrouwen etc. Schi. : Hir volghet na de passio dat lident Chr.

Stück 2 5 sind von derselben Hand geschrieben, Stück 3 scheint ans Ende zu gehören, wie die Verweisungen zeigen. Aehnliche nd. Passiones Christi, aus den 4 Evangelien zusammen- gestellt, finden sich auch in den unten besprochenen Hss. 1) Ham- burg, Stadtbibl., Hs. Kunhardts I, Bl. iF. 2) ibid. II, Bl. 209» ff. 3) Hannover, Kgl. Bibl. No. 239, Bl. 10» ff. 4) Ebstorf, Mscr. VI, 14. 5) Brüssel, Kgl. Bibl. No. 14688, ndrh. Dazu vgl. W. Meyer, Hss. von Göttingen II, 477.

6. Bl. 223 246 : Gebete von verschiedenen Händen.

No. V : Pp. in 8». 15. Jh. (Stück'l— 6 der 1. Hälfte, Stück 7 9 der 2. Hälfte des Jh. zuzuschreiben). Lederband mit 2 Klammern. Vorne steht die Inscriptio : Gretken Wegheners kort dit hok to. Greteke Vegeners (vgl. No. I).

1. Bl. 1 106*: Bit synt de vrovde des sele trostes des hilgen ghestes also ghenomet = Gebete an den hl. Geist, Abendmahlsgebete etc., mit kurzer Einleitung : Sanctus Augustinus secht vnde leret vns dat so wanner wy wat ghudes wyllen anhauen to donde^ so scole wy ye tho deme ersten anropen den hilligJien ghest etc. An Bl. 56^ ist ein Kupferstich angenäht (ein betender Heiliger , dem ein geflü- gelter Crucifixus erscheint, im Hintergrunde eine ruhende weib- liche (?) Gestalt und eine Kirche mit Bäumen; vorn 3 Vögel mit langen Schwänzen und Schnäbeln).

Bl. 106^—109 leer.

2. Bl. 110 125*: Eine noch unbenutzte Handschrift des Gedichtes vom Beginchen von Paris , das Lübben nach dem Oldenburger hede- hoek (vgl. oben p. 85) in seinen mnd. Gedichten No. I abgedruckt hat.

Anf. : To parys wonde ey junck nuighet De ihesum hadde vter- koren Allent dat er harte gherde Dat hadde ze tho voren. Am Schlüsse (Bl. 122* unten) schließt sich eine prosaische Betrachtung über die Selbst- und Weltverleugnung um Gottes willen, das Thema des Gedichtes, an.

Mittelniederdeatsche Handschriften : Hamburg. IQl

TJeber den ndrk Druck des Gedichtes vgl. Schade, Geistl. Ge- dichte vom Niederrhein p. 335 f.

3. Bl. 126 130: Lehren, besonders für Geistliche : Dcsse iwelf stucke sint heylsame lere de nutte sint iho wetende etc. Anf. : Dat erste is dat ey mynscJie dai wete vnde sik dar ane voer see Dat dat rechtferdich tvol gued sy Dar he va Icuet etc. Schi. : vr^de helpen em f/io hekantnysse der warheyt.

4. ßl. 130* 135*: Dyt sint de seuen doet sunde etCr (alle- gorisch). Anf. : De erste dochter de houerdicheyt de sprak to ereme vcLdere denie duuele. Schi.: Des help vns de vader vnde de sone vnde de hilghe gheest.

5. Bl. 135* 139*: hyr wilik dy scriucn en gestlik closter in dat erste De leue de[r] ebbedisch^, Anf. : Ik hete de leue vnde bin ene kröne aller anderen daghede fchone, Gedicht.

6. Bl. 139*— 150* : hyr hebbe ghcsc reuen etlike articule dede hören to eneme gestlike leuede. Anf. : Wor eghenschop vn sunderlicheit is in d€ dosiere Dar is tvoedracht vnde vele bedrofnisse.

a) Bl. 141*: van endrachticheit secht aug(ustintis).

b) Bl. 144*: nicht to donde syneti eghenen wyllen.

c) Bl. 147**: Sunte bernardus de bescriuet twelf lege ghebrek Dai daer scheidet ghestliken ml/sehe.

d) Bl. 149*: Wultu vüllenkomS werdS eo scholen dy de sunde leydcu.

e) Bl. 149* : De mynsche schal alle daghe hdbs seuen lege be- trachtinghe,

7. BL 151* 161*: Ermahnong an Klosterjungfranen.

Anf.: Audi filia et obliuiscere dofnü pairis tui psaimo XLIIJL Höre dochter vornym wes ik dy lere etc.

8. Bl. 161* 164*: Hir heuet sik an Crux fidel is to dude also. Der werlde wollust du vorlate etc. Das Lied war bis jetzt nnr aus einem Drucke der Kostocker Michaelisbrüder von etwa 1493 bekannt, vgl Wackernagel, K L. 11, 760 No. 1015.

9. a) Bl. 164* 176*: Incipit sermo bonus: Ascendam in pdma et apphendä fructus eius etc. Ik unl vpstighen in den palmen Vnd wU neme syne vrucht etc.

b) BL 176*— 180* : Nv hestu gheleret wo du scalt vpstighen den bom des rechtuerdighen leuendes Nu scaitu leren wo du ene in wisheit scalt dael stighen etc.

c) Bl. 180*— 188* : Nv hefstu gheleret wo du scalt vpstighen vnde dal stighen den bom enes saligS leuendes Nu scoUu vort leren myt andacht wo du de vrucht der doghede an dy scalt bewaren vnde hyr to so hören vele doghede etc.

102 C. Borchling,

Vgl. Van dem palmboeme des Christenminsclien, Wolfenb.-Helmst. 1207, Bl. 75—133 (Heinem. I 3, 111). Ein Aus- zag aas diesem Stücke scheint zu sein Hannover, Kgl. Bibl., Mscr. No. 239, BL 1»— 9*; vgl. auch unten Utrecht, TJ.-B., No. 102B. lieber mnld. Fassungen vgl. Reifferscheid , Nd. Jb. 10 (1884) 27, und Ph. Strauch, Korresp. -Blatt 10 (188B) 50.

10. Bl. 189* 195^ : Dar säen twelff mester to saniende to paris Vn jewdilc sprak enen sproke. Vgl. unten p. 110, No. XV, 8.

11. Bl. 195^—200*: Va euer guden mollerschen. Dal wert twe presicre der prediker orden de sochie ene molnerinen van der so was en gesecht dat se wöl gade rede konde. Andere nd* Fassungen dieser ansprechenden Legende finden sich im Olden- burger bedeboek (vgl. Lübben, Mitt. p. 11 f.); Wolfenb.-Aug. 30, 8 (Lübben, Nd. Jb. 6 [1880] 72); Wolfenb.-Helmst. 1136, Bl. 312—315 (Hein. I 3, 73).

No. VI: 300 Bll. Pp. in 8«. 16. Jh., 2. Hälfte. Ledereinbd, mit 2 Klammern. Mnd. Gebetbuch. Gebete verschiedener Art : das erste an Maria, nach den 10 Freuden Marias geordnet; dann u. a. (Bl. 28 f.) ave praedara maris Stella to dude, aber in Prosa; Gebete f. d. Kirchenjahr (Bl. 82 ff.); de vyff drofnisse v. L vrouwen (= Prosa-Gebete, Bl. 146* 161*); ausgewählte Capitel aus den revelaciones S. Birgittae [I, 28. 36. VI, 97]; endlich Gebete an einzelne Heilige (Bl. 162 ff.).

Besonders hervorzuheben sind noch folgende Stellen:

1. Ell. 233' 234*: Der Hymnus Veni redemptor in nd. Versen : Cum des volkes vorJozer vn IcU dik schowen Bewyse de bord der kuschen jücvrowen etc. , 6 vierz. Strophen , recht corrupt. Eine prosaische Uebertragung desselben Hymnus geht voraus auf Bl. 226*. Vgl. dazu oben p. 94.

2. Bl. 249*— 252^ : Ein Gespräch Gottes mit der innigen Seele (Prosa). Der Anfang, ca. 4 Bll., fehlt. Es folgen Abendmahls- gebete.

3. Bl. 286*— 289^ (aber im Ganzen 6 Bll, ; denn die Lage Bl. 283 294 ist verbunden ; es sollten aufeinander folgen : Bl. 286. 287. 290-292. 289): Eine schöne Prosa-A 11 egorie von 12 geist- lichen Jungfrauen, die das Kind Jesus bei seiner Geburt pflegen: En klene kynt, den twelf gheesüyken juncfrouwen de dyt kint ihesum waren jn siner bord, Anf. : {E)yn kleyne kynt ys vns ghAoren etc. Die 12 Jungfrauen sind : die (Ruwe , Bicht) , Reyn- icheyt, Leue, Tranquillitas , Crafticheit, Meditado, Oracio, Myldi- cheyt, Ynnicheit, Hope, Vorsichticheyt, Misericordia, Sachtmodicheit,

Mittelniederdeutsche Handschriften: Hamburg. 103

N o. Vn : 127 Bll. Pp. in 8«. Ende des 15. Jh. Lederband mit ursprünglich 2 Klammern^ jetzt nur einer.

Nd. Gebetbuch für Ostern und die Zeit des Sommerhalb- jahrs. Eingelegt ist

1. Bl. 31^ 36^ : Ein Gespräch Gottes mit der innigen Seele (unmittelbar an ein Gebet an die Apostel angeschlossen , ohne Ueberschrift und Absatz). Anf. : Wan de sote god dyne grote beghe- ^y^gc vorniipt so en kan he sich nicht lengher efUhold , men he küpt sulue to dy vn spreck 0 myn edele creaiure etc.

2. Bl. 37* 39** : Ein zweites Gespräch Gottes und der innigen Seele, wie das erste als Abendmahlsgebet gedacht. Auf.: y^O wo grot vnde wo vrolick is desse sote gast myner siele dar van den gnade vnd so grote soticheyt an my vlete^ide is.

Bl. 120*»— 121* ist der Nachtrag einer jüngeren Hand. Auf Bl. 121**, dem letzten beschriebenen Blatte der Es., steht von einer Hand des 16. Jh. die Notiz : in dem jar do me schreff XL vp eyn freydack yn sunte j. . rens dach do starff myn leue grete suster. Es JTolgen noch 6 unbeschriebene Blätter.

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No. Vni: 389 BU. Pp. in 8«. 15. Jh., erste Hälfte. Leder- band mit 2 Klammern.

1. Bl. 1 358: Mnd. Gebetbuch, aus verschiedenen ein- zelnen Gebetbüchern zusammengesetzt :

a) Bl. 1 40**: Dankgebete für die einzelnen Leiden Christi, die in den Gebeten ausführlich nach den Evangelien erzählt wer- den. Bl. 40** die Subscriptio : Aue maria, biddet vor tibbeke kiesen, h) Bl. 41*— 68": Gebete für Verstorbene, u.a.; Subscriptio: Ite tybbeken meyres der hört dyt bok etc.

c) Bl. 59»— 116»: Dankgebete an Christus und Maria für die Erlösung.

d) Bl. 116*: hir beglnen de tide va der etvighen wisheit.

Aus dem folgenden hebe ich noch heraus: Bl. 178*» 183*: Sanctus atigustinus sprekt vif wort deckte eft he spreke vth vnses heren psonen. Ik hin ghekomen also de schin küpt van der sünen etc. Auf Bl. 190^ eine Federzeichnung : eine betende Prauengestalt in blauer Beginentracht und 2 Apostelfiguren. Neben der Frau steht ihr Name Ttbbeke (vgl. oben Bl. 40** u. 58*), von ihren Händen geht ein Spruchband aus mit den Worten : apostel godes, biddet vor my. Bl. 236*> : et sie est finis. Bl. 237 leer. Bl. 238* beginnt ein neues Gebetbuch. Bl. 304** 322** : Dit is dat inwEdighe lidst vnses leue here etc. Bl. 341**: Ende eines Gebetbuches. Blatt 342 leer. Bl. 343*— 358*: Gebete an einzelne Heilige.

104 C. Borchling,

2. (andere Hand) Bl. 359»— 388^: Nd. Uebersetzung von Au- gustiniManuale. Hir hcghynt säte Augustinus lete. Dat eerste capiUcl is vayi der heschowlichcyt vnses hercv. Da die Vorrede als 1. Cap. gezählt ist, so ergeben sich 37 Capp. gegen 36 der Be- nedictiner-Ausgabe , Paris 1685, VI. Append. p. 146. Cap. 36 u. 37 stehn in onsrer Ueberliefemng vor 35. Augustins Manuale war nd. bisher nur aus Wolfenb.-Helmst. 1240 bekannt, cf. Hein. I 3, 129; bei Scheller No. 272 (p. 53) unter der alten Signatur: Heimst. 49 Theol. S°. Dazu kommen nun außer unserer Hs. noch die weiter unten beschriebenen Hss. : 1) Hamburg, Stadtbibl., aus Pastor Kunhardts Bibl. No. II. 2) ibid., Mscr. Theol. 2074 in 8°, BL 34» —67% ndrh.

No. IX: 316 BU. Pp. in 8®. 15. Jh. Leder band mit ursprüng- lich 2 Klammern, jetzt nur einer. Am Ende defect.

Nd. Gebete und Betrachtung'en.

1. Bl. 1 40'* : Zehn Betrachtungen, besonders über das Leiden Christi, nebst Gebeten und einer Betrachtung über die Auferstehung. Anf. : Men list in der hilghen scriftDat moises gaffdente uolke de bode der ee vn sprak. Schi. : Hyr efidigen sik de hilgen heschouwinge des li- dendes vnsses leuen liere ihn cristi Also se de abhet Cesariensis ge- geuB heft sineu broderen to brukende vTi edlen mysche Also se gelogen sint Ute dem latine jn dat dudesscJie.

2. Bl. 41—105 : Gebete. Bl. 106—108 leer.

3. Bl. 109* 134*: St. Katherinen Betrachtungen des Leidens Christi. Desse nascreuen dechtnisse des soten benedieden Mlglien li- dendes ihu cristi vnsses leuen saUchmakers plach de denerinne ihu to brukende etc. Anf. : De ynighe sele de sik ouen in der ouer- trachtinghe des soten lidendes ihu der is not dat se sy van eynS vrede- samen herten etc.

4. Bl. 134* 188^: Hyr beghinnet sick en dialogus vn is ene ghestlike lere van der kuscheit to deme junghelinge mitvragen vn mit antwerde van deme lidende ihu cristi. (Bl. 134^:) De kuscheit spreket to deme jungelinghe aldus : Nu hestu ennoch ghehoret van der doget der kuscheit^ men dy were ok gud to wetende wo du dy scholdest des lidendes cristi [scheidest dy\ nutte maken in betrachtinge. De junghelingh vragede wat doget is de betrachtinge etc. Am Ende wird für jeden Wochentag eine Betrachtung gegeben. Bl. 164 folgt, in unmittelbarem Zusammenhange des Dialogs : Van der Hnt- heit vnsses heren ihesu cristi (rot). Wultu dy ok bekümer^ mit der kintheit vnss heren ihu cristi etc. Schi. (Bl. 188^): Desse diaiogus heft

Mittelniederdeatsche HandBchriften : Hamburg. 105

hyr sinen ende. God vtis sinen trost sende anien (rot). BL 189 190 leer.

5. Bl. 191*— 212*> (andere, etwas ältere Hand ; ein neues Heft^be- ginnt; Bl. 191f. oben laediert) : Hir beghynet sik de Sequen{cien) der sistere in deme orden des hi{lli)ghen salichmakers. To deme erste{n) de sequencie des eondaghes. Sohl. : ok ene guden danken to gode vor de armen vnwerdygen deneryne xpi de dit geschreuen heft. Bl. 213 leer.

6. Bl. 214* ^215^ (andere, jüngere Hand): Anweisung zum richtigen Beten des Psalters der Jungfrau Maria. Bl. 216 217 leer

7. Bl. 218* 220^ (andere, der vorigen gleichzeitige Hand): Die Gezeiten Mariae in nd. Reimen. Bonifacius de pawes heft gesettet desse tide to laue der juncvroutven Marie etc. Anf. : To metten tu 0 juncvrouwe dar Bin herte was van sorgen swar Maria do dy wart gebracIU De hodeschup to mydder nacht etc. Bl. 220^ folgen unmittelbar Prosa-Gebete. lieber andere nd. Gedichte über die 7 Betrübnisse der Maria vgl. Lübben, Mnd. Gedichte No. IV u. V ; Heinzel , Zs. 17 , 56 (nrh.) ; Goedeke^ 1 , 472 (No. XIH 2) ; Lübben, Qu.-Vz. V, Sp. Vllb (Wernigerode) ; Jacobs u. Ukert, Hss. der herzogl. Bibl. zu Gotha, lly 366 No. 190, Bl. 71. Vgl. unten Haag, Kgl. Bibl., Mscr. 132 D 9; Brüssel, Kgl. Bibl., No. 14688; Münster, Incunabel No. 133.

8. Bl. 230»— 248»: Van de lidede Um xpi. SüfUe Berent de sprekt 0 mynsche wiltu wcten wor vme dat du Jhesä xpm dinen vor- loser nicht leff hefst. Dat is dar vme etc. Das Stück enthält viele Gebete, die das Leiden Christi auf seinen Stationen begleiten. Bl. 248» : Uir is de ende. Angehängt Bl. 248^—251» : Aussprüche der Kirchenväter über den Wert der Betrachtung des Leidens Christi.

9. Bl. 251» 254»: Van allen Artikelen des lidendes Jhesu xpi dat leset gherne (= Gebete).

10. Bl. 254» 256^ : Dyt nascreuen is van leffliken matirgen. Van vrouden der is teyne. Ene vroude is my Dat my god suluen geschapen lieft.

11. Bl. 256»— 263^: Gebete verschiedener Art; Bl. 263^ unten 278*» : Hir volget na de sele mysse etc.

12. Bl. 279» 315^ : Gebete von einer jüngeren Hand , als die vorige; noch nicht rubriciert, hinten defect.

No. X: 262 nicht bez. Bll. Pp. in 4^ 15. Jh. Lederband mit 2 Klammem.

1. Bl. 1»--180*': Geschichte der hl. Birgitte nd. *), nach

1) Ein Exemplar des nd. Druckes der Birg.-Legende (Lübeck 1496) ist zu- gleich mit den Handschriften aus dem Convent an die Stadtbibl. gekommen.

NMhriGhteni (MchifU. MittheUiuigen 1899. 2. 8

106 C. Borchling,

dem lat. Compressns canonizacionis sanctae Byrgyttae (vgl. Vorrede Bl. 4^). Bir hegjjnet de vorrede van deme leuende Der hilgeti vrouwe vn vorstynen Sunte Birgitten. Bl. 5*: Byr hegynet syk dat erste höh van deme leuende der hilgen vrouwen sunte birgytten Der werden hrut xpi ene vorst^ne van swede dat erste Cap.

a) Bl. 5*— 86*: Bnch I (Leben), 62 Capp.

b) Bl. 86»— 137»: Buch U (Wunderwerke nach dem Tode) 34 Capp., Cap. 34 fälschlich als 33 bez.

c) Bl. 137* 180**: Bir begünet syk etlike reueladones de vnse here got lieft gcapenbaret sunte birgitte etc. = Auszüge aus dem 6. und 7. Buche des Compressus canonizacionis. Eine andere Hs. der nd. Birgitta-Legende ist in Berlin , Kgl. Bibl. , Arnswaldtsche Sammig. No. 3133 in 8^ vgl. Reifferscheid, Nd. Jb. 9 (1883) 134 f., ein Bruchstück in Kopenhagen , Univ.-Bibl. Arnamagn. Saml. 79 in 8" (Katalog U, 381). XJeber nd. Drucke vgl. Klemming, Bir- gitta-Literatur 1883, p. 39 41.

2. Bl. 181* 233*: Bir begünet syk vrowen kateryne leuent Dede en dochter was Der hilgen vrowen sunte byrgytten der vorstynen, Anf. : Kateryna de wa^ erwerdich vn gode leff. Bl. 21B* beginnt eine andere Hand. Bl. 233^—234^ leer.

3. Bl. 235* 238^ (andere Hand) : Bir begyne ene schone wyse ener ghestliken brutlacht wodanewys dat xps Jlis de sone godes syk vortruwet tnyt der jnnyghe sele, Anf. : üppe ene tyd also ene iuncurowe in ereme bede was Do wart sc denkende Wo vtise leue vrowe Maria vnde andere iücurowen liadden gode gheoffert ere kuscheit etc.

4. Bl. 238^— 256^ (andere Hand): Dyt is van deme bome der ghestlike lüicheit (mit seinen 7 telgen). Anf.: Na deine also dar secht de meyster van deti hoghen synne yn syneme anderen boke.

B. a) Bl. 257* 258** : Dit van ener vrouwen. Anf. : Dat was en meyster yn der got/ieit de quam in ene stad dar quam en vrouwe

to eme vn begerde den meyster to sprekende,

b) Bl. 258^ 262**: ein zweites Grespräch dieser frommen Frau mit Christus.

6. Bl. 262^ : Wat is in deme lydcde dat machme merke. Anf. : Dat en yewelk mysche de syk ouet in detne lydende vnses leue Jiere etc.

N 0. XI : 108 BU. Pap. in kl. 4^. 15. Jh., erste Hälfte. Leder- band mit Spuren einer Spange. Kirchengebete für das ganze Jahr, mit Weihnachten beginnend. Angehängt:

1. de Sequefitien dede komen in deme gantsen jare , mit Weih- nachten beginnend.

Mittelniederdeatsche HaDdschriften : Hamburg. 107

2. ^yn schone beth van Sunte Annen. Sabscriptio : Si tu scrip- toris nomen scire velis^ Oh er primo ponis, in medio her sociabis Et dus addatur. Qui scripsit ^ ita vocatur, Euergog verte: Agnomen habebis aperte (= Gherherdus Gogreue).

Am Anfange der Hs. 2, am Schlüsse 5 leere Blätter.

No. XH: 213 BU. Pap. in 4^. Anf. des IB. Jh. Lederband mit 2 Klammern. Auf der Rückseite des vorgebundenen Pg.-Schutz- Blattes ein poetischer Erguß des Schreibers in künstlichen Reimen *) :

Mylde Jhesu Stade, dem de dyt makede gnade Vorghyff em drade, cryst al syne sundege dade Argh van em kere de makede dyt dyner ere Angst van em vere, gyft trost em dogede mere Dorch marter dyne,